Chevron, Aktie

Chevron Aktie: Wall Street im Kaufrausch

10.04.2026 - 21:27:01 | boerse-global.de

Ein neuer Ölfund und hohe Rohölpreise treiben Analystenbewertungen für Chevron an, während interne Milliardenbelastungen im Downstream-Geschäft die Aktie dämpfen.

Chevron Aktie: Wall Street im Kaufrausch - Foto: über boerse-global.de

Ein neuer Ölfund im Golf von Amerika und massiv steigende Ölpreise spielen Chevron derzeit in die Karten. Während geopolitische Spannungen die Energiemärkte in Atem halten, reagieren Analysten bereits mit deutlichen Kurszielanhebungen. Gleichzeitig kämpft der Konzern intern jedoch mit milliardenschweren Belastungen in der Weiterverarbeitung.

Erfolgreiche Bohrung im Golf

Die Bestätigung einer erfolgreichen Explorationsbohrung am „Bandit“-Prospekt liefert dem Energiekonzern frischen Rückenwind. Etwa 125 Meilen vor der Küste Louisianas stießen Chevron und der Betreiber Occidental Petroleum auf hochwertige ölführende Sande. Da sich die Entdeckung an bestehende Unterwasser-Infrastrukturen anbinden lässt, winkt eine besonders kosteneffiziente Erschließung. Chevron hält an dem Projekt einen Anteil von gut 37 Prozent.

Diese Nachricht trifft auf ein ohnehin angespanntes Marktumfeld. Blockaden in der Straße von Hormus haben den Preis für Brent-Rohöl zuletzt über die Marke von 110 US-Dollar getrieben.

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Analysten schrauben Ziele nach oben

Die Kombination aus hohen Rohstoffpreisen und dem neuen Ölfund veranlasst mehrere Großbanken zu einer Neubewertung. Sie gehen davon aus, dass sich die Gewinntreiber im Fördergeschäft zügig erholen. Entsprechend deutlich fallen die neuen Kursziele aus:

  • Tudor Pickering Holt & Co.: Hochstufung auf „Buy“ mit Ziel 225 USD
  • Wells Fargo: Anhebung von 204 USD auf 222 USD
  • Mizuho: Anpassung von 206 USD auf 217 USD
  • JP Morgan: Bestätigung „Overweight“, neues Ziel 216 USD

Milliardenbelastung bremst Euphorie

Trotz der positiven Stimmen von der Wall Street reagieren Anleger am Freitag verhalten. Der Aktienkurs gab heute um 3,30 Prozent auf 160,10 Euro nach. Ein Blick auf den RSI-Wert von 24,3 zeigt zudem, dass der Titel kurzfristig stark überverkauft ist.

Verantwortlich für diese Zurückhaltung sind die operativen Schattenseiten des ersten Quartals. Zwar rechnet Chevron im Fördergeschäft (Upstream) mit einem Gewinnanstieg von bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig belasten Absicherungsgeschäfte und buchhalterische Effekte den Downstream-Sektor enorm. Hier erwartet das Management einen Rückgang des operativen Cashflows um bis zu 3,7 Milliarden US-Dollar nach Steuern. Zudem dämpfen Wartungsarbeiten in Kasachstan und Produktionskürzungen im Nahen Osten das gesamte Fördervolumen.

Die genauen Auswirkungen dieser gegenläufigen Effekte präsentiert Chevron am 1. Mai 2026 mit den vollständigen Quartalszahlen. Ein besonderes Augenmerk wird dann auf den Fortschritten beim laufenden Sparprogramm liegen, das bis Ende des Jahres Kostensenkungen von drei bis vier Milliarden US-Dollar vorsieht.

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