China, US-Handelsuntersuchungen

China verurteilt neue US-Handelsuntersuchungen scharf

17.03.2026 - 00:00:23 | boerse-global.de

Die USA starten umfassende Handelsuntersuchungen gegen China und andere Länder. Peking weist die Vorwürfe zurück und droht mit Vergeltung, was laufende Verhandlungen gefährdet.

China verurteilt neue US-Handelsuntersuchungen scharf - Foto: über boerse-global.de
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Die chinesische Regierung hat die USA scharf für neue, umfassende Handelsuntersuchungen kritisiert. Das Außen- und Handelsministerium in Peking bezeichnete die am Montag bekanntgegebenen Ermittlungen als schwerwiegende Störung der internationalen Wirtschaftsordnung und einseitigen Protektionismus. Die Vorwürfe lauten auf strukturelle Überkapazitäten und Zwangsarbeit. Der Konflikt droht, laufende Verhandlungen in Paris zu untergraben und einen neuen Handelskrieg auszulösen.

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Zwei umfassende Ermittlungen als Auslöser

Der diplomatische Eklat wurde durch zwei Ankündigungen des US-Handelsbeauftragten am 11. und 12. März ausgelöst. Die erste Section-301-Untersuchung richtet sich gegen 16 große Handelspartner, darunter China, die EU, Indien und Mexiko. Sie prüft, ob staatlich geförderte Überkapazitäten in Schlüsselindustrien den amerikanischen Handel „unangemessen belasten“. Am Folgetag startete eine zweite Untersuchung gegen 60 Volkswirtschaften. Sie konzentriert sich auf angebliche Verstöße gegen Verbote für mit Zwangsarbeit hergestellte Waren.

Hintergrund ist ein juristischer Rückschlag für die US-REGierung. Der Oberste Gerichtshof hatte Ende Februar breite Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act für unrechtmäßig erklärt. Als Ersatzmechanismus verhängt die Regierung nun temporäre Zölle und nutzt die neuen Section-301-Ermittlungen, um bis Ende Juli eine dauerhafte rechtliche Grundlage für Strafzölle zu schaffen.

Peking droht mit gezielten Vergeltungsmaßnahmen

Die chinesische Reaktion ließ nicht auf sich warten. Sprecher des Außen- und des Handelsministeriums wiesen die Vorwürfe zwischen dem 12. und 16. März entschieden zurück. Die Anschuldigungen zu Überkapazitäten seien „falsche Prämissen“ mit politischem Motiv, so Außenamtssprecher Guo Jiakun. Die Zwangsarbeitsvorwürfe seien historisch wiederkehrende, fabrizierte Behauptungen, um diskriminierende Handelsschranken zu errichten.

Peking betonte, dass frühere US-Zölle unter Section 301 bereits vom Welthandelsorganisation (WTO) für regelwidrig erklärt wurden. Mit der Wiederbelebung dieses Instruments setze Washington erneut nationales Recht über internationales Abkommen.

Chinesische Handelsexperten diskutieren offen über mögliche Vergeltung. Diese könnte den Stopp von US-Agrarimporten umfassen – was eine Zusage zum Kauf von 12 Millionen Tonnen Sojabohnen gefährden würde. Auch neue Exportkontrollen für seltene Erden wie Gallium oder Wolfram werden als mögliche Antwort genannt. Solche Maßnahmen würden westliche Technologie- und Verteidigungssektor hart treffen.

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Verhandlungen in Paris vor schwierigem Hintergrund

Der Zeitpunkt der US-Ermittlungen belastet die ohnehin angespannte diplomatische Lage erheblich. Die Ankündigungen erfolgten, während hochrangige Delegationen beider Länder vom 14. bis 17. März zu entscheidenden Wirtschaftsgesprächen in Paris zusammenkamen. Die chinesische Seite hat dort bereits formale Vorstellungen gegen die Section-301-Ermittlungen eingelegt und die USA aufgefordert, zu „gleichberechtigten Konsultationen“ zurückzukehren.

Die Pariser Gespräche gelten als Vorbereitung für einen erwarteten Besuch von US-Präsident Trump in Peking Ende März. Finanzexperten vermuten, dass die Untersuchungen gezielt vor diesem Gipfel gestartet wurden, um den Verhandlungsdruck zu erhöhen. Das aggressive Vorgehen könnte jedoch nach hinten losgehen und den Gipfel zu einer Abstimmung über einen neuen Handelskrieg machen.

Globale Lieferketten in der Schwebe

Die Wiederbelebung von Section 301 als primäres Handelsdurchsetzungsinstrument hat tiefgreifende Folgen für die Weltwirtschaft. Die breit angelegte Überkapazitäten-Untersuchung betrifft Schlüsselsektoren wie Chemikalien, Batterien, Petrochemie und Stahl. Die Einbeziehung von 16 bzw. 60 Volkswirtschaften zeigt: Es geht nicht um ein bilaterales Problem, sondern um eine systemische Neugestaltung globaler Handelskosten.

Unternehmen stehen unter enormem Zeitdruck. Die temporären Zölle laufen am 24. Juli 2026 aus. Der US-Handelsbeauftragte muss die neuen Section-301-Ermittlungen bis dahin abschließen. Für multinationale Konzerne bleibt nur ein kurzes Zeitfenster, um ihre Lieferketten zu überprüfen und Stellungnahmen abzugeben. Die Frist für schriftliche Kommentare endet bereits am 15. April 2026.

Entscheidende Wochen stehen bevor

Die kommenden Wochen werden die Richtung der Handelsbeziehungen vorgeben. Nach der Kommentarfrist beginnen öffentliche Anhörungen: am 28. April zur Zwangsarbeits-Untersuchung und am 5. Mai zur Überkapazitäten-Ermittlung.

Alles hängt nun vom Ausgang der Pariser Gespräche und dem Gipfeltreffen Ende März in Peking ab. Gelingt ein diplomatischer Durchbruch, könnten die geplanten Zölle noch ausgesetzt oder abgemildert werden. Scheitern die Verhandlungen, rechnen Handelsexperten mit einer flächendeckenden Einführung neuer Zölle im Sommer 2026 – und sofortigen Vergeltungsmaßnahmen aus China. Die Landkarte des globalen Handels stünde dann vor einer erneuten, tiefgreifenden Verwerfung.

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