CSL, Aktie

CSL Aktie: Sanofi unter EU-Kartellverdacht

28.06.2026 - 16:25:02 | boerse-global.de

Die EU-Kommission prüft, ob Sanofi den CSL-Impfstoff Fluad mit Falschinformationen behindert hat. Parallel droht CSL ein Zulassungsentzug für das Medikament Tavneos.

CSL Aktie: EU-Kommission ermittelt gegen Sanofi wegen Impfstoff-Sabotage
CSL - Abstrakte Darstellung der Pharmaindustrie mit einem Gefühl der Unsicherheit und rechtlicher Prüfung in einem sterilen Laborumfeld. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

CSL steht im Zentrum einer brisanten Untersuchung der EU-Kommission. Der Vorwurf wiegt schwer: Konkurrent Sanofi soll den Impfstoff-Absatz der Australier durch gezielte Falschinformationen sabotiert haben. Für die CSL-Sparte Seqirus geht es dabei um weit mehr als nur um Marktanteile.

Sanofi unter Manipulationsverdacht

Die Brüsseler Wettbewerbshüter nehmen die Marketingpraktiken des Pharmariesen Sanofi unter die Lupe. Im Kern geht es um den Grippeimpfstoff Efluelda, den Sanofi gegen CSLs Konkurrenzprodukt Fluad positioniert. Die Behörden prüfen, ob Sanofi medizinisches Personal in Deutschland und Frankreich mit irreführenden Kampagnen beeinflusst hat.

Sanofi hält derzeit etwa 32 Prozent des europäischen Marktes für saisonale Grippeimpfstoffe. Der Konzern bestreitet die Vorwürfe. Experten halten jedoch Strafzahlungen im zweistelligen Millionenbereich für möglich. Ein Erfolg für CSL würde die Marktposition von Fluad festigen, besonders in der wichtigen Zielgruppe der Senioren.

Wachstum und regulatorische Hürden

Das Impfstoffgeschäft ist für CSL ein zentraler Wachstumstreiber. Die Sparte Seqirus steuerte zuletzt rund 2,17 Milliarden US-Dollar zum Konzernumsatz bei. Das entspricht einem Anteil von etwa 14 Prozent.

Für das Geschäftsjahr 2026 peilt das Management einen Gesamtumsatz von 15,2 Milliarden US-Dollar an. Der bereinigte Nettogewinn soll bei rund 3,1 Milliarden US-Dollar liegen.

Parallel zum juristischen Tauziehen droht Gegenwind in der Nephrologie. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt, die Zulassung für das Medikament Tavneos zu widerrufen. Nach Auswertung von Langzeitdaten sieht das Gremium kein ausreichendes Nutzen-Risiko-Verhältnis mehr.

Erholung mit Hindernissen

An der Börse reagierten Anleger zuletzt vorsichtig optimistisch. Nach dem Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 70,79 Euro. Auf Monatssicht steht ein deutliches Plus von 15,5 Prozent zu Buche.

Das Papier erholt sich damit von seinem Jahrestief bei 56,41 Euro. Bis zum langfristigen Durchschnitt bei etwa 92 Euro bleibt der Weg allerdings weit. Der langfristige Abwärtstrend ist noch nicht gebrochen.

Die finale Entscheidung der EU-Kommission zum Tavneos-Widerruf steht noch aus. Sollte Brüssel der Empfehlung folgen, bricht ein regionaler Umsatzstrom in einem Nischensegment weg. Am 18. August 2026 folgen die vollständigen Jahreszahlen inklusive der neuen Dividendenankündigung.

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