Cathay General Aktie: Margenserie hält an
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 01:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Acht Quartale in Folge steigende Zinsmarge – das schafft in der aktuellen Bankenlandschaft kaum ein Institut. Cathay General Bancorp gelingt genau das, und die am 22. Juli vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal 2026 zeigen, warum die Kalifornien-Bank trotz eines schwierigen Zinsumfelds weiter Boden gutmacht.
Die älteste noch operierende chinesisch-amerikanische Bank der USA verdiente im zweiten Quartal 92,2 Millionen Dollar, das Ergebnis je Aktie lag bei 1,37 Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 1,35 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 222,3 Millionen Dollar, ebenfalls über der Konsensschätzung von 218,27 Millionen Dollar. Im Jahresvergleich wuchs der Gewinn um 19 Prozent, gegenüber dem Vorquartal um 6 Prozent.
Zinsmarge als Kernstory
Der eigentliche Treiber bleibt die Nettozinsmarge. Sie kletterte auf 3,48 Prozent – fünf Basispunkte mehr als im Vorquartal und 21 Basispunkte über dem Vorjahreswert. Der Schlüssel dazu liegt weniger auf der Kreditseite als bei den Finanzierungskosten: Die durchschnittlichen Kosten für verzinsliche Einlagen fielen um zehn Basispunkte auf 286 Basispunkte, während die Kreditrenditen nur leicht nachgaben.
Das Nettozinsergebnis stieg entsprechend auf 200,9 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr bestätigte das Management die Margenprognose von 3,40 bis 3,50 Prozent – nun allerdings unter der Annahme einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September, statt bisher keiner Zinsbewegung.
Eine Umschichtung im Wertpapierportfolio sorgte im Quartal für Nebengeräusche: Der Verkauf niedrig verzinster Papiere im Volumen von rund 160 Millionen Dollar kostete vorab 10,6 Millionen Dollar, soll aber künftig jährlich rund 8,5 Millionen Dollar an zusätzlichem Ertrag und etwa drei Basispunkte Margenvorteil bringen.
Bilanz wächst, Kreditqualität bleibt stabil
Die Bilanzsumme stieg auf 24,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Bruttokredite wuchsen um 2,2 Prozent auf 20,6 Milliarden Dollar, die Einlagen um 1,9 Prozent auf 21,1 Milliarden Dollar. Die Wachstumsprognose für Einlagen senkte das Management für das Gesamtjahr von 4 bis 5 Prozent auf 3 bis 4 Prozent, verwies aber auf spürbaren Rückenwind im Mai und Juni.
Bei der Kreditqualität gibt es wenig zu beanstanden: Die Nettoabschreibungen lagen bei nur 0,04 Prozent der durchschnittlichen Kredite. Kritisierte und klassifizierte Kredite sanken quartalsweise um 12,4 Prozent. Das Engagement im Gewerbeimmobilienbereich, mit 52 Prozent der Kredite der größte Portfolioblock, bleibt mit einer Konzentrationsquote von 277 Prozent deutlich unter der regulatorischen Schwelle von 300 Prozent.
Kapitalrückgabe ausgebaut
Der Vorstand erhöhte die bestehende Ermächtigung zum Aktienrückkauf von 150 auf 200 Millionen Dollar, vorbehaltlich regulatorischer Freigabe. Im Berichtsquartal wurden 242.148 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 58,00 Dollar zurückgekauft. Die Quartalsdividende bleibt bei 0,38 Dollar je Aktie, entsprechend 1,52 Dollar auf Jahressicht.
Zusätzlich billigte der Vorstand die Tilgung von Trust Preferred Securities im Umfang von 54,1 Millionen Dollar aus einem Gesamtbestand von 119,1 Millionen Dollar – ein Schritt, der die Finanzierungskosten weiter senken soll. Das harte Kernkapital (CET1) lag bei 13,70 Prozent, fast doppelt so hoch wie die regulatorische Mindestanforderung.
Die Aktie schloss den Handel bei 61,32 Dollar, ein Minus von 1,19 Prozent, und bewegte sich nachbörslich kaum. Für das dritte Quartal meldete das Management bereits ein starkes Kreditneugeschäft von rund 200 Millionen Dollar allein in den ersten drei Juliwochen, vor allem aus dem Gewerbeimmobiliensegment.
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