CDU-Flügel fordert Ende der Lifestyle-Teilzeit
06.02.2026 - 21:33:12Ein Vorstoß der CDU-Wirtschaftsvereinigung MIT entfacht eine Grundsatzdebatte über die Zukunft der Arbeit. Die Union will den Rechtsanspruch auf Teilzeit kippen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Doch aktuelle Studien zeigen: Die Mehrheit der Beschäftigten will mehr Freizeit – nicht mehr Geld.
Wirtschaftsflügel will Teilzeit-Recht einschränken
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU stellt den gesetzlichen Teilzeitanspruch infrage. Ihr Antrag für den kommenden Parteitag trägt den provokanten Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“. Die Begründung: Eine freiwillige Arbeitszeitreduzierung zur Lebensgestaltung dürfe nicht dauerhaft vom Sozialstaat abgesichert werden.
Nur bei besonderen Gründen wie Kindererziehung oder Pflege soll Teilzeit demnach noch ein Anrecht sein. Der Vorstoß stößt auf scharfe Kritik. Gewerkschaften und Sozialverbände werfen der MIT vor, die Realität vieler Beschäftigter zu ignorieren. Für viele sei Teilzeit keine Lifestyle-Entscheidung, sondern notwendig, um Beruf und Familie zu vereinbaren oder Überlastung vorzubeugen.
Planen Sie, Ihre Arbeitszeit dauerhaft zu reduzieren – oder sind Sie von einer Teilzeitregelung betroffen? Das kostenlose E‑Book „Unbefristete Teilzeit“ erklärt ausführlich Ihre Rechte seit der Brückenteilzeit-Reform, liefert fertige Musteranträge, Formulierungshilfen und eine Schritt-für-Schritt-Checkliste für Arbeitnehmer, Betriebsräte und Personaler. Zusätzlich erfahren Sie, welche Begründungen rechtlich Erfolg versprechen und wie Sie Fristen korrekt beachten, um Ablehnungen zu vermeiden. Holen Sie sich praktische Vorlagen und rechtssichere Formulierungen. Jetzt kostenloses Teilzeit-E-Book herunterladen
Studie belegt: Zeit schlägt Geld
Die politische Debatte trifft auf einen klaren gesellschaftlichen Trend. Eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) belegt: Über die Hälfte der Beschäftigten wählt bei Tarifoptionen mehr Freizeit statt mehr Gehalt. Diese Präferenz ist bei Frauen und in Betrieben mit hoher Belastung besonders stark.
- Eine Untersuchung von Indeed und der University of Oxford zeigte Ende 2025 bereits einen dramatischen Rückgang der Arbeitszufriedenheit.
- Gleichzeitig gewinnen Faktoren wie Sinnhaftigkeit, Wertschätzung und Work-Life-Balance massiv an Bedeutung.
- Experten sprechen von einem Wertewandel: Die Kontrolle über die eigene Zeit wird zum zentralen Gut.
Vier-Tage-Woche: Große Zustimmung, kleine Umsetzung
Als populärstes Modell für neue Arbeitszeitmodelle steht die Vier-Tage-Woche im Fokus. Pilotprojekte zeigen: Sie kann Zufriedenheit und Gesundheit steigern, ohne die Produktivität zu senken. Laut einer Umfrage befürworten 81 Prozent der Beschäftigten eine kürzere Wochenarbeitszeit.
Doch in der Praxis bleibt das Modell eine Nische. Nur in 0,12 Prozent der Stellenanzeigen wird aktiv damit geworben. Viele Unternehmen scheuen den organisatorischen Aufwand. Kontrovers diskutiert wird vor allem die echte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn. Die Verdichtung der 40-Stunden-Woche auf vier Tage ist dagegen verbreiteter.
Fachkräftemangel befeuert Grundsatzstreit
Im Kern ist die Debatte eine Reaktion auf den akuten Fachkräftemangel. Während Teile von Politik und Wirtschaft fordern, das Arbeitsvolumen insgesamt zu erhöhen, halten Gewerkschaften dagegen. Ihre Argumentation: Erst attraktive und flexible Bedingungen heben ungenutzte Potenziale – etwa bei Teilzeitkräften, die mehr arbeiten würden, wenn die Rahmenbedingungen stimmten.
Die Diskussion berührt auch Gerechtigkeitsfragen. Da Frauen den Großteil der Teilzeitbeschäftigten stellen, würde eine Einschränkung sie besonders treffen. Parallel wird lauter über eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes diskutiert, das eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit vorsehen könnte.
Die Weichen für die Zukunft der Arbeit in Deutschland werden jetzt gestellt. Die Debatte auf dem CDU-Parteitag Ende Februar wird ein erstes Stimmungsbild liefern. Eines ist schon heute klar: Das traditionelle Vollzeitmodell steht so stark infrage wie nie zuvor.
PS: Ein falsch formulierter Teilzeit-Antrag kann Ihre Chancen auf Genehmigung schmälern. Das Gratis-E‑Book „Unbefristete Teilzeit“ enthält konkrete Mustertexte für Anträge und die Kommunikation mit dem Arbeitgeber, Checklisten zur Fristwahrung und praxisnahe Hinweise zur Brückenteilzeit seit 2019. Ideal für Betroffene, Betriebsräte und HR-Verantwortliche, die rechtssicher handeln wollen – schnell und ohne unnötigen juristischen Aufwand. Sichern Sie sich die Vorlagen und vermeiden Sie formale Fehler. Jetzt Teilzeit-Vorlagen gratis herunterladen


