Cordiant, Digital

Cordiant Digital Infrastruct Aktie: Jahresrendite weit über Ziel

19.06.2026 - 15:25:02 | boerse-global.de

Cordiant Digital Infrastructure übertrifft mit 16,3% NAV-Wachstum das eigene Renditeziel. Treiber sind Osteuropa-Portfolio und das Prague Gateway Rechenzentrum.

Cordiant Digital Infrastruct: Jahreszahlen übertreffen Renditeziel deutlich
Cordiant - Abstrakte Darstellung von digitaler Infrastruktur und Datenfluss, die Wachstum und Konnektivität symbolisiert, mit leuchtenden Linien und Knoten. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Wer nach einem verlässlichen Zugang zu europäischer Digitalinfrastruktur sucht, hat mit Cordiant Digital Infrastructure in den vergangenen zwölf Monaten wenig zu beklagen gehabt. Das Unternehmen präsentierte heute seine Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr bis Ende März 2026 — und die Zahlen liegen deutlich über den eigenen Vorgaben.

Der ex-dividendenbereingte Nettoinventarwert je Aktie wuchs um 16,3 Prozent auf 146,0 Pence. Das selbstgesteckte Renditeziel vom Börsengang lag bei 9 Prozent jährlich. Seit dem IPO vor fünf Jahren hat Cordiant auf NAV-Basis eine annualisierte Gesamtrendite von 14 Prozent erzielt — kein einmaliges Ausreißerergebnis, sondern eine Serie konsistenter Überperformance.

Operative Stärke aus dem Osteuropa-Portfolio

Den größten Ergebnisbeitrag lieferten die beiden zentraleuropäischen Plattformen. Emitel, der polnische Betreiber von Broadcast-Türmen, Mobilfunkmasten und Glasfaser, erzielte eine Asset-Rendite von 16,8 Prozent und schüttete über 53 Millionen Pfund aus. Die tschechische CRA übertraf das noch: 22,3 Prozent Asset-Rendite, getrieben durch EBITDA-Wachstum und die erstmalige Einbeziehung des Entwicklungsgrundstücks für das Prager Gateway-Rechenzentrum in die Bewertung.

Auf Portfolioebene wuchsen die bereinigten Umsätze um 9,9 Prozent, das bereinigte EBITDA um 7,8 Prozent. Für das nächste Jahr erwartet das Management ein etwas langsameres Wachstumstempo — begründet mit zu erwartendem Kundenabgang in einzelnen Segmenten.

Rückenwind lieferte auch der Devisenmarkt. Zloty und tschechische Krone legten gegenüber dem Pfund zu und trugen rund 39 Millionen Pfund zum NAV bei. Ohne Währungseffekte hätte die Gesamtrendite bei 12,3 Prozent gelegen — immer noch deutlich über dem Zielwert.

Prager Gateway als nächster Wachstumstreiber

Das größte Einzelprojekt ist das Prague Gateway Rechenzentrum mit 26 Megawatt Gesamtleistung. Die Erdarbeiten sind abgeschlossen, Phase eins mit rund 70 Millionen Pfund Baukosten kann aus eigenen Mitteln finanziert werden. Management prüft zusätzlich, ob eine Ausweitung auf bis zu 40 Megawatt möglich ist, wenn weitere Netzkapazität gesichert werden kann. Das Projekt ist als EU-KI-Gigafabrik-Kandidat gelistet, was öffentliche Fördermittel und eine spätere Erweiterung ermöglichen könnte.

Hinzu kommen zwei neue Datenhallen in New York, der Ausbau des belgischen Datacenter-United-Portfolios in Antwerpen sowie die Integration der im September 2025 erworbenen BT-Ireland-Assets in Speed Fibre. Aus dieser Übernahme wurden bereits rund sechs Millionen Euro an Kosteneinsparungen realisiert; der volle Synergieeffekt wird ab 2027 erwartet.

Bilanz und Dividende auf solidem Fundament

Die Verschuldung liegt auf Durchsichtbasis bei 40,1 Prozent des Bruttoinventarwerts — deutlich unter der selbst gesetzten Grenze von 50 Prozent. Der Net-Leverage-Faktor von 4,6x fällt erheblich niedriger aus als der Peer-Durchschnitt von 6,5x. Früheste Fälligkeiten stehen erst im Juni 2029 an.

Die Dividende wurde um 2,3 Prozent auf 4,45 Pence je Aktie angehoben — fünftes Erhöhungsjahr in Folge. Die Deckungsquote durch bereinigte Mittel aus dem operativen Betrieb beträgt 1,7x, hat sich also gegenüber dem Vorjahr stabil gehalten.

Die Gesamtliquidität beläuft sich auf 220 Millionen Pfund aus nicht abgerufenen Kreditlinien und Kassenbeständen. Das reicht, um Prague Gateway Phase eins vollständig intern zu stemmen — und lässt Spielraum für weitere Zukäufe.

Management und Vorstand halten nach eigenen Angaben 2,3 Prozent der Aktien und sehen die Aktie weiterhin unter Wert gehandelt: Der implizite EV/EBITDA-Multiplikator auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung liege unter zehn — vergleichbare private und börsennotierte Infrastrukturwerte notierten teils beim Doppelten. Die Aufnahme in den FTSE 250 Ende April 2026 dürfte die institutionelle Visibilität schrittweise verbessern und könnte diesen Abstand mittelfristig verringern.

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