Coupang, Datenleck

Coupang: Datenleck betrifft auch 200.000 Nutzer in Taiwan

25.02.2026 - 08:09:58 | boerse-global.de

Der südkoreanische E-Commerce-Konzern Coupang korrigiert die Zahl der vom Insider-Angriff betroffenen Nutzer. Auch taiwanesische Kundenkonten wurden kompromittiert, finanzielle Daten blieben aber sicher.

Der südkoreanische E-Commerce-Riese Coupang muss das Ausmaß eines großen Datendiebstahls korrigieren. Nach monatelangen Ermittlungen bestätigte das Unternehmen am Mittwoch, dass der von einem Ex-Mitarbeiter verursachte Hackerangriff auch rund 200.000 Kundenkonten in Taiwan betrifft. Zuvor war man von einem weitgehend auf Südkorea beschränkten Vorfall ausgegangen.

Untersuchung revidiert erste Einschätzung

Der Vorfall war bereits im November 2025 entdeckt und gemeldet worden. Damals gingen Coupang und die taiwanesische Digitalministerium (MODA) noch davon aus, dass Daten lokaler Kunden nicht kompromittiert wurden. Diese Einschätzung ist nach der nun abgeschlossenen forensischen Untersuchung durch Cybersicherheitsfirmen wie Mandiant und Palo Alto Networks hinfällig.

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Der ehemalige Mitarbeiter hatte unrechtmäßigen Zugriff auf die Daten. Kompromittiert wurden Kundennamen, E-Mail- und Lieferadressen, Telefonnummern sowie eingeschränkte Bestellverläufe. Laut Coupang wurden jedoch keine finanziellen Daten, Passwörter oder Ausweisdokumente entwendet. Die Zugriffsmethode des Täters sei seit November 2025 gesichert und stelle kein Risiko mehr dar.

Entschädigung und Kommunikation mit Behörden

Als Entschädigung plant Coupang Taiwan, jedem der betroffenen Nutzer einen Gutschein im Wert von 1.000 Taiwan-Dollar (rund 46.000 Won) anzubieten. Dies entspricht der in Südkorea gewährten Kompensation. Das Unternehmen stehe in Kontakt mit den taiwanesischen Behörden und werde alle betroffenen Kunden benachrichtigen sowie seine gesetzlichen Pflichten erfüllen.

Ein Lichtblick: Die Ermittler fanden bislang keine Hinweise darauf, dass die gestohlenen Daten im Dark Web gehandelt oder missbraucht wurden. Von den etwa 200.000 betroffenen Taiwan-Konten speicherte der Täter Daten lediglich von einem einzigen Konto ab. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Konten mit gespeicherten Daten in Südkorea und Taiwan auf etwa 3.000. Diese Daten seien inzwischen gelöscht.

Warnsignal für den globalen E-Commerce

Der Fall unterstreicht die anhaltende Gefahr durch Insider-Angriffe in global operierenden Tech-Konzernen. Für Coupang, das an der US-Börse notiert ist, hat der Vorfall bereits spürbare Folgen: Der Aktienkurs brach ein, und das Unternehmen muss mit Strafen und Imageschaden kämpfen.

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Taiwan ist ein wichtiger Expansionsmarkt für Coupang. Der Vertrauensverlust könnte die Wachstumsstrategie in der Region beeinträchtigen. Für Verbraucher ist der Vorfall eine erneute Mahnung, wie verwundbar persönliche Daten auf Online-Plattformen sind – selbst wenn, wie hier, keine Bankdaten betroffen sind. Die Gefahr von Phishing-Angriffen mit den gestohlenen Adress- und Kontaktdaten bleibt bestehen.

Coupang kündigte an, die Zusammenarbeit mit den Behörden fortzusetzen und die Lage weiter zu überwachen. Der Fokus liege nun darauf, das Kundenvertrauen zurückzugewinnen und die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Der Vorfall dürfte als Lehrstück für die gesamte Branche dienen.

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