ChronoFast-Studie stellt Nutzen von Intervallfasten infrage
14.02.2026 - 00:32:12Eine neue Studie deutscher Spitzenforscher rüttelt an den Grundfesten des beliebten Intervallfastens. Die sogenannte ChronoFast-Studie kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Die gesundheitlichen Vorteile könnten schlichtweg auf weniger Kalorien zurückgehen – nicht auf das Fasten-Fenster selbst.
Forscher der Berliner Charité und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) veröffentlichten ihre Arbeit im Fachjournal „Science Translational Medicine“. Sie halten die oft zitierte Annahme, der reine Zeitplan der Mahlzeiten bringe den Stoffwechsel-Boost, für fragwürdig.
Der Kern der neuen Erkenntnisse
In der kontrollierten Studie mit übergewichtigen Frauen blieb die Kalorienmenge konstant – nur das Essensfenster wurde variiert. Das überraschende Resultat: Es gab keine signifikanten Verbesserungen bei Schlüsselparametern wie Insulinsensitivität, Blutzucker oder Blutfettwerten.
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„Die beobachteten Vorteile in früheren Studien scheinen primär durch eine unbeabsichtigte Kalorienreduktion entstanden zu sein“, fasst Studienleiterin Professorin Olga Ramich zusammen. Ein simpler Verzicht auf Kalorien über einen Zeitraum könnte demnach der entscheidende Faktor sein, nicht das Wann des Essens.
Was ist Intervallfasten überhaupt?
Der Trend setzt nicht auf strikte Vorschriften, was gegessen wird, sondern wann. Phasen der Nahrungsaufnahme wechseln sich mit bewussten Fastenperioden ab. Die populärsten Methoden sind:
* Die 16:8-Methode: 16 Stunden fasten, innerhalb von 8 Stunden essen.
* Die 5:2-Methode: An fünf Tagen normal essen, an zwei Tagen die Kalorien stark reduzieren.
* Alternate-Day-Fasting: An jedem zweiten Tag fasten oder sehr wenig essen.
Die Idee: Längere Verdauungspausen sollen positive Stoffwechselprozesse anstoßen. Doch stimmt das wirklich?
Die andere Seite der Medaille: Potenzielle Risiken
Neben den infrage gestellten Vorteile rücken auch Risiken stärker in den Fokus. Eine beachtete Beobachtungsstudie von 2024 mit über 20.000 Erwachsenen zeigte ein alarmierendes Signal: Wer sein Essen in weniger als acht Stunden am Tag verzehrte, hatte ein um 91 Prozent höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.
Zudem ist die Methode nicht für jeden geeignet. Experten raten folgenden Gruppen ab:
* Schwangeren und Stillenden
* Kindern und Jugendlichen im Wachstum
* Menschen mit Untergewicht oder Essstörungen in der Vorgeschichte
Eine Studie an Mäusen deutete zudem an, dass Intervallfasten bei Heranwachsenden die Entwicklung insulinproduzierender Zellen stören könnte.
Was bleibt also vom Ernährungstrend?
Die anfängliche Euphorie um Intervallfasten als Wundermittel weicht einem differenzierteren Bild. Die ChronoFast-Studie stützt die Position von Kritikern wie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): Für eine dauerhafte Gewichtsregulation sind eine ausgewogene Ernährung und eine negative Energiebilanz entscheidend.
Intervallfasten kann für viele gesunde Erwachsene ein effektives Werkzeug sein, um weniger Kalorien zu sich zu nehmen und abzunehmen. Ob es darüber hinaus einzigartige Stoffwechselvorteile bietet, bleibt jedoch offen. Die Frage nach den langfristigen Auswirkungen auf die Herzgesundheit können nur weitere Langzeitstudien am Menschen klären.
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