Commerzbank Aktie: Squeeze-out blockiert
22.06.2026 - 20:57:43 | boerse-global.de
UniCredit greift nach der Commerzbank. Die Italiener haben sich fast die Hälfte der Anteile gesichert. Die Bundesregierung stellt sich nun quer und will ihre restlichen Aktien behalten. Damit platzt der Traum von der schnellen Komplettübernahme.
Bund behält seine Sperrminorität
Für einen sogenannten Squeeze-out braucht UniCredit 90 Prozent des Grundkapitals. Nur dann kann die Bank verbleibende Minderheitsaktionäre zwangsweise abfinden. Der Bund hält als zweitgrößter Aktionär rund 12 Prozent. Er denkt nicht an einen Verkauf. Die Regierung lehnt das Vorgehen der Italiener ab. Man wolle den Mittelstand und die Beschäftigten in Deutschland schützen.
Italiener stocken massiv auf
UniCredit-Chef Andrea Orcel baut seine Position trotzdem weiter aus. Die reguläre Frist für das Umtauschangebot endete Mitte Juni. Die Bank hat nun Zugriff auf knapp 40 Prozent der Papiere. Rechnet man Kaufoptionen dazu, steigt der Wert auf 42,5 Prozent. Zieht die Commerzbank bald eigene Aktien ein, klettert der Anteil auf über 44 Prozent.
Aktie gibt leicht nach
Am Aktienmarkt macht sich Ernüchterung breit. Erst vor wenigen Tagen erreichte das Papier ein neues Jahreshoch. Die Folge: leichte Gewinnmitnahmen. Die Aktie verliert heute gut ein Prozent und fällt auf 37,88 Euro. Ein wesentlicher Grund für den Dämpfer ist die harte Haltung aus Mailand. UniCredit lehnt eine Nachbesserung des Angebots strikt ab. Das Management der Commerzbank hält die Prämie weiterhin für zu niedrig.
Entscheidung fällt im Juli
Eine zusätzliche Annahmefrist für Aktionäre läuft noch bis zum 3. Juli. Das endgültige Ergebnis der Übernahmeofferte folgt am 8. Juli. Ein schnelles Übernahmeszenario ist durch die Blockade aus Berlin unwahrscheinlich geworden. Die Commerzbank-Führung nutzt diese Atempause. Sie will ihre Finanzziele anheben. Das soll die Eigenständigkeit des Frankfurter Instituts absichern.
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