Covestro, Aktie

Covestro Aktie: Spruchverfahren auf 2,54-Euro-Lücke

22.05.2026 - 19:21:52 | boerse-global.de

Covestro-Aktionäre erhalten 59,46 Euro je Aktie nach Squeeze-out-Beschluss. Ein Spruchverfahren könnte die Abfindung noch erhöhen.

Covestro Aktie: Spruchverfahren auf 2,54-Euro-Lücke - Foto: über boerse-global.de
Covestro Aktie: Spruchverfahren auf 2,54-Euro-Lücke - Foto: über boerse-global.de

Bei Covestro geht es für die letzten freien Aktionäre kaum noch um Chemiezyklen, Margen oder Konjunktur. Der Fall hat sich auf Wertgutachten, Fristen und mögliche Nachbesserungen verengt. Die Hauptversammlung hat am 19. Mai den aktienrechtlichen Squeeze-out beschlossen; die Barabfindung liegt bei 59,46 Euro je Aktie. Das frühere Übernahmeangebot lag bei 62 Euro.

Genau diese Lücke macht den Fall interessant. Sie ist klein genug, um den Kurs eng an die Abfindung zu binden. Sie ist aber groß genug, um ein Spruchverfahren attraktiv erscheinen zu lassen.

Warum die Abfindung angreifbar wirkt

Die Barabfindung basiert auf einer gutachtlichen Stellungnahme von PricewaterhouseCoopers. Damit ist der Betrag formal unterlegt, aber nicht automatisch unangreifbar. Wer die Höhe für unangemessen hält, kann nach dem Vollzug ein gerichtliches Spruchverfahren einleiten.

Die Kanzlei ARENDTS ANWÄLTE hat bereits angekündigt, Minderheitsaktionäre in einem solchen Verfahren zu vertreten. Ziel wäre keine Rückabwicklung des Squeeze-outs, sondern eine mögliche Nachzahlung. Der Abstand zum früheren Angebot beträgt 2,54 Euro je Aktie.

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Handelsregister wird zum nächsten Auslöser

Wirksam ist der Übertragungsbeschluss noch nicht allein durch das Votum der Hauptversammlung. Der entscheidende Schritt ist die Eintragung ins Handelsregister der Covestro AG. Erst dann gehen die verbliebenen Aktien auf den Hauptaktionär über.

Nach dem Vollzug erhalten Aktionäre die Barabfindung automatisch. Ein Spruchverfahren kann anschließend die Angemessenheit prüfen lassen. Den Squeeze-out selbst hält ein solches Verfahren in der Regel nicht auf.

Der Kurs folgt der Abfindung

Am Freitag notiert die Covestro-Aktie bei 59,60 Euro, ein Minus von 0,17 Prozent, und damit nur knapp über der festgelegten Barabfindung von 59,46 Euro. Der Kurs verhält sich damit weniger wie ein klassischer Industrie-Titel und eher wie ein Abfindungswert.

Operative Nachrichten treten in den Hintergrund. Die annualisierte Monatsvolatilität liegt bei nur 1,48 Prozent, was die enge Bindung an das Squeeze-out-Szenario unterstreicht. Größere Kursfantasie entsteht erst, wenn der Markt eine realistische Chance auf Nachbesserung einpreist.

Umbau läuft weiter

Abseits des juristischen Fahrplans arbeitet Covestro am Portfolio. Im August 2025 vereinbarte der Konzern mit Vencorex den Erwerb von Standorten in Thailand und den USA. Der Abschluss soll möglichst in der ersten Jahreshälfte 2026 erfolgen.

Auch am Standort Dormagen investiert Covestro unter dem neuen Eigentümer ADNOC in Effizienz. Die geplante Anlage soll jährlich mehr als 40.000 Tonnen CO? einsparen. Die Bauarbeiten sollen Ende 2026 beginnen, Mitte 2027 dürfte der Kompressor ans Netz gehen.

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Das Effizienzprogramm STRONG brachte bis zum vergangenen Jahresende Einsparungen von 275 Millionen Euro. Bis 2028 sollen daraus 400 Millionen Euro werden.

Hinzu kommt ein Wechsel an der Spitze. CEO Markus Steilemann verlängert seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht. CFO Christian Baier verlässt das Unternehmen im September. Damit muss der Aufsichtsrat die Führung neu ordnen, während Integration, Effizienzprogramm und Portfolioarbeit weiterlaufen.

Für die verbleibenden Aktionäre zählt nun vor allem der Handelsregistereintrag. Danach entscheidet sich, ob die Barabfindung endgültig hingenommen wird oder ob das Spruchverfahren den wirtschaftlichen Restwert der Covestro-Aktie noch einmal verändert.

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