Cicor, Aktie

Cicor Aktie: Stellenabbau für mehr Marge

16.06.2026 - 11:08:55 | boerse-global.de

Cicor streicht 220 Stellen und verkauft den Standort Tunesien, um die Profitabilität langfristig zu steigern.

Cicor Aktie: Kostensenkung durch Stellenabbau und Standortverkauf
Cicor - Eine einzelne, silhouettierte Figur steht nachdenklich in einem modernen Büro und blickt auf eine Stadt hinaus. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Cicor schraubt an seiner Kostenstruktur — und das mit bemerkenswerter Konsequenz. Der Schweizer Elektronikfertiger hat heute ein Integrations- und Produktivitätsprogramm angekündigt, das den Abbau von rund 220 Stellen umfasst und langfristig die Profitabilität deutlich verbessern soll.

Tunesien geht, Marokko wächst

Den sichtbarsten Einschnitt markiert der Verkauf des Produktionsstandorts in Tunesien. Die rund 90 dort Beschäftigten wechseln mit dem Standort zum Käufer — für einen Kaufpreis von 1,3 Millionen Euro. Die Transaktion ist bereits unterzeichnet und soll noch im Juni abgeschlossen werden. Für Cicor selbst entsteht dabei ein einmaliger Ergebniseffekt von minus 300.000 Franken inklusive Transaktionskosten.

Der strategische Gedanke dahinter: Die Nordafrika-Aktivitäten werden auf die bestehenden Standorte in Berrechid und Temara bei Casablanca in Marokko konzentriert. Die Kundenbeziehungen bleiben bei Cicor — der Umsatz ist durch den Verkauf also nicht gefährdet.

Verlagerungen quer durch die Welt

Parallel dazu rollt Cicor eine Reihe weiterer Maßnahmen aus. Der von Mercury Systems übernommene Genfer Standort verlagert Produktionsaktivitäten nach Newport in Großbritannien und nach Bronschhofen in der Schweiz. Der Werkzeugbau für Kunststoffspritzguss zieht von Singapur nach Batam in Indonesien. Im Schweizer Wangs baut der Dünnschichtsubstrat-Bereich Kapazitäten aus, um der wachsenden Nachfrage aus Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung gerecht zu werden.

Hinzu kommen Straffungen in der Managementstruktur: In der Schweiz, Deutschland und Frankreich wurden überschneidende Führungsebenen abgebaut, ebenso in Thüringen — die dortigen Produktionsstandorte bleiben jedoch erhalten.

Prognose bestätigt, H2 im Fokus

Die finanziellen Ziele sind klar definiert. Cicor rechnet durch das Programm mit wiederkehrenden jährlichen EBITDA-Verbesserungen von mehr als 10 Millionen Franken. Die einmaligen Implementierungskosten für 2026 liegen im mittleren einstelligen Millionenbereich in Franken — der Großteil fällt im ersten Halbjahr an.

Für das erste Halbjahr 2026 erwartet das Unternehmen eine bereinigte EBITDA-Marge im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Im zweiten Halbjahr soll eine robuste zweistellige Marge folgen — wenn die Verlagerungseffekte abklingen und die Integrationen greifen.

Die Jahresprognose bleibt unverändert: Umsatz zwischen 700 und 750 Millionen Franken, bereinigtes EBITDA zwischen 70 und 80 Millionen Franken. Das entspricht einer Ziel-EBITDA-Marge von rund zehn Prozent auf Konzernebene. Als wesentliche Risiken nennt Cicor die geopolitische Lage, Wechselkursschwankungen und zunehmende Komponentenknappheit — ein Hinweis, dass der Ausblick nicht ohne Vorbehalte gilt.

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