Commerzbank Aktie: EZB greift bei UniCredit ein
24.06.2026 - 05:08:46 | boerse-global.de
Andrea Orcel macht den nächsten Schritt im Kampf um die Commerzbank. Der UniCredit-Chef rechnet in Kürze damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) eingreift. Die Aufseher dürften eine faktische Kontrolle der Italiener über das Frankfurter Institut feststellen. Das ändert die Spielregeln für die Übernahme.
Höhere Kapitalpuffer nötig
UniCredit hat massiv aufgestockt. Die Bank hält bereits über 30 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank. Über Derivate sicherten sich die Italiener obendrein den Zugriff auf bis zu 42,5 Prozent. Dieser Wert liegt über der Sperrminorität.
Daher schaltet sich die EZB ein. Die Aufseher stufen UniCredit voraussichtlich als kontrollierendes Unternehmen ein. Die Folge: UniCredit muss höhere Kapitalpuffer vorhalten. Damit deckt die Bank die Risiken der Commerzbank ab. Orcel betonte am Dienstag, sein Institut sei auf dieses Szenario vorbereitet. Zuvor hatte er diesen Schritt lange vermieden. Jetzt dient der Vorgang als rechtliche Basis für eine vollständige Integration.
Harte Fronten in Frankfurt und Berlin
Ein Zusammenschluss mit der HypoVereinsbank würde die Marktposition der Italiener in Deutschland massiv stärken. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank lehnen die Pläne allerdings strikt ab. Sie raten ihren Aktionären, das Angebot auszuschlagen. Auch die Bundesregierung blockiert. Der Bund hält weiterhin rund 12 Prozent der Anteile. Berlin pocht auf die Eigenständigkeit des Instituts.
Aktie in Schlagdistanz zum Hoch
An der Börse zeigt sich die Commerzbank robust. Die Aktie schloss am Dienstag bei 37,79 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 3,51 Prozent auf der Kurstafel.
Auf Sicht von zwölf Monaten beläuft sich der Gewinn auf gut 31 Prozent. Der Aufwärtstrend bleibt intakt. Die Aktie handelt komfortabel über der 50-Tage-Linie von 36,25 Euro.
Frist endet im Juli
Die zweite Annahmefrist für das Übernahmeangebot läuft bis zum 3. Juli 2026. Das finale Ergebnis veröffentlicht UniCredit voraussichtlich am 8. Juli. Dann herrscht Klarheit über die genauen Machtverhältnisse. Die endgültige Übernahme zieht sich indes hin. UniCredit rechnet erst im Jahr 2027 mit einem Abschluss. Zuvor müssen noch diverse Behörden zustimmen.
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