Covestro Aktie: Squeeze-out nach 19. Mai kurz vor Eintragung
26.05.2026 - 03:27:57 | boerse-global.deFür Covestro beginnt eine entscheidende Woche. Der Spezialchemiekonzern steht vor zwei wegweisenden Ereignissen: Der Squeeze-Out durch die Abu-Dhabi-Gruppe XRG ist kurz vor dem Abschluss, und zeitgleich verhandelt das Verwaltungsgericht Düsseldorf über die seit Jahren blockierte CO-Pipeline. Die Aktie notiert am Dienstag bei 59,80 Euro – einen Euro über der festgelegten Barabfindung von 59,46 Euro.
Rückzug von der Börse in trockenen Tüchern
Die Hauptversammlung hat am 19. Mai 2026 der Übertragung der Minderheitsaktien auf die Hauptaktionärin XRG P.J.S.C. zugestimmt. XRG, die über ihre Tochter ADNOC International Germany 95,1 Prozent der Anteile hält, drückt aufs Tempo. Der Squeeze-Out wird mit der Eintragung ins Handelsregister rechtskräftig – ein Schritt, der Insidern zufolge nur noch Tage dauert. Die Abfindung liegt bei 59,46 Euro je Aktie.
Der Aktienkurs hat sich bei 59,80 Euro eingependelt, knapp zwei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro. Der RSI von 64,7 signalisiert eine neutrale Bewegungszone.
Pipeline-Streit geht weiter
Parallel zur Hauptversammlung findet am 26. Mai 2026 vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf eine mündliche Verhandlung statt. Kläger und Umweltverbände stellen die Besitzeinweisungsbeschlüsse aus den Jahren 2007 und 2008 infrage – und damit die gesamte rechtliche Grundlage der CO-Pipeline zwischen Dormagen und Krefeld-Uerdingen.
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Die Leitung ist seit Ende 2009 weitgehend fertiggestellt. Doch Sicherheitsbedenken und Enteignungsfragen verhindern seit fast 17 Jahren die Inbetriebnahme.
Neuer CFO zum Oktober
Im Management gibt es einen Wechsel. Klaus Fröhlich, aktuell Group Chief Investment Officer bei ADNOC, wird zum 1. Oktober 2026 neuer Finanzvorstand. Er folgt auf Christian Baier, dessen Vertrag planmäßig ausläuft. Der Aufsichtsrat wählte Fröhlich einstimmig – ein klares Signal der Kontinuität unter dem neuen Mehrheitseigentümer.
Ausblick: Letzte Tage als börsennotiertes Unternehmen
Covestro schrieb 2025 rote Zahlen: minus 644 Millionen Euro Konzernergebnis, der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Eine Dividende gab es auch im dritten Jahr nicht. Der Free Operating Cash Flow lag bei minus 283 Millionen Euro.
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Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Expansion voran. Die Übernahme von zwei Produktionsstandorten für HDI-Derivate von Vencorex in Thailand und den USA soll in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden. Das Geschäftsjahr 2025 zeigte die operative Schlagseite, die den Weg zum Verkauf an ADNOC geebnet hat.
Der Handelsregistereintrag dürfte in den kommenden Tagen erfolgen. Dann endet Covestros Ära als börsennotiertes Unternehmen – ein Prozess, der mit der Übernahmeschlacht zwischen ADNOC und BASF begann und nun seinen juristischen Abschluss findet.
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