Copart Inc., US2172041061

Copart Inc-Aktie (US2172041061): Analyst senkt Kursziel und schwächerer Kursverlauf setzen Papier unter Druck

16.05.2026 - 04:52:36 | ad-hoc-news.de

Die Copart Inc-Aktie gerät nach einem gesenkten Kursziel durch Stephens und einem Rücksetzer im US-Handel stärker in den Fokus. Was steckt hinter der Neubeurteilung und der jüngsten Schwächephase des Nasdaq-Titels, der auch für deutsche Anleger interessant ist?

Copart Inc., US2172041061
Copart Inc., US2172041061

Die Copart Inc-Aktie steht nach einer Analystenreaktion und einem spürbaren Rückgang im US-Handel stärker im Blickfeld. Das Analysehaus Stephens hat Anfang Januar 2026 seine Einschätzung für den Titel bestätigt, bleibt neutral, senkt aber das Kursziel auf 33 US-Dollar, wie ein Bericht von Marketscreener vom 01.01.2026 zeigt (Marketscreener Stand 01.01.2026). Kurz darauf rutschten die Papiere an der Nasdaq zeitweise auf 32,65 US-Dollar und lagen damit am 14.05.2026 um rund 0,88 Prozent tiefer, wie eine Übersicht von Ad-hoc-news mit Verweis auf Marktinformationen berichtet (Ad-hoc-news Stand 14.05.2026).

Stand: 16.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Copart
  • Sektor/Branche: Auto-Dienstleistungen, Online-Fahrzeugauktionen, Salvage Recovery
  • Sitz/Land: Dallas, Vereinigte Staaten
  • Kernmärkte: Vereinigte Staaten, Europa, unter anderem Deutschland und das Vereinigte Königreich
  • Wichtige Umsatztreiber: Online-Auktionen von Unfall- und Gebrauchtfahrzeugen, Remarketing-Services für Versicherer, Flottenbetreiber und Autohäuser
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Nasdaq (Ticker: CPRT)
  • Handelswährung: US-Dollar (USD)

Copart Inc: Kerngeschäftsmodell

Copart Inc gilt als einer der weltweit führenden Anbieter von Online-Auktionen und Wiederverkaufsdiensten für Fahrzeuge. Das Unternehmen betreibt eine digitale Plattform, über die vor allem Unfallfahrzeuge, sogenannte Salvage-Cars, sowie Gebrauchtwagen vermarktet werden. Die Kundenbasis umfasst überwiegend Versicherungsunternehmen, Flottenbetreiber, Autohäuser, Mietwagenfirmen und staatliche Stellen, die Fahrzeuge effizient veräußern wollen, während auf der Käuferseite Händler, Exporteure, Verwerter und Reparateure dominieren. Nach Unternehmensangaben bietet Copart Auktionen mit Echtzeit-Geboten sowie ein sogenanntes virtuellem Yard-Management, bei dem Fahrzeuge inklusive Bilder und Schadensbeschreibung online präsentiert werden (Copart Website Stand 16.05.2026).

Das Geschäftsmodell ist transaktionsgetrieben: Copart verdient insbesondere an Gebühren pro versteigertem Fahrzeug, sowohl auf Verkäufer- als auch Käuferseite. Zusätzlich fallen Lager-, Transport- und Zusatzentgelte an, wenn Copart etwa Logistikdienstleistungen, Fahrzeugabholung, Dokumentenabwicklung oder Verschrottung organisiert. Durch diese Struktur skaliert der Ertrag vor allem mit der Zahl der Auktionen und dem Fahrzeugvolumen, weniger mit dem Einzelpreis eines Autos. In Phasen mit vielen Versicherungsschäden, etwa nach Naturkatastrophen oder intensiven Unfallperioden, kann das Angebot an Fahrzeugen steigen und Copart zusätzliche Umsätze bescheren.

