Confer: Signal-Erfinder startet KI-Assistenten mit Privatsphären-Garantie
16.01.2026 - 03:13:12Moxie Marlinspike, der kryptografische Visionär hinter der Verschlüsselungs-App Signal, greift die Tech-Giganten mit einem neuartigen KI-Assistenten an. Sein Confer verspricht volle Nutzungsfunktionen ohne die übliche Datensammelwut.
Das diese Woche gestartete System wendet das gleiche Privatsphären-Prinzip an, das Signal zum Standard für verschlüsselte Kommunikation machte. Kernversprechen: Alle Nutzer-Gespräche sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt – selbst für die Betreiber unlesbar. Damit stellt sich Confer direkt gegen das vorherrschende Geschäftsmodell der KI-Branche, das auf riesigen Nutzerdaten-Pools für Training und Verbesserung setzt.
Eine neue Architektur für private KI
Confer setzt auf eine robuste Sicherheitsarchitektur mit zwei Schlüsseltechnologien: Passkeys und Trusted Execution Environments (TEEs). Nutzeranfragen werden bereits auf dem eigenen Gerät verschlüsselt, bevor sie die Server erreichen. Die Schlüssel dazu verlassen niemals den Besitz der Nutzer.
Passend zum Thema KI‑Regulierung – die EU‑KI‑Verordnung ist bereits in Kraft und stellt Anbieter vor neue Pflichten, von Risikoklassifizierung über Kennzeichnung bis zu umfassender Dokumentation. Wer jetzt nicht handelt, riskiert Sanktionen und aufwändige Nachrüstungen, besonders bei sensiblen Systemen wie privaten, verschlüsselten Assistenten. Dieses kostenlose E‑Book fasst die Anforderungen praxisnah zusammen und zeigt konkrete Umsetzungsschritte. Jetzt den kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Auf den Servern angekommen, werden die Daten ausschließlich innerhalb einer TEE verarbeitet – einem abgeschotteten Hardware-Bereich, der selbst den Server-Betreibern den Zugriff verwehrt. Erst dort generiert das große Sprachmodell seine Antwort, die dann wieder verschlüsselt zum Nutzer zurückgeschickt wird. Diese Methode kontrastiert scharf mit gängigen KI-Diensten, bei denen Nutzerdaten oft im Klartext gespeichert und für Überprüfungen, gerichtliche Vorladungen oder künftiges Modell-Training zugänglich sind.
KI-Privatsphäre als Geschäftsmodell
Der Start von Confer fällt in eine Zeit wachsender öffentlicher und regulatorischer Besorgnis über Datenschutz in der KI. Vorfälle wie eine gerichtliche Anordnung vom Mai 2025, die OpenAI zur Aufbewahrung aller ChatGPT-Nutzerprotokolle verpflichtete, haben die Risiken aktueller Plattformen verdeutlicht. Marlinspike argumentiert: Die intime Natur von KI-Gesprächen – die persönliche Gedanken, berufliche Dilemata und sensible Informationen enthalten können – verlange höchste Privatsphären-Standards.
Die gesamte Software von Confer ist Open Source, was eine öffentliche Überprüfung der Sicherheitsversprechen ermöglicht. Diese Transparenz soll Vertrauen bei sicherheitsbewussten Nutzern, Entwicklern und Organisationen wie Schulen oder Krankenhäusern schaffen. Die aktuelle, kostenlose Version nutzt verschiedene Open-Source-Modelle – der Fokus liegt klar auf dem Sicherheitsrahmen, nicht auf spezifischen Modellfähigkeiten.
Signal-Effekt für die KI-Branche?
Confer könnte einen ähnlichen Branchenwandel auslösen, wie Signals Verschlüsselungsprotokoll ihn für Messenger wie WhatsApp brachte. Indem es eine funktionierende, privatsphärenbewahrende Alternative bietet, könnte der Dienst größere Konkurrenten zwingen, ihre eigenen Datenpraktiken zu überdenken. Die Nachfrage nach sicheren KI-Lösungen wächst, besonders bei Unternehmen, die mit sensiblen Geschäfts- und Personendaten umgehen.
Wird sich durchsetzen, wer die beste KI hat – oder wer das größte Vertrauen schafft? Mit Confer betritt ein starker neuer Akteur das Feld, der Gespräche mit einer KI genauso privat halten will wie Gespräche mit einem Menschen.
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