Cerebras: 53 Prozent unter Mai-Hoch
Veröffentlicht am: 28.06.2026 um 12:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cerebras Systems steht nach dem größten Börsengang des Jahres unter Druck. Nach einer turbulenten Woche markierte die Aktie am Freitag einen neuen Tiefpunkt. Erst im späten Handel kehrten die Käufer zurück.
Der Hardware-Spezialist für Künstliche Intelligenz kämpft mit den Erwartungen. Am Freitag fiel der Kurs zunächst auf 160,81 US-Dollar. Eine Erholung führte das Papier schließlich mit einem Plus von fast acht Prozent aus dem Handel. Der Schlusskurs lag bei 181,59 US-Dollar.
Hinter der Kursbewegung stehen fundamentale Enttäuschungen. Die ersten Finanzergebnisse nach dem Börsengang verfehlten die Erwartungen des Marktes deutlich.
Die Aktie notiert damit rund 53 Prozent unter ihrem Hoch vom Mai. Die extreme Volatilität von über 120 Prozent sorgt weiterhin für Nervosität. Der Relative Strength Index hat sich bei 45 Punkten stabilisiert.
Analysten stützen die Bewertung
Der Verlust fiel mit 0,22 US-Dollar je Aktie höher aus als erwartet. Analysten hatten mit einem Minus von 0,16 US-Dollar gerechnet. Der Umsatz stieg derweil um 92 Prozent.
Dieser Zuwachs konnte die Sorgen um die Profitabilität nicht dämpfen. Die Anleger reagierten empfindlich auf den Ausblick des Vorstands.
Das Unternehmen erlöste gut 193 Millionen US-Dollar. Parallel dazu rechnet das Management mit sinkenden Bruttomargen im Bereich von 38 bis 41 Prozent.
Morgan Stanley sieht dennoch Potenzial und setzt ein Kursziel von 273 US-Dollar. Die Bank verweist auf die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Wedbush hebt einen weiteren strategischen Vorteil hervor. Cerebras benötigt keinen High-Bandwidth Memory (HBM). Damit umgeht das Unternehmen die aktuellen Engpässe in der Chip-Lieferkette.
Wettbewerb und Großaufträge
Ein zentraler Pfeiler bleibt der Milliarden-Deal mit OpenAI. Das Volumen beläuft sich auf 20 Milliarden US-Dollar. Wie diese Kapazitäten umgesetzt werden, ist für die Investoren entscheidend.
Zusätzlicher Druck kommt von der Konkurrenz. Tenstorrent-Chef Jim Keller will Cerebras bei den Betriebskosten unterbieten. Parallel dazu beobachten Aktionäre Berichte über rechtliche Untersuchungen nach dem Kurssturz.
Die erste Juli-Woche wird zur Belastungsprobe. Hält die Unterstützung bei 160 US-Dollar, könnte sich der Boden festigen. Andernfalls droht eine Fortsetzung der Korrektur unter den IPO-Preis von 185 US-Dollar.
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