Die Plattform ist überwiegend digital aufgestellt, was dem Unternehmen eine relativ schlanke Kostenbasis im Vergleich zu klassischen physischen Auktionen ermöglicht. Zugleich betreibt Copart jedoch ein weitreichendes Netz an Lager- und Auktionsstandorten, um Fahrzeuge zu sammeln, zu begutachten und für den Verkauf aufzubereiten. Nach Angaben aus Unternehmensunterlagen verfügte Copart zuletzt über Hunderte Standorte weltweit, wobei ein Schwerpunkt auf Nordamerika liegt. Die Kombination aus physischer Präsenz und rein internetbasiertem Bietprozess ist ein zentraler Teil der Strategie.

Für Versicherungsunternehmen bietet Copart den Vorteil standardisierter Abläufe. Fahrzeuge, die einen wirtschaftlichen Totalschaden darstellen, werden über die Plattform meist schneller und mit transparentem Bietverfahren liquidiert, als es viele Versicherer alleine organisieren könnten. Dadurch kann die Schadenabwicklung beschleunigt werden, was im Wettbewerb um Kundenservice zunehmend wichtig ist. Copart positioniert sich selbst als Partner, der Restwerte optimiert und damit in der Summe auch die Schadenkosten der Versicherer beeinflusst.

Auf der Käuferseite profitieren insbesondere Händler, Autoverwerter und Exportfirmen von der hohen Transparenz und der großen Auswahl. Die Bieter erhalten Zugriff auf Fahrzeuge mit detaillierten Fotos, Schadensreports und technischen Daten. Dies erleichtert die Einschätzung von Reparaturkosten oder Wiederverkaufserlösen und senkt Informationsasymmetrien, die bei traditionellen Auktionen stärker ausgeprägt waren. Copart verdient an dieser effizienteren Preisfindung über Gebühren, ohne eigene Preisrisiken auf Lagerbestände in großem Stil zu tragen.

Wesentlich für das Kerngeschäft ist zudem die Fähigkeit, regulatorische Anforderungen rund um Fahrzeugpapiere, Titelumschreibungen, Exportauflagen und Umweltvorschriften zu erfüllen. Copart hat in vielen Märkten Prozesse etabliert, um beispielsweise den Umgang mit als Totalschaden eingestuften Fahrzeugen zu standardisieren. Das reicht von der Deklaration als Schrottfahrzeug bis zur Abwicklung von Exporten in Länder, in denen diese Fahrzeuge weiter genutzt oder zerlegt werden dürfen.

In den vergangenen Jahren hat sich Copart stärker als Technologieplattform präsentiert, die auf automatisierte Gebotsprozesse, Datenanalysen und eine hohe Skalierbarkeit setzt. So nutzt das Unternehmen etwa Algorithmen und eigene Datenpools, um Bietern eine effizientere Suche nach passenden Fahrzeugen zu ermöglichen. Für Verkäufer liefern Auswertungen Hinweise, wie sich Nachfrage nach bestimmten Modellen, Fahrzeugklassen oder Schadensarten entwickelt. Diese datengetriebene Ausrichtung soll helfen, Margen zu stabilisieren und das Geschäft gegen zyklische Schwankungen in der Automobilbranche abzusichern.

Für die Kapitalmarktstory spielt zudem die wiederkehrende Nachfrage eine große Rolle. Versicherer, Autovermieter und Flottenbetreiber erzeugen kontinuierlich Volumen, weil laufend neue Unfall- oder Rückläuferfahrzeuge anfallen. Copart profitiert damit von einem strukturbedingt relativ stabilen Zufluss an Vermarktungsobjekten, auch wenn konjunkturelle Einbrüche oder Veränderungen im Fahrverhalten die langfristigen Mengen durchaus beeinflussen können. Diese Basis wiederkehrender Transaktionen ist ein wesentlicher Baustein des Geschäftsmodells.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Copart Inc

Zu den größten Umsatztreibern von Copart zählen die nordamerikanischen Auktionen von Unfall- und Gebrauchtfahrzeugen. Der US-Markt steht im Mittelpunkt, weil dort sowohl die Zahl der registrierten Fahrzeuge als auch die Versicherungsdichte hoch ist. Entsprechend groß ist die Menge an Autos, die nach Kollisionen, Naturereignissen oder aufgrund von Alter und Laufleistung aussortiert werden. Copart generiert in dieser Region einen erheblichen Teil seines Gebührenumsatzes. Naturkatastrophen wie Hurrikane oder Überschwemmungen können in einzelnen Jahren zusätzliche Volumenschübe erzeugen, da viele beschädigte Fahrzeuge auf einen Schlag abgewickelt werden.

