CBAM-Registry: EU verschärft Zugangssicherheit für Importeure
06.02.2026 - 12:44:11Ab sofort gelten für den Zugang zum EU-Klimazoll-Register verschärfte Sicherheitsvorschriften. Die neuen Protokolle treffen europäische Importeure von Stahl, Zement und Wasserstoff in einer entscheidenden Phase – und könnten vor allem kleinere Unternehmen vor technische Hürden stellen.
Brüssel/Berlin – Der EU-Klimazoll CBAM tritt in die heiße Phase ein. Seit Anfang Februar 2026 gelten für das zentrale CBAM-Register deutlich strengere Zugangsregeln. Nutzer müssen sich nun mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung identifizieren, etwa mit einem hochsicheren ELSTER-Organisationszertifikat. Einfache Basis-Zertifikate oder Passwörter reichen nicht mehr aus. Hintergrund ist der Übergang von der Übergangs- in die endgültige Phase des Mechanismus. Ab sofort können Unternehmen den Status eines „Befugten CBAM-Erklärenden“ beantragen – eine Voraussetzung, um künftig Waren ohne Verzögerung an der Grenze einführen zu können.
Höhere Sicherheit für bindende Anträge
Warum dieser Aufwand? Während der Übergangsphase bis Ende 2025 mussten Unternehmen lediglich Daten melden. Jetzt geht es um rechtlich bindende Anträge mit finanzieller Tragweite. „Das Register wandelt sich vom Melde- zum Lizenzierungsportal“, erklärt ein Branchenkenner. Die europäische Steuer- und Zollunion (DG TAXUD) betont, die Maßnahmen seien nötig, um die Integrität des Systems zu schützen. Schließlich wird das Register ab 2027 als Handelsplattform für CBAM-Zertifikate dienen, mit denen die eingebetteten Emissionen von Importgütern abgegolten werden müssen. Ein Betrug oder Diebstahl von Zertifikaten soll so von vornherein ausgeschlossen werden.
Die Umstellung des CBAM-Registers verwandelt Meldungen in rechtlich bindende Pflichten – und viele Importeure sind darauf nicht vorbereitet. Das kostenlose CBAM‑E‑Book erklärt praxisnah, wie Sie den Zugang zum Register absichern, den Antrag auf den „Befugten CBAM‑Erklärenden“ richtig vorbereiten und Fristen wie die 50‑Tonnen‑Schwelle oder die Verkaufsdaten der Zertifikate beachten. Enthalten: Checkliste zur Zertifikats‑Beantragung und ein Fahrplan für 2026–2027. Jetzt kostenlosen CBAM‑Leitfaden herunterladen
Praktische Hürden für kleine Importeure
Die verschärften Login-Anforderungen sorgen bereits für operative Probleme. Handelsverbände melden, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Schwierigkeiten haben, auf die neuen Module zuzugreifen. Oft sind die Nutzerprofile in nationalen Zollportalen wie dem deutschen Zoll-Portal veraltet und erfüllen nicht die geforderten Sicherheitsstandards.
Die Lösung kann Tage dauern: Die Beantragung eines neuen Organisationszertifikats oder die Aktivierung einer eID-Karte ist nicht mit einem Klick erledigt. Berater raten dringend, die Zugangsberechtigungen sofort zu überprüfen. Denn Verzögerungen beim Antrag auf den „Befugten Erklärenden“ könnten später zu Staus bei der Zollabfertigung führen.
Vereinfachungen mit Schwellenwert
Trotz der technischen Hürden gibt es auch Entlastungen. Die sogenannte „Omnibus“-Verordnung von Ende 2025 hat einige Vereinfachungen gebracht. Wichtigste Neuerung: Ein Schwellenwert von 50 Tonnen pro Jahr. Importeure, die weniger als diese Menge an CBAM-Waren einführen, sind von den umfangreichsten Pflichten befreit. Für alle anderen bleibt der Antrag auf Autorisierung verpflichtend. Zudem wurden Fristen verschoben: Der Verkauf der eigentlichen CBAM-Zertifikate startet erst am 1. Februar 2027. Die erste verifizierte Jahreserklärung für 2026 ist nun bis zum 30. September 2027 fällig.
Was Unternehmen jetzt tun müssen
Für die verbleibenden Wochen im Februar 2026 lautet die Prioritätenliste für betroffene Firmen:
- Zugang sichern: IT- und Compliance-Abteilungen müssen prüfen, ob ihre digitalen Zertifikate gültig, eIDAS-konform und für die Zwei-Faktor-Authentifizierung geeignet sind.
- Antrag stellen: Unternehmen, die über 50 Tonnen der betroffenen Güter importieren, sollten ihren Antrag auf den „Befugten CBAM-Erklärenden“ umgehend finalisieren.
Handelsverbände empfehlen, den Login-Prozess als kritischen Compliance-Schritt zu behandeln und etwaige technische Probleme zu dokumentieren. Die aktuelle Sicherheitsverschärfung gilt als Stresstest, bevor das System nächstes Jahr finanziell live geht. Für viele Importeure beginnt der Countdown damit jetzt.


