Comau bringt zertifizierten Leichtbau-Exoskelett auf den Markt
17.02.2026 - 12:09:12 | boerse-global.deDie Industrie setzt verstärkt auf zertifizierte, leichte Exoskelette, um Arbeiter zu entlasten. Ein neues Modell von Comau und aktuelle Studien untermauern den Trend hin zur menschenzentrierten Automatisierung.
Der Markt für tragbare Robotik erlebt einen Wendepunkt. Kürzlich vorgestellte, passive Exoskelette und neue klinische Daten zeigen: Die Technologie wird alltagstauglich und massentauglich. Im Fokus steht die Erweiterung des Portfolios des Automatisierungsspezialisten Comau um das Modell MATE-XT GO. Gleichzeitig liefert eine neue Studie wichtige Erkenntnisse zum Einsatz von Exoskeletten bei komplexen Hebevorgängen.
MATE-XT GO: Leicht, schnell, zertifiziert
Comau hat mit dem MATE-XT GO ein passives Exoskelett für den Oberkörper auf den Markt gebracht. Fachmedien wie Electronics360 heben vor allem das Leichtgewicht und die einfache Handhabung hervor. Mit einem Gewicht von unter drei Kilogramm lässt sich das System in etwa 30 Sekunden anlegen und in nur zehn Sekunden wieder ablegen. Dieser „Plug-and-Play“-Ansatz soll eine zentrale Hürde für die Einführung überwinden: den Zeitaufwand für das Anlegen der Ausrüstung.
Das System nutzt einen passiven Feder-Mechanismus, um Schultern und Arme bei repetitiven Überkopfarbeiten zu unterstützen. Laut Herstellerangaben kann es die Muskelaktivität und die empfundene Anstrengung um bis zu 50 Prozent reduzieren. Entscheidend ist eine neue Zertifizierung: Der MATE-XT GO ist als Kategorie-II-Persönliche Schutzausrüstung (PSA) nach der EU-Verordnung 2016/425 eingestuft. Diese regulatorische Anerkennung ebnet den Weg für den Einsatz in kontrollierten Arbeitsumgebungen und erleichtert die Integration in betriebliche Sicherheitskonzepte.
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Entwickelt wurde das Exoskelett in Zusammenarbeit mit IUVO, einem Spin-off der Scuola Superiore Sant’Anna. Es richtet sich an ein breites Anwendungsspektrum – von Automobilmontagelinien über Baustellen bis hin zur Landwirtschaft.
Studie belegt Nutzen bei komplexen Bewegungen
Parallel zu den Produktneuheiten liefert die Wissenschaft wichtige Argumente für den Einsatz der Technik. Eine am vergangenen Samstag vom Exoskeleton Report vorgestellte Studie konzentrierte sich auf den Einsatz von rückenunterstützenden Exosuits bei „asymmetrischen“ Arbeiten.
Bisher testeten die meisten ergonomischen Studien Exoskelette bei symmetrischen Hebevorgängen. Die Realität in Lagern oder auf Baustellen sieht jedoch oft anders aus: Sie beinhaltet Drehungen, Wendungen und ungleichmäßige Lastverteilung. Die neue Forschung untersuchte den HeroWear Apex-Exosuit speziell bei asymmetrischen Schaufelarbeiten – sowohl im Labor als auch im Feldversuch.
Die Ergebnisse sind vielversprechend: Das Tragen des Exosuits reduzierte die Aktivität der Lendenmuskulatur auf der belasteten Körperseite signifikant. Dies liefert Sicherheitsverantwortlichen kritische Daten. Sie zeigen, dass weiche Exosuits auch bei komplexen, nicht-linearen Bewegungen Schutz bieten können, die berüchtigt für Verletzungen des unteren Rückens sind.
Zertifizierung ebnet Weg für den Massenmarkt
Die Einstufung von Geräten wie dem MATE-XT GO als PSA der Kategorie II markiert eine Reifung des Marktes. Branchenanalysten sehen darin den Schritt weg von experimentellen Pilotprojekten hin zu zertifizierter Sicherheitsausrüstung – eine Grundvoraussetzung für den großflächigen Einsatz.
Laut Berichten kommt Comaus Wearable-Technologie bereits bei rund 3.000 Unternehmen weltweit zum Einsatz. Der Trend zur „Human-Centric Automation“ priorisiert Technologien, die den Menschen unterstützen, anstatt ihn zu ersetzen. Durch die Verringerung von körperlicher Belastung und dem Risiko für muskuloskelettale Erkrankungen werden diese Systeme zunehmend als wesentlicher Bestandteil von Arbeitsschutzstrategien gesehen, nicht nur als Produktivitätswerkzeuge.
Die Entwicklung ist global: In Japan startete kürzlich der „Assist Suit Concierge“-Service, der Unternehmen bei der Auswahl der richtigen Lösung unterstützt. Dies signalisiert, dass die Branche von der Produktentwicklung in die Phase der Marktbildung und Implementierung übergeht.
Ausblick: Demokratisierung der Technologie
Die Kombination aus leichten Materialien, passiver Aktorik und strenger Sicherheitszertifizierung dürfte die Demokratisierung der Exoskelett-Technologie beschleunigen. Kostengünstige, wartungsfreie Lösungen wie der MATE-XT GO machen die Technologie auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zugänglich.
Für 2026 erwarten Branchenbeobachter eine Flut weiterer „Real-World“-Studien, die langfristige Gesundheitseffekte und die Wirtschaftlichkeit beleuchten. Dies sind die letzten Hürden für eine flächendeckende Adoption. Mit etablierten Playern wie Comau und klaren regulatorischen Standards scheint das Exoskelett-Jahr 2026 eines der Integration in die globale Arbeitswelt zu werden.
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