ChatGPT, Werbung

ChatGPT führt Werbung ein – auch für zahlende Nutzer

24.01.2026 - 07:51:12

OpenAI monetarisiert seinen KI-Star ChatGPT mit Werbung. Die Anzeigen sollen ab sofort nicht nur die kostenlose Version, sondern auch einen neuen günstigen Tarif finanzieren. Ein strategischer Schachzug mit weitreichenden Folgen.

Der Schritt ist eine direkte Antwort auf die enormen Betriebskosten der KI. Die Rechenleistung für Dienste wie ChatGPT verschlingt Milliarden. Bisher stemmten vor allem Premium-Abonnements diese Kosten. Doch die große Mehrheit der geschätzt 800 Millionen wöchentlichen Nutzer zahlt nichts. Hier setzt die neue Strategie an.

Neben der beworbenen Gratis-Version führt OpenAI den neuen Tarif „ChatGPT Go“ ein. Für acht Dollar monatlich erhalten Nutzer erweiterte Funktionen – sehen aber trotzdem Werbung. Nur die teureren Abos (Plus, Pro, Business, Enterprise) bleiben werbefrei. Eine Testphase für die Anzeigen startet in den kommenden Wochen zunächst bei erwachsenen Nutzern in den USA.

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Doch wie wird die Werbung aussehen? OpenAI verspricht kontextuelle Platzierungen. Sucht ein Nutzer nach Rezepten, könnte unten in der Antwort ein gesponserter Link eines Lebensmittel-Lieferdienstes erscheinen. Die KI-Antwort selbst soll davon unberührt bleiben – ein Prinzip, das das Unternehmen „Antwort-Unabhängigkeit“ nennt.

Nutzer-Daten bleiben privat – mit Einschränkungen

OpenAI betont, die Privatsphäre zu wahren. Nutzerkonversationen würden nicht an Werbetreibende verkauft. Nutzer können die Personalisierung von Anzeigen deaktivieren. Sensible Themen wie Gesundheit, psychische Gesundheit oder Politik werden von der Werbung ausgeschlossen. Minderjährige unter 18 Jahren sollen gar keine Anzeigen sehen.

Die Werbeindustrie beobachtet den Vorstoß genau. Hier tut sich ein neues Feld für dynamische Kundenansprache auf. Berichten zufolge hat OpenAI bereits Dutzende Werbetreibende angeworben. Bezahlt wird voraussichtlich pro Sichtung, nicht pro Klick.

Wettbewerb unter Druck – und die Frage der Akzeptanz

Die Entscheidung setzt Konkurrenten wie Google Gemini oder Anthropic Claude unter Druck. Sie müssen nun ihre eigene Monetarisierungsstrategie klären. Für OpenAI selbst geht es um viel: Das Unternehmen bereitet sich auf einen möglichen Börsengang noch 2026 vor. Eine profitable, diversifizierte Einnahmequelle ist dafür essenziell.

Die große Frage bleibt: Werden die Nutzer die Werbung akzeptieren? Der Erfolg hängt davon ab, ob OpenAI die Balance zwischen hilfreicher Finanzierung und störender Kommerzialisierung findet. Der Testlauf in den USA wird zum Lackmustest – nicht nur für ChatGPT, sondern für die gesamte Branche der generativen KI.

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