Costamare Inc, MHY1771G1026

Costamare-Aktie nach Kursrally: Chance für deutsche Dividendenjäger?

20.02.2026 - 15:58:51 | ad-hoc-news.de

Die Containerschifffahrts-Aktie Costamare sorgt wieder für Bewegung – getrieben von starken Raten, Charter-Deals und hoher Dividende. Doch wie lange hält der Rückenwind, und lohnt jetzt noch der Einstieg für deutsche Anleger?

Bottom Line zuerst: Die Reederei-Aktie Costamare Inc (ISIN MHY1771G1026) profitiert vom anhaltend starken Containermarkt, soliden Charterverträgen und einer attraktiven Dividendenrendite – aber die Schwankungen im Frachtrate-Zyklus bleiben hoch. Für deutsche Anleger ist das Papier ein spekulativer, aber spannender Dividenden- und Zyklik-Play im globalen Handel.

Was Sie jetzt wissen müssen: Costamare ist ein griechischer Großreeder mit Fokus auf Containerschiffe und zunehmend auch Dry-Bulk-Schiffe. Die Aktie notiert an der NYSE, ist über deutsche Broker problemlos handelbar und steht im Fokus, weil die Frachtraten nach einem Rücksetzer wieder anziehen und die Markterwartungen für 2025/26 steigen.

Die jüngsten Unternehmensmeldungen zeigen: Costamare sichert sich langfristige Charterverträge zu attraktiven Konditionen, baut seine Flotte gezielt um und nutzt hohe Cashflows für Schuldenabbau und Ausschüttungen. Das macht die Aktie für einkommensorientierte Investoren interessant – gerade in Deutschland, wo viele nach Alternativen zu DAX-Dividenden suchen.

Mehr zum Unternehmen Costamare und zur aktuellen Flotte

Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Costamare ist eng mit der Entwicklung des Welthandels und der Containerfrachtraten verknüpft. Nach dem extremen Boom der Pandemie-Jahre folgte eine Normalisierung – viele Schifffahrtsaktien gaben einen Teil der Rekordgewinne wieder ab. Inzwischen stabilisieren sich die Raten, Störungen in wichtigen Seewegen (u.a. Umleitungen rund um Afrika) verknappen kurzfristig Kapazität und stützen die Erlöse.

Für die Aktie bedeutet das: Der Markt preist nicht mehr den Ausnahmezustand ein, sondern ein „neues Normal“ mit weiterhin soliden, wenn auch zyklischen Cashflows. Entscheidend ist, wie geschickt Management und Flottenstruktur aufgestellt sind – hier gilt Costamare vielen Analysten als vergleichsweise konservativ und risikobewusst.

Wichtige Kennzahlen von Costamare (gerundete Größenordnungen, zur Orientierung):

Kennzahl Einordnung
Börsennotierung NYSE (Ticker: CMRE), in Deutschland u.a. als Auslandsaktie über Xetra/Tradegate handelbar
Marktkapitalisierung Mittelgroß, klassischer Mid Cap im internationalen Shipping-Sektor
Geschäftsmodell Eigentümer und Betreiber von Container- und zunehmend Dry-Bulk-Schiffen, primär auf Charterbasis
Dividendenprofil Regelmäßige Ausschüttungen, Rendite über typischen DAX-Niveaus, aber mit Zyklik-Risiko
Verschuldung Sektorüblich hoch, aber durch Charter-Cashflows abgesichert; Schuldenabbau bleibt Priorität
Zyklik Stark abhängig von Frachtraten, globalem Handel und Neubau-/Scrap-Zyklen in der Schifffahrt

Warum das für deutsche Anleger relevant ist: Die meisten deutschen Indizes – DAX, MDAX, SDAX – sind kaum im klassischen Linien-Shipping engagiert. Wer gezielt vom globalen Containerhandel profitieren will, muss auf internationale Titel wie Costamare, Hapag-Lloyd oder andere Reeder setzen. Costamare ist dabei ein reiner „Asset Owner“ mit Fokus auf Charterverträgen und nicht auf eigenen Liniendiensten.

Viele deutsche Privatanleger suchen nach Titeln mit hohen laufenden Erträgen. Genau hier wird Costamare interessant: Die Kombination aus Dividende und zyklischem Erholungspotenzial ist ein Gegengewicht zu heimischen Standardwerten wie Allianz, Deutsche Telekom oder BASF. Allerdings: Das Risiko ist deutlich höher, da Frachtraten binnen weniger Quartale drehen können.

Treiber für die aktuelle Kursentwicklung:

  • Stabilisierung bzw. Erholung wichtiger Container-Indizes und Charterraten.
  • Laufende Flottenoptimierung: ältere Schiffe werden verkauft oder verschrottet, moderner Tonnage wird Vorrang gegeben.
  • Längere Charterverträge sichern Einnahmen und begrenzen kurzfristige Marktrisiken.
  • Fokus auf Kapitaldisziplin: Tilgung, selektive Expansion und Dividendenpolitik.

