Curis Aktie: Abstimmung am 26. Juni entscheidend
23.06.2026 - 16:50:01 | boerse-global.de
Wenige Tage vor einer entscheidenden Aktionärsversammlung knickt der Kurs von Curis tiefer ein. Die Biotech-Aktie verlor am Dienstag knapp elf Prozent und schloss bei 0,38 Dollar – exakt auf dem 52-Wochen-Tief.
Das Unternehmen hat einen denkbar knappen Zeitplan. Nur 38 Cent trennen die Aktie noch vom Erreichen der Nasdaq-Mindestgrenze von einem Dollar.
Showdown im Juni
Am 26. Juni treffen sich die Aktionäre zur außerordentlichen Hauptversammlung. Auf der Tagesordnung stehen zwei Anträge. Erstens: die Gesellschaft soll eine Aktienzusammenlegung durchführen dürfen. Zweitens: eine mögliche Vertagung, um noch fehlende Stimmrechte einzusammeln.
Das Zusammenlegungsverhältnis liegt zwischen 1:5 und 1:25. Den genauen Faktor legt der Vorstand nach der Abstimmung fest.
Die Aktionäre stimmen damit über eine Maßnahme ab, die für Curis überlebenswichtig sein könnte.
Beobachtungsmodus der Nasdaq
Die Dramatik hat einen konkreten Grund. Zwar hatte Curis im Februar 2026 die Mindest-Eigenkapitalanforderungen der Nasdaq wieder erfüllt. Doch die Börse setzte das Unternehmen anschließend unter Discretionary Panel Monitor – einer einjährigen Beobachtungsphase.
Bleibt der Aktienkurs unter einem Dollar, darf die Nasdaq ohne Nachfrist den Delisting-Brief verschicken. Eine übliche Heilungsfrist entfällt.
Der Druck ist entsprechend hoch. Der Aktienkurs liegt seit Monaten klar unter der geforderten Marke.
Verkauf von 15 Millionen Aktien
Die Stimmung litt zuletzt auch unter einer Kapitalmaßnahme. Curis platzierte Mitte Juni ein Direct Offering über 15,1 Millionen Dollar.
Frisches Geld – aber zu einem hohen Preis. Die neuen Aktien verwässern den Bestand der Altaktionäre. Bei schwacher Nachfrage ist das eine denkbar ungünstige Kombination.
Die Bilanz zeigt das Ausmaß des Drucks. Im Mai 2026 standen einem Quartalsverlust von 24,2 Millionen Dollar nur noch liquide Mittel von rund 15 Millionen Dollar gegenüber.
Hoffnungsträger Emavusertib
Das Unternehmen forscht weiter an seinem Krebsmedikament Emavusertib. Die Substanz wird in Studien für verschiedene Blutkrebsarten getestet, darunter die TakeAim-Studien für Lymphom und chronische lymphatische Leukämie.
Noch in diesem Jahr will Curis neue Daten zur Leukämie-Behandlung vorlegen. Die FDA hat Emavusertib bereits für mehrere Indikationen den Orphan-Drug-Status gewährt – seltene Erkrankungen zu behandeln, verschafft dem Medikament Vorteile bei Zulassung und Vermarktung.
Doch für diesen Moment zählt nur eines: die Aktionärsabstimmung am 26. Juni. Ein positives Votum gibt dem Management ein Instrument gegen den Kursverfall. Ein Nein könnte die Notierung an der Nasdaq beenden.
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