Critical Metals Aktie: 3 Milliarden für Tanbreez
Veröffentlicht am: 11.07.2026 um 03:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ziel dieser Maßnahme ist es, den Unternehmenswert zu maximieren und die Entwicklung des Seltenerdprojekts Tanbreez in Grönland zu beschleunigen. Im Rahmen dieses Prozesses evaluiert das Unternehmen Optionen für seine sogenannten „Non-Core“-Assets, zu denen unter anderem das Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich zählt. Als Berater für diese strategische Neuausrichtung wurden das Finanzhaus Clear Street sowie die Rechtsanwaltskanzlei White & Case mandatiert.
Tanbreez-Vorkommen im Zentrum der Bewertung
Nach Einschätzung von Chairman Tony Sage stellt das Tanbreez-Projekt den klarsten Weg zur Steigerung des Aktionärswerts dar. Das Unternehmen hält eine kontrollierende Beteiligung von 92,5 % an dem Projekt, deren Übertragung am 17. April 2026 von der grönländischen Regierung genehmigt wurde. Das Vorkommen wird mit rund 3 Milliarden US-Dollar bewertet und gilt als eines der größten unerschlossenen Depots für schwere Seltenerdelemente (HREE) außerhalb Chinas.
Die Mineralisierung umfasst geschätzte 4,7 Milliarden Tonnen, wobei der Anteil an schweren Seltenen Erden wie Dysprosium und Terbium bei etwa 27 % des gesamten Seltenerdgehalts liegt. Um die Ressourcenbasis weiter zu validieren, wurde eine Bohrkampagne über 10.000 Meter gestartet. In einer ersten Phase wird eine Ressource von 45 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 0,40 % TREO (Total Rare Earth Oxides) angestrebt, die später auf 130 Millionen Tonnen erweitert werden soll. Ein mit 30 Millionen US-Dollar dotiertes Beschleunigungsprogramm zielt auf einen Produktionsstart gegen Ende 2028 ab.
Strategische Abnahmen und staatliches Interesse
Die strategische Bedeutung des Projekts wird durch das Interesse staatlicher und industrieller Partner unterstrichen. Die US Export-Import Bank (EXIM) hat in einem „Letter of Interest“ eine mögliche Finanzierung von bis zu 120 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt. Parallel dazu hat Critical Metals eine 15-jährige Abnahmevereinbarung mit REalloys abgeschlossen. Diese Vereinbarung sieht vor, dass 15 % der Produktion aus der ersten Phase an REalloys geliefert werden. REalloys befindet sich derzeit in Verhandlungen mit der US-Armee über den Bau einer Verarbeitungsanlage im Tooele Army Depot in Utah, um die Versorgungskette für kritische Metalle im Verteidigungssektor abzusichern.
Finanzielle Absicherung und operative Fortschritte
Abseits des Grönland-Projekts sicherte sich Critical Metals zusätzliche Mittel für seine Aktivitäten in der Demokratischen Republik Kongo. Der Hauptaktionär NIU Invest SE, der rund 70 % der Anteile hält, stellt ein Wandeldarlehen in Höhe von 2,5 Millionen Britischen Pfund zur Verfügung. Diese Mittel sind für das Kupfer-Kobalt-Projekt Molulu bestimmt. Die Finanzierung ist mit einem Zinssatz von 10 % ausgestattet und kann zu einem Preis von 10,25 Pence gewandelt werden. Die Auszahlung erfolgt in Tranchen bis Mai 2027, wobei ein Teil der Summe zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten verwendet wird.
Trotz der operativen Fortschritte und der strategischen Neuausrichtung stand der Aktienkurs zuletzt unter Druck und verzeichnete Verluste. Marktbeobachter verweisen auf die aktuelle Verlustzone des Unternehmens und die Tatsache, dass nennenswerte Umsätze erst mit dem geplanten Produktionsbeginn am Ende des Jahrzehnts zu erwarten sind. Zur Unterstützung der Logistik vor Ort erwarb das Unternehmen zuletzt das Schiff „Ocean Endeavour“ für 7,5 Millionen Euro, das als Unterkunft für bis zu 300 Mitarbeiter am Tanbreez-Standort dienen soll.
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