Cerebras: 20 Milliarden Dollar mit OpenAI gesichert
20.06.2026 - 21:57:28 | boerse-global.de
Cerebras Systems steht vor einer entscheidenden Woche. Nach einem fulminanten Börsendebüt im Mai stürzte der Kurs zunächst ab. Jetzt kämpft sich der KI-Chip-Entwickler unter hohen Schwankungen zurück. Der Grund für die Nervosität: Der erste Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen steht unmittelbar bevor.
Rückkehr der Bullen
Am Freitag schloss das Papier bei 236,40 US-Dollar. Zuvor erlebten Anleger eine wilde Achterbahnfahrt. Allein am letzten Handelstag schwankte der Kurs um fast 30 Dollar. Das Handelsvolumen lag mit 7,2 Millionen Aktien deutlich über dem Durchschnitt.
Diese Volatilität prägt das Bild seit dem Börsengang Mitte Mai. Damals startete die Aktie bei 185 US-Dollar und schoss sofort massiv nach oben. Nach einem Zwischenhoch bei über 386 Dollar folgte ein harter Ausverkauf.
Die jüngste Erholung hat einen konkreten Auslöser. Die Stillhaltefrist nach dem IPO ist abgelaufen. Sofort meldeten sich mehrere Großbanken mit extrem bullischen Prognosen zu Wort. Im Schnitt sehen zehn Analysten ein Kursziel von 294 US-Dollar.
Die wichtigsten Einschätzungen im Überblick:
* UBS: Kaufempfehlung mit Ziel 300 US-Dollar.
* Mizuho: "Outperform" mit Ziel 300 US-Dollar.
* Barclays: "Overweight" mit Ziel 280 US-Dollar.
* TD Cowen: Kaufempfehlung mit Ziel 275 US-Dollar.
* Morgan Stanley: "Overweight" mit Ziel 250 US-Dollar.
Die Experten loben vor allem die Technologie. Der Wafer-Scale-Chip von Cerebras gilt als größter Rechenchip der Welt. Laut UBS bietet er bei schnellen Inferenz-Anwendungen deutliche Leistungsvorteile gegenüber klassischen GPUs. Morgan Stanley sieht das Unternehmen auf dem Weg zu sechs Milliarden US-Dollar Umsatz bis 2028.
Volle Kassen und ein Milliarden-Auftrag
Die finanzielle Basis für dieses Wachstum steht. Cerebras verfügt über eine Nettoliquidität von rund 846 Millionen US-Dollar. Bereits im vergangenen Jahr gelang der operative Turnaround. Der Umsatz sprang um 76 Prozent auf 510 Millionen US-Dollar.
Dabei verwandelte das Management einen hohen Vorjahresverlust in einen Nettogewinn von 88 Millionen US-Dollar. Ein massiver Auftragsbestand sichert die Zukunft ab. Allein mit OpenAI existieren mehrjährige Verträge im Wert von über 20 Milliarden US-Dollar. Dazu kommen Partnerschaften mit Amazon, Meta und IBM.
Nun müssen die anstehenden Quartalszahlen diese Vorschusslorbeeren rechtfertigen. Analysten erwarten für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von knapp 57 Millionen US-Dollar. Der Verlust je Aktie soll bei 0,14 US-Dollar liegen. Der Markt wird genau prüfen, wie schnell Cerebras seinen gigantischen Auftragsbestand in echten Umsatz verwandelt. Auch die Entwicklung der Bruttomarge wird die künftige Bewertung maßgeblich bestimmen.
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