ChronoFast-Studie, Intervallfasten

ChronoFast-Studie: Intervallfasten ohne Kalorienreduzierung wirkungslos

08.01.2026 - 10:30:12

Eine neue Studie entzaubert den vermeintlichen Wunder-Effekt des Intervallfastens. Ohne Kaloriendefizit bringt die Methode keine Stoffwechselvorteile.

Die sogenannte ChronoFast-Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und der Berliner Charité liefert klare Ergebnisse: Wer fastet, aber dabei nicht weniger isst, profitiert metabolisch kaum. Weder die Insulinsensitivität noch Blutfettwerte verbesserten sich signifikant.

Die Untersuchung widerlegt eine populäre These. Bislang galt Intervallfasten oft als eigenständiger Turbo für den Stoffwechsel. Die neuen Daten zeigen: Die in früheren Studien beobachteten Vorteile gingen wohl auf eine unbeabsichtigte Kalorienreduktion zurück.

„Die Magie der Uhrzeit allein reicht nicht aus“, fasst Studienleiterin Prof. Olga Ramich zusammen. Ihr Team hatte 31 übergewichtige Frauen unter streng kontrollierten Bedingungen untersucht.

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Isokalorisch statt „Friss die Hälfte“

Der Clou der Studie war ihr Design. Die Probandinnen durchliefen zwei Phasen:
* Frühes Essensfenster: Nahrungsaufnahme nur zwischen 8 und 16 Uhr.
* Spätes Essensfenster: Essen zwischen 13 und 21 Uhr.

Der entscheidende Faktor: In beiden Phasen nahmen die Frauen exakt die gleiche Menge an Kalorien zu sich. So konnte der reine Effekt des Timings isoliert werden – und er blieb aus.

Die innere Uhr tickt anders

Doch die Studie lieferte einen faszinierenden Nebenbefund zur inneren Uhr. Das Timing der Mahlzeiten beeinflusst den zirkadianen Rhythmus direkt.

Beim späten Essensfenster verschob sich die innere Uhr der Teilnehmerinnen im Schnitt um 40 Minuten nach hinten. Sie wurden später müde und wachten später auf. „Essen wirkt als Zeitgeber“, erklärt Chronobiologe Prof. Achim Kramer von der Charité. Spätes Essen signalisiere dem Körper, der Tag sei noch nicht vorbei.

Was bedeutet das für die Praxis?

Für die Ernährungsberatung ist die Botschaft klar: Intervallfasten ist primär ein psychologisches Hilfsmittel. Es hilft vielen Menschen, durch feste Zeitfenster einfacher weniger zu essen. Der physiologische Schlüssel zum Abnehmen bleibt aber die negative Energiebilanz.

Die Fitness- und Diätindustrie muss umdenken. Apps, die Intervallfasten als „Selbstläufer“ ohne Kalorienzählen anpreisen, geraten unter Erklärungsdruck. Die Grundformel lautet nun unverändert: Wer abnehmen will, muss weniger Energie aufnehmen als er verbraucht. Egal zu welcher Uhrzeit.

@ boerse-global.de