CATL Aktie: 33,4 Milliarden für Yagen II
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der weltweit führende Batteriehersteller CATL treibt seine vertikale Integration und technologische Diversifizierung mit massiven Investitionen voran. Das Unternehmen engagiert sich mit einer Milliardenbeteiligung an einem chinesischen Wasserkraftprojekt, um die Versorgung seiner Produktionsstandorte mit grüner Energie langfristig abzusichern. Parallel dazu erzielt der Konzern signifikante Durchbrüche bei der Vermarktung seiner Natrium-Ionen-Technologie in Europa.
Strategische Beteiligung an Giganten-Wasserkraftwerk
CATL festigt seine Position in der Wertschöpfungskette durch eine Kooperation mit SDIC Power. Wie aus Mitteilungen hervorgeht, gründet die Tochtergesellschaft Yajiang Hydropower gemeinsam mit CATL ein Joint Venture zum Bau des Wasserkraftwerks Yagen II. Das Gesamtinvestitionsvolumen für dieses Vorhaben beläuft sich auf rund 33,394 Milliarden CNY. CATL hält an dem neuen Unternehmen einen Anteil von 10 Prozent.
Das Kraftwerk soll über eine installierte Leistung von 2,4 Millionen Kilowatt verfügen und jährlich etwa 8,645 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Planung sieht vor, dass das erste Aggregat im Jahr 2035 in Betrieb geht, während die vollständige Fertigstellung für 2026 angestrebt wird. Dieser Schritt dient primär der Versorgung des Batterie-Produktionsstandorts in der Provinz Sichuan mit regenerativer Energie. Hintergrund sind die verschärften EU-Batterieverordnungen hinsichtlich des CO2-Fußabdrucks. Medienberichten zufolge könnte CATL durch den Einsatz von Ökostrom Zölle in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro pro Gigawattstunde einsparen. Zuvor war das Unternehmen bereits Beteiligungen an den Wasserkraftwerken Danba und Huane Lancangjiang eingegangen.
Durchbruch für Natrium-Ionen-Technologie in Europa
Neben der Energieversorgung forciert CATL den Markteintritt neuer Zellchemie-Technologien. Das Unternehmen hat mit dem osteuropäischen Spezialisten für erneuerbare Energien, Solarpro, einen Vertrag über die Lieferung von Natrium-Ionen-Batteriespeichern mit einer Gesamtkapazität von 2 GWh unterzeichnet. Dabei kommt das „Tener Sodium“-System zum Einsatz, das sich durch eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren und 15.000 Ladezyklen auszeichnet. Ein wesentlicher Vorteil der Technologie ist die Leistungsfähigkeit bei extremen Temperaturen: Selbst bei -20 Grad Celsius soll das System noch 92 Prozent seiner Kapazität abrufen können.
Dieser Deal folgt auf eine Grundsatzvereinbarung mit dem Unternehmen Alfen über die Bereitstellung von 5 GWh Natrium-Ionen-Speichern in Europa. CATL plant, erste Lieferungen in China im September 2026 zu starten, während die weltweite kommerzielle Auslieferung für Juni 2027 vorgesehen ist. Die Hinwendung zur Natrium-Ionen-Basis dient der Diversifizierung und soll die Abhängigkeit von der Preisvolatilität bei Lithium reduzieren.
Globale Marktstellung und ökologische Standards
Im Rahmen seiner Europa-Strategie betont CATL die Notwendigkeit lokaler Lieferketten und hoher Recyclingquoten. Feng Shen, Managing Director für die Region Europa, verwies in diesem Zusammenhang auf die erreichten Standards in der Wiederverwertung: Das Unternehmen erzielt bei Nickel, Kobalt und Mangan Rückgewinnungsraten von bis zu 99,6 Prozent, bei Lithium liegt der Wert bei 96,5 Prozent. Mit über 1.000 europäischen Zulieferern und Partnerschaften mit Organisationen wie dem Fraunhofer IKTS oder dem TÜV Süd unterstreicht der Konzern seine Ambitionen auf dem Kontinent.
An den Finanzmärkten reagierten Anleger positiv auf die Expansionspläne. Der Kurs der CATL-Aktie legte heute um 1,53 Prozent zu und notiert bei 382,20 CNY. Auf Sicht der letzten 12 Monate verzeichnet das Wertpapier damit ein deutliches Plus von 37,16 Prozent. Trotz der ambitionierten Investitionsprojekte bleibt die Bewertung im Branchenvergleich beachtet; Analysten verweisen auf das solide Gewinnwachstum im ersten Quartal 2026, in dem ein Gewinn von 20,74 Milliarden CNY bei einem Umsatz von 129,13 Milliarden CNY erwirtschaftet wurde.
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