Chrome: Google gibt Nutzern Kontrolle über lokale KI-Modelle
18.01.2026 - 18:11:11Google führt in seinem Chrome-Browser einen neuen Schalter ein, mit dem Nutzer lokale KI-Modelle deaktivieren und löschen können. Diese Funktion, die in Vorabversionen des weltweit beliebtesten Browsers entdeckt wurde, reagiert auf die zunehmende Integration von KI in die Kernfunktionen des Surfens. Sie gibt den Nutzern die letzte Entscheidung, ob diese Technologie lokal auf ihren Rechnern laufen soll.
Der neue Einstellpunkt mit dem Label „On-device GenAI“ zielt speziell auf die KI-Modelle ab, die Chromes fortschrittliche Echtzeit-Erkennung von Betrugsversuchen und Schadsoftware im „Erweiterten Schutz“-Modus antreiben. Die Einführung einer expliziten Opt-out-Möglichkeit erkennt die wachsende Nachfrage nach Nutzerautonomie im Zeitalter der allgegenwärtigen KI an. Die Funktion ist derzeit in Chromes experimenteller Canary-Version verfüg und soll bald für die breite Öffentlichkeit freigegeben werden.
KI-Schutz direkt auf dem Gerät: Ein neues Sicherheitskonzept
Google rüstete den „Erweiterten Schutz“-Modus im vergangenen Jahr mit lokalen KI-Modellen nach. Im Gegensatz zu traditionellen Methoden, die URLs gegen eine ständig aktualisierte Cloud-Liste bekannter bösartiger Seiten prüfen, bringt die lokale KI die Intelligenz direkt auf den Rechner des Nutzers. Diese Architektur ermöglicht es dem Browser, Muster und Verhaltensweisen neuer Phishing-Angriffe oder Betrugsmaschen zu erkennen – selbst wenn die konkrete Bedrohung noch nicht in Googles zentralen Servern erfasst wurde.
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Der Hauptvorteil dieser lokalen Verarbeitung liegt in Geschwindigkeit und Datenschutz. Durch die lokale Analyse kann Chrome Zero-Day-Bedrohungen mit geringerer Latenz erkennen. Zudem soll der Datenschutz gewahrt bleiben, da die Surf-Daten auf dem Gerät verbleiben. Die zunehmende Integration dieser Technologie hat jedoch Debatten über Nutzerzustimmung und Kontrolle befeuert. Der neue Schalter bietet eine Alles-oder-Nichts-Entscheidung: Das Abschalten deaktiviert nicht nur die Funktion, sondern löscht auch die heruntergeladenen KI-Modelle vom Computer.
Die Abwägung: Mehr Kontrolle oder proaktiver Schutz?
Die neue Datenschutzsteuerung findet sich in den Einstellungen unter Einstellungen > System. Das Abschalten der lokalen KI ist ein klarer Befehl an den Browser, die lokale KI-Analyse für Sicherheitszwecke zu beenden.
Diese Entscheidung hat jedoch erhebliche Sicherheitsimplikationen. Das Deaktivieren der Modelle beseitigt nicht den gesamten Schutz, sondern versetzt den „Erweiterten Schutz“ in den Zustand vor der KI-Integration. Der Browser warnt dann weiterhin vor bekannten gefährlichen Seiten, die über die cloud-basierte Google Safe Browsing-Liste erkannt werden. Der entscheidende Unterschied betrifft die Abwehr neuartiger Bedrohungen. Ohne lokale KI entsteht eine zeitliche Lücke zwischen dem Auftauchen einer neuen Phishing-Seite und ihrer Aufnahme in die globale Google-Sperrliste – genau das Fenster, das die lokale KI schließen sollte. Aus Datenschutzsicht könnte das Abschalten dazu führen, dass der Browser häufiger Netzwerkanfragen an Googles Server sendet, um die Sicherheit von URLs zu überprüfen.
Reaktion auf die Forderung nach Nutzerautonomie
Die Entwicklung wird weithin als Antwort auf die wachsende Debatte um standardmäßige KI-Integration und Datenschutz gewertet. Indem Google einen klaren Schalter bereitstellt, balanciert es sein Bestreben nach intelligenterer, proaktiver Sicherheit mit dem Prinzip der Nutzerautonomie aus. Für die meisten Nutzer wird die empfohlene Einstellung sein, die lokale KI für ihren überlegenen Echtzeitschutz aktiviert zu lassen.
Die Option zum Deaktivieren spricht jedoch Power-User, Datenschutzforscher oder Nutzer mit Bedenken hinsichtlich der Systemressourcen an. Entdeckt wurde die Funktion vom Sicherheitsforscher Leo Peva. Die Formulierung in der Beschreibung, die besagt, dass die KI „Funktionen wie Betrugserkennung antreibt“, lässt darauf schließen, dass Google sich künftig breitere Anwendungen für lokale KI vorstellen könnte – etwa in den Bereichen Werbung oder Content-Personalisierung.
Ein Präzedenzfall für KI-Steuerung
Die Einführung des „On-device GenAI“-Schalters ist ein Meilenstein in der Browser-Entwicklung. Er könnte einen Präzedenzfall dafür setzen, wie KI-gestützte Funktionen künftig verwaltet werden. Dieser Schritt hin zu expliziter Nutzerkontrolle könnte auch die Einführung anderer KI-Funktionen beeinflussen, die Google für Chrome entwickelt – wie die agentenbasierten „Skills“ für den Gemini-Assistenten, die Aufgaben im Browser automatisieren sollen.
Mit der Entwicklung von Browsern zu intelligenten, KI-gesteuerten Plattformen werden klare und zugängliche Nutzerkontrollen immer entscheidender. Dieser neue Schalter ist ein grundlegender Schritt in eine Zukunft, in der Nutzer nicht nur passive Empfänger von KI-Verbesserungen sind, sondern aktive Teilnehmer bei der Konfiguration ihres digitalen Erlebnisses und ihres Datenschutzniveaus.
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