Centrotherm, Aktie

Centrotherm Aktie: Squeeze-Out im Juni 2026

16.06.2026 - 05:27:39 | boerse-global.de

Die Centrotherm-Hauptversammlung Ende Juni entscheidet über den Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre zu 8,74 Euro je Aktie.

Centrotherm: Squeeze-Out bedroht Kleinaktionäre im Juni 2026
Centrotherm - Abstrakte Darstellung eines Squeeze-Outs, bei dem ein kleinerer Block in eine größere Unternehmensstruktur integriert wird. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Centrotherm international AG steht vor einem entscheidenden Tag. Ende Juni 2026 findet die ordentliche Hauptversammlung statt. Die Tagesordnung hat es in sich: Neben der Neuwahl des Aufsichtsrats geht es vor allem um einen verschmelzungsrechtlichen Squeeze-Out. Kleinaktionäre könnten damit bald zwangsweise aus dem Unternehmen ausscheiden.

Die Aktie notierte zuletzt bei 9,50 Euro. Der Kurs liegt rund 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 14,90 Euro. Noch ist die Aktie notiert – aber für wie lange?

Aufsichtsratswahlen zur Form

Vorgeschlagen für das Kontrollgremium sind Dr. Helmut Gassel und Stefan Kappis. Beide wurden bereits im Januar 2026 per Gerichtsbeschluss in den Aufsichtsrat berufen – eine Übergangslösung. Die HV muss nun formal über ihre Nachbesetzung entscheiden. Ein Routinepunkt, der dennoch die künftige Kontrollstruktur festlegt.

Das eigentliche Thema: Der Squeeze-Out

Hauptaktionärin Centrotherm AcquiCo AG hält 90 Prozent des Grundkapitals. Ihr Ziel: die verbliebenen Minderheitsaktionäre per Squeeze-Out hinauszudrängen. Die Barabfindung liegt bei 8,74 Euro je Aktie. Ein gerichtlich bestellter Prüfer hat diese Summe als angemessen eingestuft.

Bis es so weit ist, braucht es zwei Dinge: einen zustimmenden HV-Beschluss und die Eintragung ins Handelsregister. Beides scheint auf Kurs. Für Anleger, die höhere Kurse erwartet haben, ist die Abfindung ein Schlag ins Kontor.

Zahlen unter Druck

Das Geschäftsjahr 2025 verlief noch verhalten positiv. Der Umsatz lag bei 211,1 Millionen Euro, getrieben von Halbleiterprojekten. Das EBITDA erreichte 30,6 Millionen Euro – über der eigenen Prognose, aber unter dem Vorjahreswert. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 31,7 Prozent.

Doch der Ausblick trübt ein: Für 2026 erwartet der Vorstand eine Gesamtleistung von nur 90 bis 170 Millionen Euro. Das EBITDA soll deutlich unter dem Vorjahr liegen. Kein Wunder, dass viele Anleger den Squeeze-Out-Angebotspreis wohl als letzte Chance betrachten.

Bis zum 30. Juni bleibt Zeit. Dann fällt die Entscheidung – über den Aufsichtsrat und über die Zukunft der Minderheitsaktionäre.

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