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Cell Broadcast: Veraltete Smartphones bleiben bei Notfallwarnungen stumm

18.01.2026 - 07:37:12

Millionen Deutsche sind vom digitalen Warnsystem abgeschnitten, weil ihre Handys veraltete Betriebssysteme nutzen. Dies stellt ein doppeltes Sicherheitsrisiko dar.

Das digitale Warnsystem Cell Broadcast erreicht Millionen Deutsche nicht. Der Grund: Ihre Smartphones sind zu alt.

Seit Februar 2023 warnt der Bund die Bevölkerung per Cell Broadcast direkt aufs Handy. Das System funktioniert ohne App und Internet, ist robust und hat einen starken Weckeffekt. Doch es hat eine entscheidende Schwachstelle. Es benötigt ein aktuelles Betriebssystem.

Warum das Betriebssystem die Hürde ist

Um die Alarm-Nachricht zu empfangen, braucht Ihr Gerät eine Mindestversion:
* Android-Smartphones benötigen mindestens Version 11.
* iPhones von Apple brauchen iOS 16.1 oder neuer.

Die Funktion ist tief im System verankert und lässt sich nicht per App nachrüsten. Geräte, die diese Updates nicht mehr erhalten, bleiben im Ernstfall stumm. Das betrifft vor allem ältere Modelle, für die der Herstellersupport bereits ausgelaufen ist.

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Alte Software ist ein doppeltes Sicherheitsrisiko

Ein Smartphone ohne Updates ist nicht nur vom Warnsystem abgeschnitten. Es ist ein Sicherheitsrisiko. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt: Auf ungepatchten Geräten bleiben Sicherheitslücken offen. Das macht sie anfällig für Schadsoftware und Datendiebstahl.

Die Unfähigkeit, Cell-Broadcast-Warnungen zu empfangen, ist oft nur das sichtbarste Symptom dieses veralteten Systems.

So funktioniert der Warnmittel-Mix

Behörden wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) setzen auf einen Mix aus Warnkanälen. Cell Broadcast ist darin ein zentraler Baustein für die schnelle Erst-Alarmierung. Die Nachrichten sind kurz und geben erste Handlungsempfehlungen.

Für detaillierte Informationen, Karten und Entwarnungen sind jedoch weiterhin Warn-Apps wie NINA oder KATWARN nötig. Sie sind die entscheidende Ergänzung – besonders für Besitzer älterer Handys.

Das können Sie jetzt tun

Sichern Sie sich ab, indem Sie diese drei Schritte prüfen:

  1. Betriebssystem updaten: Prüfen Sie in Ihren Geräteeinstellungen, ob ein Update auf Android 11 oder iOS 16.1 möglich ist. Installieren Sie es umgehend.
  2. Warn-App installieren: Laden Sie die offizielle Warn-App NINA herunter. Sie funktioniert auch auf älteren Geräten und liefert standortgenaue, detaillierte Warnungen.
  3. Kaufkriterium beachten: Achten Sie beim nächsten Smartphone-Kauf auf eine lange Update-Garantie des Herstellers. Sie ist ein fundamentales Sicherheitsfeature.

Die Verantwortung, im Notfall gewarnt zu werden, liegt auch bei jedem selbst. Halten Sie Ihre Geräte aktuell und sichern Sie sich mit einer Warn-App ab.

@ boerse-global.de