EQS-News: Crédit Mutuel Asset Management: Fed: Abwartende Haltung vor weiteren Entscheidungen (deutsch)
17.03.2026 - 08:49:13 | dpa.deCrédit Mutuel Asset Management: Fed: Abwartende Haltung vor weiteren Entscheidungen
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Crédit Mutuel Asset Management: Fed: Abwartende Haltung vor weiteren
Entscheidungen
17.03.2026 / 08:49 CET/CEST
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Fed: Abwartende Haltung vor weiteren Entscheidungen
Von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management
Angesichts der anhaltenden Inflation und der Unsicherheiten im Zusammenhang
mit der Lage im Nahen Osten wird erwartet, dass die US-Notenbank (Fed) ihre
Zinsen im März unverändert lässt. Die vierteljährliche Aktualisierung der
Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (Summary of Economic Projections,
SEP) könnte eine restriktivere Haltung des Offenmarktausschusses (FOMC)
widerspiegeln: Da sich die meisten Mitglieder weiterhin auf
Inflationsrisiken konzentrieren, könnten mehr geldpolitische
Entscheidungsträger von einer Zinssenkung in diesem Jahr absehen.
Unsere Erwartungen:
* Der Offenmarktausschuss (FOMC) wird den Zielkorridor für den Leitzins
bei 3,50 %-3,75 % belassen. Es werden zwei Gegenstimmen erwartet
(Stephen Miran und Christopher Waller), die sich für eine Senkung um 25
Basispunkte aussprechen. Aufgrund der laut dem Bureau of Labor
Statistics (BLS) im Februar verzeichneten Arbeitsplatzverluste könnte
auch Michelle Bowman diese Position unterstützen.
* In der Erklärung dürften das starke Wachstum und die nach wie vor hohe
Inflation hervorgehoben und gleichzeitig die zunehmende makroökonomische
Unsicherheit betont werden - insbesondere nach der Aufhebung der
Gegenzölle durch den Obersten Gerichtshof und vor dem Hintergrund eines
mit dem Iran-Konflikt verbundenen Energieschocks. Die Fed wird zudem
darauf hinweisen, dass die geringe Zahl neu geschaffener Arbeitsplätze
und ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit auf eine nach wie vor
fragile Stabilisierung des Arbeitsmarktes hindeuten.
* Die SEP dürfte stabil bleiben und in diesem Jahr ein Wachstum von über 2
% verzeichnen - auch wenn diese Prognose aufgrund der Auswirkungen der
aktuellen geopolitischen Lage gegenüber den im Dezember genannten 2,3 %
leicht nach unten korrigiert wurde. Gleichzeitig dürften die
Inflationsprognosen für 2026 sowohl für den Gesamtindex als auch für den
Kernindex nach oben korrigiert werden und über den im Dezember
veröffentlichten Werten von 2,4 % bzw. 2,5 % liegen. Diese Korrektur
spiegelt den stärkeren Inflationsdruck im Energiesektor sowie einen
anhaltend festen Kern-PCE [1] von rund 3 % wider. Am Arbeitsmarkt werden
keine größeren Korrekturen erwartet; die Arbeitslosenquote dürfte 2026
bei etwa 4,4 % bis 4,5 % bleiben.
* Da mehrere Fed-Mitglieder den Inflationsrisiken größere Bedeutung
beimessen, dürften die Prognosen auf längerfristig höhere Zinssätze
hindeuten. Der seit September unverändert bei 3,4 % liegende Medianwert
für den erwarteten Zinssatz 2026 würde keine Zinssenkung mehr
beinhalten, da bereits drei Änderungen in den individuellen Prognosen
ausreichen würden, um den Medianwert zu verschieben. Was den auf 3,0 %
geschätzten langfristigen Gleichgewichtszinssatz betrifft, so könnte
dieser angesichts stärkerer Produktivitätszuwächse leicht nach oben
korrigiert werden.
* Darüber hinaus wird die Zentralbank die Ende 2025 eingeleiteten Käufe im
Rahmen der Reserveverwaltung (RMP) fortsetzen.
Zusammenfassend:
Jerome Powell dürfte eine vorsichtige, datengestützte Geldpolitik
bekräftigen und die Stärke des Konjunkturzyklus sowie eine Rückkehr der
Inflation zum Zielwert erst ab 2028 hervorheben. Er wird betonen, dass jede
Lockerung eindeutige Anzeichen für einen anhaltenden Rückgang der Inflation
in Richtung 2 % erfordern wird, gleichzeitig aber bereit bleiben, im Falle
einer Verschlechterung der Arbeitsmarktlage zu reagieren. Trotz des
aktuellen Energieschocks dürfte die Federal Reserve einen vorübergehenden
Preisdruck tolerieren: Kostenanstiege im Zusammenhang mit
Versorgungsschocks, die in der Regel vorübergehend sind, rechtfertigen keine
geldpolitische Reaktion, solange die Inflationserwartungen fest verankert
bleiben.
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[1] PCE = Personal Consumption Expenditures Price Index = Preisindex der persönlichen Konsumausgaben
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