CATL Aktie: Jianxiawo-Mine mit 100.000-Tonnen-Kapazität
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 12:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der weltgrößte Batteriehersteller CATL steuert auf eine wegweisende Berichtssaison zu. Während die Nachfrage nach reinen Elektroautos stagniert, justieren große Analysehäuser ihre Erwartungen für den chinesischen Konzern neu. Im Zentrum stehen dabei schwankende Rohstoffkosten und technologische Sprünge im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Macquarie senkt kurzfristige Gewinnprognosen
Die Investmentbank Macquarie hat ihre Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2026 um neun Prozent gesenkt. Die Analysten rechnen für das abgelaufene zweite Quartal mit Auslieferungen von rund 202 Gigawattstunden. Dieser Wert liegt deutlich hinter den ursprünglichen Markterwartungen zurück.
Parallel dazu dürfte der Quartalsumsatz bei 139,1 Milliarden RMB liegen — etwa sechs Prozent unter dem allgemeinen Konsens. Grund für diese Vorsicht sind die volatilen Preise für Batterierohstoffe sowie der harte Wettbewerb bei stationären Energiespeichern.
Trotz des kurzfristigen Drucks hob Macquarie das Kursziel für die Aktie auf 700 HKD an. Die Bank begründet diesen Schritt mit einer Bewertung auf Basis der geschätzten Gewinne für 2027. Analysten sehen CATL gut positioniert, um die schwächere Inlandsnachfrage durch größere Batteriepakete pro Fahrzeug auszugleichen.
Rohstoffsicherung durch größte Lepidolith-Mine
Ein wichtiger Faktor für die künftige Margenstabilität ist die Jianxiawo-Mine in der Provinz Jiangxi. Nach einer zehnmonatigen Betriebspause nahm die weltweit größte Mine für Lepidolith Mitte 2026 die Produktion wieder auf. Die Anlage verfügt über eine jährliche Kapazität von rund 100.000 Tonnen Lithiumkarbonat.
Die Wiederaufnahme bringt im zweiten Halbjahr schätzungsweise 45.000 Tonnen zusätzliches Lithium auf den Markt. Das erhöhte Angebot stabilisiert die Einkaufspreise für CATL und sichert die Profitabilität der Batterieproduktion ab. Indes zeigt sich die Aktionärsstruktur in Bewegung: JPMorgan Chase reduzierte im Juli seine Beteiligung durch den Verkauf von etwa 548.600 Aktien. Die Transaktion hatte ein Volumen von rund 334 Millionen HKD.
Neue Märkte durch KI-Rechenzentren
Technologisch bereitet CATL den Vorstoß in den Sektor der Künstlichen Intelligenz vor. Das Joint Venture Ampace entwickelt spezielle Batterien für die unterbrechungsfreie Stromversorgung von Rechenzentren. Diese nutzen Halbfestkörper-Zellen, um den extrem hohen Energiebedarf von KI-Anwendungen abzusichern.
Die neuen Speicherlösungen sind auf hohe Frequenzen und maximale Zuverlässigkeit ausgelegt. Damit reagiert das Unternehmen auf den globalen Trend zur Lokalisierung von Lieferketten. Anleger achten bei den kommenden Quartalszahlen besonders auf die operative Marge, da die Kostenkontrolle durch die eigene Lithium-Förderung nun voll greifen muss.
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