Cleverbuy meldet Insolvenz an – Geschäftsführer in U-Haft
28.04.2026 - 14:32:19 | boerse-global.deDas Krefelder Unternehmen hat seinen Betrieb sofort eingestellt und Insolvenz angemeldet. Parallel dazu sitzt der Geschäftsführer in Untersuchungshaft – ihm droht ein Prozess wegen gewerbsmäßigen Betrugs.
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Sofortiger Betriebsstopp
Besucher der Cleverbuy-Website sehen nur noch eine Kundeninformation: Der An- und Verkauf gebrauchter Elektronik ist mit sofortiger Wirkung eingestellt. „Aus Rechtsgründen“, wie das Unternehmen mitteilt. Kunden sollen keine Geräte mehr einschicken – die Annahme von Paketen werde verweigert.
Grund für den Zusammenbruch sind akute Zahlungsprobleme. Ein letzter Rettungsversuch scheiterte: Die geplante Übernahme durch die DIS-CONNECT GmbH kam nicht zustande. Jetzt liegt die Zukunft des Anbieters in den Händen eines Insolvenzverwalters, der noch offiziell benannt werden muss.
Betrugsvorwürfe und Prozessauftakt
Der Geschäftsführer sitzt wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Gemeinsam mit einer leitenden Mitarbeiterin wird ihm gewerbsmäßiger Betrug und Kennzeichenverletzung vorgeworfen. Der Prozess vor dem Amtsgericht Krefeld hat bereits begonnen.
Es geht zunächst um 115 Fälle seit Ende 2022: Kunden schickten ihre Geräte ein, erhielten aber keine oder nur verspätete Auszahlungen. Der Schaden: rund 73.600 Euro. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs – der Staatsanwaltschaft liegen über 1.000 Strafanzeigen vor.
Dazu kommen Vorwürfe der Markenpiraterie. Die Angeklagten sollen gebrauchte Geräte mit gefälschten Apple- und Samsung-Siegeln versehen und als Neuware verkauft haben. Beide Konzerne haben Anzeige erstattet.
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Warnungen ignoriert
Für Verbraucherschützer kommt der Zusammenbruch nicht überraschend. Bereits seit Ende 2024 warnten die Verbraucherzentralen und der vzbv vor Cleverbuy. Kunden berichteten von monatelangen Wartezeiten auf Auszahlungen. Der vzbv klagte erfolgreich wegen irreführender Werbung.
Besonders dreist: Cleverbuy bewarb sich mit Bestnoten und positiven Google-Zitaten – obwohl das tatsächliche Rating auf Bewertungsportalen bei mageren 1,3 von 5 Sternen lag. Negative Rezensionen wurden systematisch gelöscht.
Was Kunden jetzt tun sollten
Für Verbraucher mit offenen Forderungen ist die Lage unübersichtlich. Wer bereits Geräte verschickt hat, muss seine Ansprüche im Insolvenzverfahren anmelden. Pakete, die noch unterwegs sind, sollten umgehend beim Versanddienstleister gestoppt werden.
Ob und wie viel Geld zurückkommt, hängt von der Insolvenzmasse ab. Der Strafprozess wird Anfang Mai fortgesetzt. Das Verfahren gilt als richtungsweisend für die gesamte Branche – der Online-Ankaufhandel ist durch schwarze Schafe zunehmend in Verruf geraten.
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