Ein weiterer wichtiger Treiber sind die Vertragsbeziehungen zu großen Versicherern. Je mehr Versicherungen Copart exklusiv oder bevorzugt nutzen, desto stabiler ist das Zuflussprofil von Fahrzeugen. Diese Verträge sorgen für Planungssicherheit und erleichtern Investitionen in neue Standorte, IT-Systeme und Serviceangebote. In Unternehmenspräsentationen wird regelmäßig darauf hingewiesen, dass Copart mit zahlreichen der führenden US-Versicherer zusammenarbeitet (Copart Investor Relations Stand 16.05.2026). Konkrete Namen und Vertragslaufzeiten sind jedoch oft vertraulich, sodass Anleger sich an allgemeinen Wachstumszahlen orientieren müssen.

Internationales Wachstum trägt zunehmend zum Gesamtgeschäft bei. Copart hat in den vergangenen Jahren seine Präsenz in Europa ausgebaut, unter anderem im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Spanien und weiteren Märkten. Dabei dient das nordamerikanische Plattformmodell als Blaupause. In Europa spielen teilweise andere Regulierungen und Schadensstrukturen eine Rolle, die das Wachstumstempo beeinflussen. Dennoch sieht Copart den europäischen Markt langfristig als relevante Ergänzung, insbesondere weil Fahrzeugbestände und Versicherungsquoten auch hier hoch sind. Für deutsche Anleger ist interessant, dass Copart in Deutschland selbst aktiv ist und so indirekt auch von Entwicklungen auf dem heimischen Automarkt profitiert.

Neben den reinen Auktionen gewinnt das Angebot zusätzlicher Services an Gewicht. Dazu zählen etwa Transportlösungen, das Management von Fahrzeugtiteln, Exportdienstleistungen, das Recycling von Fahrzeugteilen oder die Vermittlung an Verwertungsbetriebe. Solche Zusatzleistungen erhöhen die durchschnittlichen Erlöse pro Fahrzeug. Zugleich binden sie Kunden stärker an die Plattform, weil Copart nicht nur als Auktionshaus, sondern als Full-Service-Partner für die gesamte Verwertungskette auftritt.

Technologische Innovationen sind ein weiterer Produkt- und Umsatztreiber. Copart investiert in die Verbesserung der Nutzeroberflächen, in mobile Anwendungen für Bieter, in automatisierte Bildverarbeitung sowie in datengetriebene Preisschätzungen. Je einfacher und intuitiver der Zugang zur Plattform ist, desto größer kann die Bieterbasis werden. Eine höhere Zahl aktiver Bieter pro Auktion kann wiederum die erzielbaren Preise nach oben treiben und die Attraktivität für Verkäufer erhöhen. Dies erzeugt einen Plattformeffekt, bei dem Angebot und Nachfrage sich gegenseitig verstärken.

Zudem spielt der Ausbau des internationalen Käufernetzwerks eine Rolle. Viele Fahrzeuge, die in einem Markt als wirtschaftlicher Totalschaden gelten, lassen sich in anderen Regionen profitabel instand setzen oder ausschlachten. Copart vernetzt daher internationale Käufer mit Verkäufern und ermöglicht grenzüberschreitende Flüsse von Gebraucht- und Unfallfahrzeugen. Damit erschließt die Plattform zusätzliche Nachfrage und kann Preise stabilisieren, die lokal möglicherweise unter Druck wären. Die Fähigkeit, internationale Logistik und Exportformalitäten zu koordinieren, ist daher ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Auf der Kostenseite sind Effizienzsteigerungen ein indirekter Ertragstreiber. Durch standardisierte Prozesse, zentrale IT-Strukturen und kontinuierliche Automatisierung kann Copart seine Betriebskosten im Verhältnis zum Transaktionsvolumen begrenzen. Größere Lager- und Auktionsstandorte erzielen Skaleneffekte, während digitale Prozesse manuelle Tätigkeiten reduzieren. Eine verbesserte Auslastung der Standorte kann so zu einer steigenden Marge führen, selbst wenn die Einnahmen pro Fahrzeug nur moderat wachsen.

