Chronischer, Schmerz

Chronischer Schmerz erhöht Bluthochdruck-Risiko um 66 Prozent

12.01.2026 - 11:51:12

Eine neue Mega-Studie mit 1,5 Millionen Patientendaten belegt den gefährlichen Zusammenhang zwischen anhaltenden Schmerzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Experten fordern eine Revolution der Therapie – und setzen dabei auch auf integrative Ansätze wie die Traditionelle Chinesische Medizin.

Montag, 12. Januar 2026 – Chronischer Schmerz ist ein direkter Risikofaktor für Bluthochdruck. Das belegt eine bahnbrechende Meta-Analyse, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. Die Daten zeigen: Betroffene haben ein um zwei Drittel höheres Risiko, eine Hypertonie zu entwickeln. Diese Erkenntnis könnte die Behandlung von Millionen Patienten in Deutschland grundlegend verändern.

Die im renommierten British Journal of Anaesthesia publizierte Analyse übertrifft alle bisherigen Untersuchungen in ihrem Umfang. Ein internationales Forscherteam wertete Daten von über 1,5 Millionen Menschen aus 23 globalen Studien aus. Das Ergebnis ist alarmierend: Erwachsene mit chronischen Schmerzen haben eine um 66 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, an Bluthochdruck zu erkranken.

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Die New York School of Regional Anesthesia (NYSORA), die die Studie vorstellte, spricht von einem Paradigmenwechsel. Anhaltender Schmerz löst demnach eine dauerhafte Stressreaktion im Körper aus. Diese belastet das Herz-Kreislauf-System – und das unabhängig von klassischen Risikofaktoren wie Alter oder Geschlecht. „Schmerzmanagement wird damit zur direkten Herzvorsorge“, so das Fazit der Autoren.

Diese Patientengruppen sind besonders gefährdet

Die Analyse differenziert erstmals konkret zwischen verschiedenen Schmerzarten. Besonders stark betroffen sind Patienten mit chronischen Kopfschmerzen und weit verbreiteten Syndromen wie Fibromyalgie. Der Grund: Der anhaltende Schmerz hält das sympathische Nervensystem – den „Kampf-oder-Flucht“-Modus – dauerhaft aktiv. Dies treibt den Blutdruck chronisch in die Höhe.

TCM gewinnt an Bedeutung: Ganzheitlicher Ansatz gefragt

Parallel zu den Studiendaten rückt ein anderer Therapieansatz in den Fokus: die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Aus ihrer Sicht ist der Zusammenhang logisch. Chronischer Schmerz führt zu einer Stagnation von „Qi“ und „Blut“, was ein Ungleichgewicht verursacht. Dies kann sich als „aufsteigendes Leber-Yang“ manifestieren – mit den Symptomen Bluthochdruck und Kopfschmerzen.

Passend dazu startete Professor Wong Tin Chee, ein renommierter TCM-Experte, kürzlich eine Video-Serie zum Selbstmanagement von Schmerzen. Die zeitgleiche Aufmerksamkeit für beide Ansätze deutet auf einen Trend hin: Integrative Modelle, die westliche Medizin und Methoden wie Akupunktur verbinden, gelten immer mehr als Schlüssel, um den Teufelskreis aus Schmerz und Stress zu durchbrechen.

Konsequenzen für Ärzte: Neues Screening und Therapie

  • Engmaschige Kontrollen: Bei Patienten mit Fibromyalgie oder chronischen Kopfschmerzen soll der Blutdruck routinemäßig und regelmäßig überwacht werden.
  • Schmerz als Vitalzeichen: Schmerz muss künftig als fünftes Vitalzeichen gewertet werden – nicht nur als Leidensdruck, sondern als Frühwarnsignal für Herz-Kreislauf-Risiken.
  • Therapie überdenken: Bei der Wahl von Schmerzmitteln muss deren möglicher Einfluss auf den Blutdruck stärker berücksichtigt werden. Dies könnte nicht-medikamentöse Verfahren aufwerten.

Experten erwarten, dass die klaren Daten den Druck auf Krankenkassen erhöhen, in multimodale Schmerzprogramme zu investieren. Das Ziel: Teure Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu verhindern.

Ausblick: Leitlinien müssen überarbeitet werden

Die Studie markiert einen Wendepunkt. Für 2026 sind bereits Folgestudien angekündigt, die untersuchen, ob eine erfolgreiche Schmerztherapie den Blutdruck auch aktiv senken kann. Es ist wahrscheinlich, dass die offiziellen Behandlungsleitlinien für Hypertonie und Schmerz in den kommenden Monaten überarbeitet werden.

Für Patienten in Deutschland bedeutet die neue Datenlage eine klare Botschaft: Eine effektive Schmerzbehandlung ist auch aktiver Herzschutz. Die Kombination aus moderner Diagnostik und bewährten, ganzheitlichen Ansätzen könnte der Schlüssel im Kampf gegen zwei der größten Volkskrankheiten sein.

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