Charter Communications Aktie: Kundenschwund trotz Gewinnsprung
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 13:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Charter Communications hat für das zweite Quartal 2026 einen deutlichen Gewinnsprung gemeldet – und der Markt reagiert trotzdem nervös. Das Ergebnis je Aktie kletterte auf 10,66 Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 10,00 Dollar deutlich.
Der Umsatz blieb mit 13,5 Milliarden Dollar knapp unter den Erwartungen von 13,52 Milliarden Dollar zurück und sank im Jahresvergleich um 1,7 Prozent.
Die Aktie schloss bei 126,50 Dollar, ein Minus von 2,10 Prozent zum Vortag. Vorbörslich rutschte der Kurs weiter ab, auf 119,73 Dollar. Auf Sicht von drei Monaten steht bei Charter bereits ein Verlust von knapp 30 Prozent zu Buche, auf Jahressicht sind es fast 60 Prozent.
Mobilfunk wächst, Kabelgeschäft schrumpft
Der Kern des Problems liegt im klassischen Geschäft. Charter verlor im zweiten Quartal 172.000 Internetkunden und 21.000 Videokunden.
Über die vergangenen zwölf Monate schmolz die Videobasis um 107.000 Anschlüsse oder 0,8 Prozent. Zum Quartalsende zählte das Unternehmen noch 29,4 Millionen Internetkunden und 12,5 Millionen Videokunden.
Dem gegenüber steht das Mobilfunkgeschäft als Wachstumstreiber. Die Spectrum-Mobile-Sparte legte im Quartal um 406.000 Leitungen zu, binnen zwölf Monaten um 1,7 Millionen. Insgesamt bedient Charter nun 12,5 Millionen Mobilfunkanschlüsse, die Gesamtzahl der Kundenbeziehungen lag bei 31,5 Millionen.
Ergebnis unter Druck, Kapitalrückführung läuft weiter
Das bereinigte EBITDA sank um 4,3 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar – belastet vom schwächeren Kabelgeschäft.
Der freie Cashflow gab um 77 Millionen Dollar nach, auf 969 Millionen Dollar. Der Nettogewinn lag bei 1,3 Milliarden Dollar, die Investitionen blieben mit 2,9 Milliarden Dollar hoch.
Trotz der schwächeren operativen Zahlen kaufte Charter im Quartal eigene Aktien im Wert von 838 Millionen Dollar zurück und tilgte zusätzlich Anleihen im Volumen von 1,2 Milliarden Dollar. Parallel dazu läuft ein Angebot zum Umtausch mehrerer Altanleihen in neue, bis 2038 laufende besicherte Schuldtitel mit einem Volumen von bis zu 1,75 Milliarden Dollar.
Konzernchef Chris Winfrey verwies in der Mitteilung auf die geplante Übernahme von Cox, die dem Konzern nach Abschluss zusätzliche Skaleneffekte bringen soll. Bis dahin bleibt der Wettbewerbsdruck im klassischen Kabelgeschäft die zentrale Herausforderung – der Gewinnsprung allein reicht der Aktie derzeit nicht, um die Anleger zu überzeugen.
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