Auch die zunehmende Elektrifizierung der Fahrzeugflotten hat potenzielle Auswirkungen auf das Geschäft. Elektrofahrzeuge unterscheiden sich in Struktur, Reparaturaufwand und Restwertprofil von klassischen Verbrennern. Copart muss hier Prozesse und Expertise anpassen, um beschädigte E-Autos sicher zu lagern, zu transportieren und zu verwerten. Gelingt dies, könnten wachsende Bestände an Elektrofahrzeugen langfristig neue Erlösmöglichkeiten schaffen, etwa durch spezialisierte Auktionen oder die Vermarktung von Batteriemodulen an Recycler.

Regulatorische Veränderungen können dagegen sowohl Chancen als auch Risiken darstellen. Strengere Unfall- und Sicherheitsanforderungen können dazu beitragen, dass Fahrzeuge früher aus dem Verkehr gezogen und über Plattformen wie Copart vermarktet werden. Umgekehrt könnten verschärfte Umweltauflagen die Verwertung von Unfallfahrzeugen verteuern, insbesondere bei Exporten in bestimmte Länder. Copart reagiert auf solche Entwicklungen, indem das Unternehmen seine Prozesse anpasst und mit Behörden zusammenarbeitet, um Compliance sicherzustellen.

Ein wichtiges Thema ist außerdem der Einfluss makroökonomischer Faktoren auf das Bieter- und Käuferverhalten. In Phasen hoher Zinsen und konjunktureller Unsicherheit kann die Nachfrage nach günstigeren Gebraucht- und Unfallfahrzeugen steigen, weil Endkunden und Händler kostenbewusster agieren. Dies könnte Auktionen auf Copart-Plattformen beleben. In Boomphasen mit starker Neuwagennachfrage kann der Fokus stärker auf neuen Fahrzeugen liegen, wobei dennoch kontinuierlich ein Strom an Unfallfahrzeugen anfällt. Copart befindet sich damit in einem Spannungsfeld zwischen zyklischen Einflüssen und strukturellen Dauerfaktoren.

Für Anleger ist in diesem Zusammenhang relevant, dass die Copart-Aktie in den vergangenen Monaten eine Phase höherer Volatilität erlebt hat. Laut einem Marktüberblick bei Ad-hoc-news wurden die Papiere am 13.05.2026 bei 32,94 US-Dollar und in nachbörslichen Indikationen bei 32,86 US-Dollar gesehen (Ad-hoc-news Stand 14.05.2026). Bereits dieser moderate Rückgang zeigt, dass Investoren die Wachstums- und Bewertungsstory aktiv hinterfragen, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Zinsen und eines abkühlenden Marktumfelds für Wachstumswerte.

Ein weiterer Katalysator für die Umsatzentwicklung ist der anstehende Zahlenzyklus. Laut einem Terminkalender von Finanzen.net sollen die Quartalszahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 am 21.05.2026 veröffentlicht werden (Finanzen.net Stand 15.05.2026). In der Vergangenheit nutzte Copart solche Termine, um neben den reinen Erlös- und Ergebnissdaten auch neue Standorte, digitale Initiativen oder Projektfortschritte im internationalen Ausbau zu skizzieren. Marktteilnehmer dürften die Zahlen daher genau prüfen, um abzuschätzen, ob das Unternehmen seine Wachstumsziele trotz des anspruchsvolleren Umfelds halten kann.

Historisch konnte Copart sowohl Umsatz als auch Gewinn über längere Zeiträume steigern. In zurückliegenden Berichtsperioden meldete das Unternehmen regelmäßig ein zweistelliges Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr und verbesserte Margen, etwa im Geschäftsjahr 2023, das im Herbst 2023 kommuniziert wurde. In diesen Berichten wurden steigende Transaktionszahlen und eine wachsende internationale Präsenz als Hauptgründe genannt. Zwar liegen ältere Zahlen außerhalb des aktuellen Nachrichtenfensters, sie dienen aber als Kontext dafür, dass Investoren hohe Erwartungen an die Fortsetzung dieses Wachstumspfads knüpfen.

