ChatGPT, OpenAIs

ChatGPT knackt 800-Millionen-Nutzer-Marke

07.02.2026 - 10:15:11

OpenAIs KI-Tool verdoppelt seine wöchentlichen Nutzer auf 800 Millionen, führt aber Werbung ein und sieht sich wachsendem Druck durch Google Gemini und DeepSeek gegenüber.

ChatGPT erreicht wöchentlich 800 Millionen Nutzer – und setzt nun auf Werbung. Die Zahlen des KI-Riesen verdoppelten sich binnen eines Jahres, doch der Wettbewerb schläft nicht. Google und der chinesische Herausforderer DeepSeek drängen mächtig nach.

Explosives Wachstum trotz KI-Müdigkeit

Die Nutzerzahlen von ChatGPT explodieren weiter. Aktuelle Daten zeigen: Das KI-Tool von OpenAI verzeichnet jetzt rund 800 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Vor genau einem Jahr, im Februar 2025, waren es erst 400 Millionen. Damit hat sich die Nutzerbasis verdoppelt – ein Tempo, das selbst etablierte Social-Media-Giganten in den Schatten stellt.

Trotz gelegentlicher Diskussionen über eine angebliche „KI-Müdigkeit“ setzt die Massenadaption ungebremst ein. Die Plattform verzeichnet laut Similarweb zudem etwa 5,8 Milliarden monatliche Besuche. Sie gehört damit zu den meistgenutzten Online-Diensten weltweit.

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Doch der Marktanteil schrumpft. Während die absoluten Nutzerzahlen steigen, hält ChatGPT nur noch etwa 68 Prozent des KI-Chatbot-Marktes. Anfang 2025 lag dieser Wert noch bei über 87 Prozent. Der Markt wächst also rasant – und die Konkurrenz holt auf.

Der Werbe-Pivot: Monetarisierung der Massen

Parallel zum Nutzerrekord vollzieht OpenAI eine strategische Wende: Werbung hält Einzug. Für die Millionen Nutzer des kostenlosen Tarifs und des neuen „ChatGPT Go“-Angebots in den USA werden nun Anzeigen geschaltet. Der Grund ist simpel: Die Betriebskosten für Milliarden täglicher Anfragen sind immens.

Marketing-Experten sehen in den über 2,5 Milliarden täglichen Prompts ein riesiges Werbeinventar. Kritiker befürchten jedoch, dass gesponserte Inhalte die neutrale Hilfsfunktion der KI untergraben könnten. OpenAI betont: Bezahlende Nutzer der Plus-, Business- und Enterprise-Tarife bleiben werbefrei. Für sie soll die KI eine Premium-Erfahrung ohne Ablenkung bleiben.

Google und DeepSeek: Der Wettbewerb schlägt zurück

Während OpenAI feiert, wird der Wettkampf härter. Googles Gemini entwickelt sich zum ernstzunehmenden Rivalen. Laut dem Quartalsbericht von Alphabet (Q4 2025) hat die Gemini-App bereits 750 Millionen monatlich aktive Nutzer erreicht. Die tiefe Integration in Android und Workspace treibt diese Zahlen voran.

Aus China kommt ein neuer Störfaktor: DeepSeek. Das chinesische KI-Unternehmen gewinnt vor allem in asiatischen Märkten und bei kostensensiblen Entwicklern rasant an Boden. Schätzungen zufolge nutzten Mitte 2025 bereits etwa 96 Millionen Menschen monatlich den Dienst. Die Wachstumsrate alarmiert die etablierten Player. Das Narrativ eines „USA-gegen-China“-KI-Wettrennens gewinnt neue Dynamik.

GPT-5.2 und die Kunst des „Denkens“

Um die Führungsposition zu halten, treibt OpenAI die technische Entwicklung voran. Kürzlich passte das Unternehmen die „Denkzeit“-Einstellungen für das GPT-5.2-Modell an. Nach Nutzerfeedback wurden erweiterte Denkfähigkeiten wiederhergestellt, die im Januar versehentlich reduziert worden waren.

Diese „Denk“-Modelle sind ein zentraler Differenzierungsfaktor. Sie investieren mehr Rechenzeit in die logische Schlussfolgerung, bevor sie eine Antwort generieren. Nutzer können zwischen „Standard“- und „Erweitert“-Modus wählen – ein Angebot für sowohl Casual-User als auch Profis, die komplexe Probleme lösen müssen.

Mit der neuen Codex-App für macOS zielt OpenAI zudem gezielt auf Entwickler ab. Diese Nutzergruppe ist besonders wertvoll und wird auch von Konkurrenten mit spezialisierten Coding-KIs umworben.

Wird Werbung den Erfolg killen?

Das Jahr 2026 wird für ChatGPT entscheidend. Die größte Herausforderung: Kann OpenAI Werbung integrieren, ohne die Kernnutzer zu vergraulen? Marktbeobachter erwarten, dass das reine Nutzerwachstum irgendwann stagnieren wird. Der Kampf verlagert sich dann auf Engagement und Bindung.

Mit Googles tief verwurzeltem Ökosystem und DeepSeeks kostengünstigen Alternativen muss OpenAI weiter innovieren – sowohl bei den Modellfähigkeiten als auch bei den Produktfeatures. Die 800 Millionen sind ein beeindruckender Beleg für die Akzeptanz generativer KI. Doch der Maßstab für Erfolg verschiebt sich: Von der puren Nutzerzahl hin zu nachhaltigen Einnahmen und einem geschlossenen, attraktiven Ökosystem.

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