Celonis und BOC Group definieren Prozessmanagement neu
19.02.2026 - 15:22:12 | boerse-global.deCelonis und LeafLabs integrieren Roboterflotten in Geschäftsprozesse. Nur einen Tag zuvor hatte die BOC Group ihr KI-Update für ADONIS vorgestellt. Die Branche erlebt einen Wendepunkt.
Die Grenze zwischen digitaler Analyse und physischer Fabrikhalle löst sich auf. Zwei europäische Marktführer zeigen diese Woche, wie Geschäftsprozessmanagement (BPM) im Jahr 2026 aussieht: als direkte Steuerung von Robotern und durch KI generiertes Prozesswissen.
Roboter-Daten im Business-Dashboard
Die auffälligste Neuheit ist der „Robotic Systems Intelligence Manager“. Die Kooperation zwischen dem Process-Mining-Spezialisten Celonis und dem Engineering-Unternehmen LeafLabs macht Maschinendaten für die Geschäftsführung sichtbar.
Bisher verpufften die bis zu 100 Gigabyte Telemetriedaten pro Roboter und Tag oft isoliert in der Fertigung. Die neue Anwendung speist sie in die Celonis Process Intelligence Platform ein. So wird ein Roboterausfall nicht mehr nur als technischer Fehler, sondern als Störung im Geschäftsprozess „Auftragserfüllung“ erkennbar.
Ein Pilotprojekt bei der Pickle Robot Company zeigt das Potenzial: Die Entwicklungszeit für Kernprozesse soll sich halbiert haben. „Robotische Telemetrie war zu oft vom geschäftlichen Kontext abgekoppelt“, sagt Jami Friedman von LeafLabs. Die Lösung soll eine konsistente Übersicht beim Skalieren von Roboterflotten bieten.
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KI schließt die Lücke zur Dokumentation
Während Celonis die physische Welt erschließt, attackiert die BOC Group ein altes Problem der Branche: das mühsame manuelle Modellieren von Prozessen. Mit ADONIS 18.0 reagiert das Unternehmen auf die Nachfrage nach intelligenterer Prozessmodellierung.
Herzstück ist der „AI Process Extractor“. Die Funktion wandelt bestehende Standardarbeitsanweisungen (SOPs) in Sekunden in vollständige Prozessdiagramme um. Das „leere Blatt Papier“ – eine große Hürde für viele Projekte – gehört damit der Vergangenheit an.
Zusätzlich führt das Update eine „Process Hierarchy Visualization“ ein. Sie soll die Orientierung in komplexen Prozesslandschaften verbessern. „Der Fokus liegt darauf, Prozesswissen in klare Handlungsanweisungen zu übersetzen“, erklärt Produktmanager Tobias Rausch. Technisch setzt Version 18.0 auf eine containerisierte Linux-Basis für mehr Flexibilität in der Cloud.
Trend: Agentic AI übernimmt Steuerung
Diese Ankündigungen sind Teil eines größeren Trends. Bereits Anfang Februar hatte SAP die allgemeine Verfügbarkeit seiner KI-Assistenz „Joule“ für die Process-Intelligence-Suite Signavio bekanntgegeben.
Nutzer können dort über eine Konversationsschnittstelle auf Prozesswissen zugreifen. SAP sieht darin einen Schritt zu KI-Agenten, die komplexe Workflows über verschiedene Anwendungen hinweg orchestrieren.
Analysten beobachten eine klare Konvergenz. Während Celonis die Steuerung von KI- und Maschinen-Agenten in den Fokus rückt, konzentrieren sich Anbieter wie BOC und SAP auf die Interaktion zwischen Mensch und Prozessmodell. Der Gartner Magic Quadrant 2025 stufte bereits Anbieter als „Leader“ ein, die ihre KI-Visionen konsequent umsetzen.
Vom Prozess-Mining zur Operational Reality
Die Woche markiert eine fundamentale Verschiebung. Die Branche verlässt die rein digitale Ebene und erschließt die physische Welt der Operational Technology (OT). Gleichzeitig revolutioniert Generative KI die traditionelle Modellierung.
Was bedeutet das für Unternehmen? Prozess-Dashboards werden künftig nicht nur Finanzkennzahlen, sondern den Echtzeit-Zustand der gesamten Automatisierungsinfrastruktur abbilden. Der hohe initiale Dokumentationsaufwand für Prozesslandkarten sinkt drastisch.
Das Zielbild für 2026 ist das „autonome Unternehmen“, in dem Software und Hardware durch eine gemeinsame Prozessintelligenz synchronisiert agieren. Die Integration von Robotik-Daten durch Celonis dürfte dabei erst der Anfang sein.
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