Die Bewertung der Copart-Aktie reflektierte in der Vergangenheit häufig einen deutlichen Aufschlag gegenüber klassischen Autohändlern, da der Markt in Copart eher eine skalierbare Technologie- und Plattformstory sah. In einem Umfeld mit höherem Zinsniveau kann ein solcher Bewertungsaufschlag jedoch unter Druck geraten. Dies erklärt teilweise, warum Analysten wie Stephens zwar die fundamentale Qualität des Geschäfts anerkennen, aber beim Kursziel vorsichtiger agieren. Die Herabsetzung des Kursziels auf 33 US-Dollar Anfang Januar 2026 zeigt, dass auch auf Analystenseite ein stärkerer Fokus auf Bewertung und Gewinnqualität gelegt wird.

Für deutsche Anleger, die über Xetra oder Tradegate häufig indirekt auf US-Werte zugreifen, ist die internationale Ausrichtung von Copart ein wichtiger Aspekt. Die Geschäftsaktivitäten in Europa, darunter in Deutschland, verbinden globale Trends im Automarkt mit dem heimischen Marktumfeld. Damit bietet Copart einen Hebel auf Themen wie Gebrauchtwagenknappheit, Reparaturkosten, Restwertentwicklung und Recycling, die auch hierzulande diskutiert werden. Gleichzeitig bleiben Währungsrisiken, weil die Aktie in US-Dollar an der Nasdaq notiert.

Die Rolle digitaler Geschäftsmodelle im Automobilsektor wird zudem breiter diskutiert. Während viele Unternehmen auf Online-Neuwagenverkauf oder Abo-Modelle setzen, fokussiert Copart auf das Ende des Fahrzeuglebenszyklus. Dieser Bereich ist stark fragmentiert und historisch weniger digitalisiert als der Neuwagenhandel. Copart versucht, diese Lücke zu schließen und sich als dominanter Marktplatz zu etablieren. Gelingt dies, könnte das Unternehmen langfristig von Netzwerkeffekten profitieren, bei denen sich immer mehr Verkäufer und Käufer auf einer Plattform sammeln.

Zur Bewertung der Aktie wird oft auch der Vergleich mit traditionellen Kfz-Auktionshäusern und Wettbewerbern im Salvage-Segment herangezogen. Copart hat sich in diesem Umfeld durch eine frühe Fokussierung auf Online-Auktionen abgehoben und einen technologischen Vorsprung aufgebaut. Der Wettbewerb schläft jedoch nicht, und in einigen Märkten treten lokale Anbieter auf, die ähnliche Services bieten. Wie stark Copart seine Marktanteile langfristig sichern kann, hängt daher auch davon ab, wie konsequent das Unternehmen in Technologie, Servicequalität und internationale Expansion investiert.

Die jüngste Kursentwicklung zeigt, dass die Aktie auf Nachrichten und Stimmungsumschwünge sensibel reagiert. Laut der Übersicht bei Ad-hoc-news gaben die Papiere am 14.05.2026 nach einer Phase erhöhter Volatilität auf 32,65 US-Dollar nach, was einem Tagesverlust von rund 0,88 Prozent entsprach (Ad-hoc-news Stand 14.05.2026). Zuvor hatten Investoren die Bewertung und das Wachstumspotenzial neu justiert. Dies unterstreicht, dass Marktteilnehmer bei Bewertungsfragen inzwischen selektiver agieren, insbesondere im Umfeld steigender Finanzierungskosten und einer generellen Rotation zwischen Wachstums- und Substanzwerten.

Ein zusätzlicher Aspekt, der die Wahrnehmung von Copart beeinflusst, ist die Diskussion um Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Die Wiederverwertung von Fahrzeugen, die über die Plattform vermarktet werden, kann zu einer effizienteren Nutzung vorhandener Ressourcen beitragen. Teile aus Unfallfahrzeugen werden weiterverwendet oder recycelt, was Abfall reduziert. Gleichzeitig steht der internationale Transport von Fahrzeugen in einem Spannungsfeld zu Klimazielen, da lange Transportwege Emissionen verursachen. Copart muss hier einen Ausgleich finden und könnte mittelfristig stärker auf transparente Nachhaltigkeitsberichte setzen, um Investoren ein klareres Bild zu geben.

