CBAM lässt Düngemittelimporte einbrechen – Inflationsangst wächst
17.02.2026 - 21:22:11Der neue CO2-Grenzausgleich der EU führt zu einem dramatischen Einbruch bei Düngemittelimporten. Das schürt in Deutschland Ängste vor höheren Lebensmittelpreisen und Versorgungsengpässen.
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Seit Januar 2026 gilt der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) in seiner vollen Schärfe. Die ersten Daten zeigen massive Auswirkungen: Die Einfuhren von Stickstoffdünger in die EU brachen im Januar auf nur noch 190.495 Tonnen ein – ein Rückgang von über 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für die deutsche Landwirtschaft, die stark auf Importe angewiesen ist, ist das ein Alarmsignal.
Landwirte warnen vor Ernte und steigenden Preisen
Die europäischen Bauernverbände Copa und Cogeca schlagen Alarm. Sie sehen in dem Importkollaps eine direkte Bedrohung für die Stabilität der landwirtschaftlichen Produktion. Die durch den CBAM steigenden Düngerpreise könnten die Lieferketten stören und die Kosten für Landwirte explodieren lassen. Laut Verbandsangaben decken die aktuellen Lagerbestände im Schnitt nur die Hälfte des Bedarfs für die diesjährige Ernte. Die Folge? Höhere Produktionskosten, die am Ende die Verbraucher an der Supermarktkasse treffen werden.
„Das ist ein Weckruf für die gesamte Industrie“, kommentiert ein deutscher Wirtschaftsverband die Entwicklung. Der CBAM trifft neben Düngemitteln auch Grundstoffe wie Stahl, Aluminium und Zement. Seit der Übergangsphase 2023 klagen Unternehmen über enorme bürokratische Hürden. Ein Kernproblem: Die Beschaffung verlässlicher Emissionsdaten von Lieferanten außerhalb der EU. Viele Zulieferer sind dazu nicht bereit oder in der Lage. Für kleine und mittlere Unternehmen ist der Aufwand kaum zu stemmen.
Fördert der Klimaschutz die Deindustrialisierung?
Die zusätzlichen Kosten und der administrative Aufwand befeuern eine alte Debatte neu: Steht Deutschland durch Überregulierung vor einer Deindustrialisierung? Die Industrie kämpft bereits mit hohen Energiekosten. Der CBAM könnte nun die Wettbewerbsfähigkeit weiter schwächen.
Kritiker warnen, das Instrument verhindere das sogenannte Carbon Leakage – die Abwanderung umweltschädlicher Produktion – nicht, sondern fördere es womöglich sogar. Ein Hauptkritikpunkt: Während Importe verteuert werden, bleiben Exporte im Nachteil. Deutsche Firmen, die importierte Vorprodukte verarbeiten und weltweit verkaufen, bekommen die CO2-Kosten nicht erstattet. Diese Schieflage könnte Unternehmen veranlassen, ihre Produktion ganz aus der EU zu verlagern.
Der drastische Einbruch bei den Düngemitteln ist ein deutliches Frühwarnzeichen. Das Instrument soll eigentlich faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und den Klimaschutz global vorantreiben. In der Praxis zeigt sich nun, wie empfindlich es europäische Wertschöpfungsketten treffen kann. Die EU-Kommission und die Bundesregierung stehen unter Druck, die Auswirkungen genau zu beobachten und nachzusteuern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es sich um einen kurzen Anpassungsschock oder den Beginn einer dauerhaften Belastung handelt.
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