Gleichzeitig blicken Investoren wachsam auf Risiken: Ein schneller Rückgang der Raten, neue Überkapazitäten durch viele Neubauten oder eine Abkühlung des Welthandels könnten Gewinne deutlich drücken. Das erklärt, warum die Aktie trotz guter Nachrichten zu Volatilität neigt.

Relevanz für den deutschen Markt und den Euro-Anleger

Für Anleger aus Deutschland kommen drei Besonderheiten hinzu:

  • Währungsrisiko: Costamare notiert in US-Dollar. Wer aus dem Euro-Raum investiert, trägt zusätzlich zum Schifffahrtsrisiko ein USD/EUR-Risiko – stark steigender Euro kann Gewinne in Euro schmälern.
  • Broker-Zugang: Über gängige Neobroker und Direktbanken ist der Titel meist als US-Auslandsaktie handelbar, teils auch außerbörslich. Die Spreads können im Vergleich zu DAX-Werten höher sein.
  • Steuerliche Behandlung: Dividenden aus den USA unterliegen Quellensteuer. Hier sollten Anleger die Anrechenbarkeit im deutschen Steuersystem prüfen.

Im Vergleich zu deutschen Logistikwerten wie DHL oder zu europäischen Häfen ist Costamare deutlich zyklischer, dafür aber oft günstiger bewertet, gemessen an Gewinn- und Cashflow-Multiples. Für ein diversifiziertes Depot kann der Titel als Beimischung dienen – nicht als Kerninvestment.

Chancen und Risiken im Überblick

Chancen Risiken
  • Attraktive Dividendenrendite im internationalen Vergleich.
  • Potenzial auf überproportionale Kursgewinne in einem anziehenden Frachtratzyklus.
  • Langfristige Charterverträge glätten Cashflows und bieten Planbarkeit.
  • Flottenmodernisierung kann die operative Marge verbessern.
  • Hohe Abhängigkeit von zyklischen Frachtraten und globalem Handel.
  • Kapitalintensives Geschäftsmodell mit strukturell hoher Verschuldung.
  • Starke Kursausschläge bei Marktstimmung für Shipping- und Zyklik-Werte.
  • Währungs- und Steueraspekte für Euro-Anleger.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die Analystenlandschaft zu Costamare ist im Vergleich zu großen US-Techs eher dünn, aber die vorhandenen Einschätzungen zeigen ein klares Bild: Die Mehrheit sieht den Titel im derzeitigen Umfeld als attraktiv bewertet bis moderat unterbewertet, allerdings mit klassischem Zyklik-Risiko.

Wichtige Punkte aus jüngsten Analystenkommentaren:

  • Bewertung: Viele Häuser verweisen auf ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Vergleich zum Gesamtmarkt sowie auf ein solides Verhältnis von Unternehmenswert zu operativem Ergebnis (EV/EBITDA).
  • Dividende: Die Ausschüttung wird überwiegend als nachhaltig eingeschätzt, solange die Frachtraten nicht massiv einbrechen. Einige Analysten behalten aber eine mögliche Anpassung im Abschwung im Blick.
  • Risiko-Rendite-Profil: Für Investoren mit Bereitschaft zu Volatilität wird Costamare als opportunistischer Ertrags- und Zykluswert eingestuft – nicht als defensiver Langfristbaustein.

Für deutsche Anleger ist besonders relevant, dass mehrere internationale Research-Häuser Costamare in Sektorreports zu „Global Shipping“ oder „Marine Transport“ führen. Im direkten Vergleich mit anderen Reedereien wird das Unternehmen oft als konservativer und charterorientierter Player beschrieben – im Gegensatz zu stärker spekulativen Spot-Markt-Akteuren.

Was heißt das konkret für Ihre Strategie? Wer als deutscher Privatanleger in Costamare investiert, setzt bewusst auf:

  • einen zyklischen Sektor mit hohem Hebel auf Welthandel und Raten;
  • eine Dividendenstory mit überdurchschnittlicher laufender Rendite;
  • ein Unternehmen, das sich eher als stabiler Flottenbetreiber denn als aggressiver Trader positioniert.

Konservative Anleger sollten das Engagement gering gewichten und auf breite Diversifikation achten. Für erfahrene Investoren mit Fokus auf Zyklen und Dividenden kann Costamare ein taktischer Baustein sein – insbesondere in Phasen, in denen die Marktstimmung gegenüber Schifffahrt gedämpft ist, die Fundamentaldaten aber stabil bleiben.

Fazit für deutsche Anleger: Costamare ist kein „sicherer Hafen“, sondern ein gezielter Spielzug auf den anhaltenden Bedarf an Containerschifffahrt – mit all der Volatilität, die das mit sich bringt. Wer die Risiken versteht, kann die Aktie als chancenreiche Beimischung nutzen; wer ruhigen Schlaf sucht, bleibt besser bei breiten Indizes und defensiven Dividendentiteln.

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