Interessant ist auch, wie sich neue Technologien wie autonome Fahrfunktionen und fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme langfristig auf das Geschäft auswirken könnten. Einerseits könnten solche Systeme die Zahl schwerer Unfälle reduzieren, was das Angebot an Salvage-Fahrzeugen verringern würde. Andererseits erhöhen komplexe Sensorik und Software den Reparaturaufwand, sodass Fahrzeuge bei bestimmten Schäden schneller als wirtschaftlicher Totalschaden eingestuft werden könnten. Dies könnte das Salvage-Volumen stabil halten oder sogar erhöhen, auch wenn die Unfallhäufigkeit sinkt.

Die Struktur des US-Versicherungsmarktes mit vielen Anbietern, intensiver Konkurrenz und hohem Kostendruck begünstigt Dienstleister wie Copart, die Effizienz in der Schadenabwicklung versprechen. Versicherer stehen unter dem Druck, Schadenquoten zu optimieren und Prozesse zu automatisieren. Copart positioniert sich hier als Partner, der einen wichtigen Teil der Wertschöpfungskette übernimmt. Gleichzeitig sind Versicherer anspruchsvolle Kunden, die Preise und Konditionen genau prüfen. Es ist daher denkbar, dass Copart in Verhandlungen regelmäßig Effizienzgewinne an die Kunden weitergeben muss, was den Preissetzungsspielraum begrenzt.

Für Anleger bleibt außerdem die Kapitalallokation des Unternehmens ein zentrales Thema. Historisch hat Copart viel Kapital in den Ausbau seines Standortnetzes und in Technologie investiert. Die Frage, wie viel freie Liquidität künftig in organisches Wachstum, Akquisitionen, Schuldenabbau oder mögliche Rückflüsse an Aktionäre fließt, ist für die Bewertung relevant. Bisher standen Investitionen in Expansion im Vordergrund, während große Dividenden oder umfangreiche Aktienrückkäufe weniger im Zentrum standen. Ob sich diese Politik in den kommenden Jahren ändert, ist offen und dürfte bei Investoren aufmerksam verfolgt werden.

Insgesamt zeigt sich, dass Copart in einem spezialisierten, aber global relevanten Segment des Automarktes tätig ist. Die Kombination aus digitaler Plattform, physischer Infrastruktur und engen Beziehungen zu Versicherern bietet Chancen, geht aber auch mit operativen und regulatorischen Herausforderungen einher. Die aktuelle Phase mit einer neutralen Analystenbewertung, einem gesenkten Kursziel und einer volatileren Kursentwicklung macht deutlich, dass der Markt weitere Belege für nachhaltiges Wachstum und stabile Margen sehen möchte.

Weiterlesen

Weitere News und Entwicklungen zur Aktie können über die verlinkten Übersichtsseiten erkundet werden.

Mehr News zu dieser AktieInvestor Relations

Fazit

Die Copart Inc-Aktie befindet sich aktuell in einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit, weil eine neutrale Einstufung durch Stephens mit gesenktem Kursziel auf 33 US-Dollar und eine spürbare Kursschwäche rund um 32,65 US-Dollar den Bewertungsdruck sichtbar machen. Das Unternehmen bleibt jedoch ein bedeutender Player im Markt für Online-Fahrzeugauktionen und Salvage-Verwertung, der von strukturellen Trends wie Digitalisierung, effizienterer Schadenabwicklung und internationaler Nachfrage nach Gebraucht- und Unfallfahrzeugen profitiert. Für deutsche Anleger ist Copart vor allem als globaler Plattformanbieter interessant, der auch im europäischen und deutschen Markt aktiv ist, gleichzeitig aber in US-Dollar notiert und somit Währungs- und Bewertungsrisiken mit sich bringt. Wie sich die Aktie weiter entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die kommenden Quartalszahlen und strategischen Schritte das Vertrauen in nachhaltiges Wachstum und stabile Margen untermauern.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

So schätzen die Börsenprofis Copart Inc. Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis  Copart Inc. Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | US2172041061 | COPART INC. | boerse | 69347188 | bgmi