Corning, Aktie

Corning Aktie: J.P. Morgan auf Watchlist

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 16:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

J.P. Morgan setzt Corning vor Quartalszahlen auf Negativliste. Analysten sehen hohe Bewertung als Risiko, trotz starkem Jahresplus von 71 Prozent.

Corning Aktie unter Druck: J.P. Morgan setzt auf Negativliste
Abstrakte Darstellung des Technologie- und Fertigungssektors mit einem Gefühl von vorsichtigem Optimismus und Präzision. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neben einer allgemeinen Schwäche im Technologiesektor belastet eine aktuelle Einschätzung der Analysten von J.P. Morgan das Papier des Spezialglasherstellers. Die US-Bank hat den Wert auf eine Beobachtungsliste für negative Katalysatoren gesetzt, die sogenannte „Negative Catalyst Watch“. Dieser Schritt erfolgt unmittelbar vor der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal.

Der aktuelle Kurs liegt bei 130,00 €, was einem Rückgang von 6,15 % am heutigen Handelstag entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Korrektur weist die Aktie eine starke Performance auf: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 71,35 %.

Analysten skeptisch trotz solider Geschäftszahlen

Die Experten von J.P. Morgan begründen ihre vorsichtige Haltung nicht mit der operativen Leistung des Unternehmens, sondern primär mit der aktuellen Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Corning ist zuletzt deutlich gestiegen und liegt in einigen Segmenten, wie der optischen Kommunikation, bei über 40. Die Bank bestätigte ihr Kursziel von 185 US-Dollar mit der Einstufung „Neutral“. Während Passage Research die Aktie sogar von „Buy“ auf „Sell“ herabstufte, bleiben andere Häuser optimistischer. So hoben Oppenheimer und die Bank of America ihre Kursziele zuletzt auf 230 US-Dollar beziehungsweise 243 US-Dollar an.

Im ersten Quartal konnte Corning die Erwartungen des Marktes übertreffen. Das Unternehmen meldete einen Gewinn je Aktie (EPS) von 0,70 US-Dollar, was leicht über der Konsensschätzung von 0,69 US-Dollar lag. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 18,1 % auf 4,34 Milliarden US-Dollar. Für das zweite Quartal gab das Management eine Prognose für das EPS in einer Spanne von 0,73 bis 0,77 US-Dollar ab. Das Unternehmen verfolgt zudem den sogenannten „Springboard-Plan“, der bis Ende 2026 einen zusätzlichen Jahresumsatz von mehr als 4 Milliarden US-Dollar sowie eine operative Marge von 20 % vorsieht.

Technologische Innovationen und Sektordruck

Die jüngste Kursschwäche ist auch in einem breiteren Ausverkauf bei Werten für optische Kommunikation und Halbleiter begründet. Der Philadelphia Semiconductor Index verlor zuletzt 4,3 %, nachdem der Chiphersteller TSMC zwar starke Quartalszahlen präsentierte, aber durch eine Erhöhung der Investitionsprognosen auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar Sorgen über die Rendite von KI-Investitionen auslöste.

Corning sieht sich zudem mit Lieferkettenengpässen bei der Silizium-Photonik und steigenden Kosten für Seltene Erden konfrontiert. Dennoch treibt das Unternehmen technologische Neuerungen voran. Dazu gehören Singlemode-Fasern (SMF) mit einer reduzierten Dämpfung von 0,2 dB/km sowie photonische integrierte Schaltkreise (SOI PICs), die Übertragungsraten von 400 Gbps ermöglichen. Auch neue Steckverbindungen mit einem extrem niedrigen Signalverlust von weniger als 0,1 dB sollen die Position im Markt für KI-Server stärken.

Verschiebungen im Aktionärskreis und Insiderverkäufe

Im institutionellen Bereich kam es zuletzt zu größeren Umschichtungen. Die Bank of New York Mellon reduzierte ihren Anteil an Corning im ersten Quartal um 8,7 % und veräußerte knapp 587.000 Aktien. Auch J. Safra Sarasin Holding verringerte ihre Position deutlich. Im Gegensatz dazu bauten große Adressen wie Vanguard, State Street und Capital Research ihre Bestände aus.

Zusätzlich wurden Insiderverkäufe bekannt. Senior Vice President Jaymin Amin veräußerte 27.395 Aktien zu einem Kurs von 192,14 US-Dollar, während Vice President John Z. Zhang 10.000 Anteile bei einem Kurs von 198,34 US-Dollar verkaufte. In den vergangenen 90 Tagen summierten sich die Insiderverkäufe insgesamt auf 160.655 Aktien.

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