CDU will Spitzensteuersatz erst ab 80.000 Euro
17.02.2026 - 10:22:12 | boerse-global.deDie CDU fordert eine deutliche Anhebung der Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz. Ihr Koalitionspartner SPD signalisiert Gesprächsbereitschaft – aber nur gegen höhere Abgaben für Topverdiener. Der Streit trifft die Regierung in wirtschaftlich angespannter Zeit.
Linnemanns Vorstoß: Entlastung für die Mittelschicht
Auslöser ist ein Vorstoß von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Er will, dass der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 80.000 Euro greift. Aktuell liegt die Grenze für 2026 bei knapp unter 70.000 Euro.
Linnemann zielt damit auf den sogenannten „Mittelstandsbauch“. Seine Argumentation: Fachkräfte und die qualifizierte Mittelschicht würden zunehmend von Steuersätzen erfasst, die eigentlich für Spitzenverdiener gedacht waren. Die Anhebung soll Leistungsträger entlasten und Arbeitsanreize stärken. Der Vorschlag kommt kurz vor dem CDU-Parteitag in Stuttgart.
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SPD knüpft Zustimmung an „Reichensteuer“
Die SPD reagierte prompt. Zwar wiesen führende Sozialdemokraten die Pläne nicht pauschal zurück, sie stellten aber klare Bedingungen. Eine Entlastung der Mittelschicht sei nur im Paket mit höheren Abgaben für sehr hohe Einkommen denkbar.
Im Gespräch sind eine Anhebung der „Reichensteuer“ oder ein höherer Spitzensteuersatz für Einkommen jenseits neuer Grenzen. Die SPD argumentiert mit der Haushaltslage: Ohne solche Ausgleichsmaßnahmen drohten Milliardenlöcher. „Dies erfordere eine stärkere Besteuerung sehr hoher Einkommen“, so Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion.
Geteiltes Echo von Experten und Opposition
Wirtschaftsexperten bewerten den Vorstoß unterschiedlich. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hält eine Verschiebung der Grenze für sinnvoll, um die kalte Progression zu bekämpfen. Eine Entlastung der Mittelschicht könne den privaten Konsum stützen.
Scharfe Kritik kommt von der Opposition. Katharina Dröge, Fraktionschefin der Grünen, wirft der CDU Klientelpolitik vor. Ihrer Ansicht nach profitieren überproportional Besserverdiener, während Geringverdiener leer ausgehen. Die Linke fordert stattdessen, niedrige Einkommen durch eine Reform der Sozialabgaben zu stärken.
Showdown beim CDU-Parteitag erwartet
Die Debatte findet in schwierigem fiskalischem Terrain statt. Jüngste Steuerschätzungen und gesenkte Konjunkturprognosen lassen der Regierung wenig Spielraum. Eine Verschiebung der Grenze auf 80.000 Euro könnte Steuermindereinnahmen im zweistelligen Milliardenbereich bedeuten.
Die Union setzt auf Wachstumseffekte zur Refinanzierung, die SPD pocht auf Verteilungsgerechtigkeit. Beobachter rechnen damit, dass die CDU-Führung ihren Vorschlag auf dem Parteitag in Stuttgart als Beschlusslage verankern will. Das würde den Druck auf die SPD in den anstehenden Haushaltsverhandlungen deutlich erhöhen. Ob ein Kompromiss gelingt, ist völlig offen.
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