Cashlink treibt mit Token-Bonds die digitale Finanzwende voran
05.04.2026 - 12:41:08 | boerse-global.deFrankfurt führt mit elektronischen Wertpapieren den globalen Kapitalmarkt an. Das Frankfurter Fintech Cashlink hat diese Woche eine Serie neuer Digital-Asset-Emissionen nach dem Elektronischen Wertpapiergesetz (eWpG) angekündigt. Nach dem erfolgreichen Start eines tokenisierten Solarpark-Anleihe zeigt sich: Die Infrastruktur für einen voll digitalen Kapitalmarkt ist einsatzbereit. Das verändert die Finanzierung für Mittelstand und Institutionen grundlegend.
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Solar-Bond als Blaupause für grüne Finanzierung
Der Pioniergeist beweist sich im Praxistest: Gemeinsam mit den Partnern FINEXITY und Tangany emittierte Cashlink kürzlich eine tokenisierte Solarpark-Anleihe auf der Stellar-Blockchain. Mehr als ein grünes Finanzprodukt ist dies der Machbarkeitsbeweis für die interoperable, regulierte Infrastruktur, die der Gesetzgeber mit dem eWpG 2021 schaffen wollte.
Die Technologie dahinter ist Cashlinks eigene „Connect“-Infrastruktur. Sie verwaltet den gesamten Lebenszyklus der Wertpapiere. Im Gesetz als Kryptowertpapiere geführt, ermöglichen sie den Wegfall globaler Sammelurkunden – und damit auch der teuren manuellen Prozesse und Intermediäre. Für Erneuerbare-Energien-Projekte öffnen sich so neue, effizientere Finanzierungsquellen.
Doppellizenz als Wettbewerbsvorteil
Die Grundlage für diese Pionierarbeit ist ein umfassendes regulatorisches Fundament. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Cashlink gleich zwei zentrale Lizenzen erteilt: die für die Kryptowertpapierregisterführung (2024) und die Krypto-Verwahrlizenz (Ende 2024).
Diese vertikale Integration ist ein Schlüsselvorteil. Cashlink kann so als einziger Anbieter sowohl das Eigentumsregister führen als auch die privaten Schlüssel der tokenisierten Assets verwalten. Das reduziert Reibungsverluste und gewährleistet Compliance mit dem Kreditwesengesetz (KWG) und der EU-weiten MiCA-Verordnung. Ein Rundum-sorglos-Paket für Emittenten.
Institutionen setzen voll auf die digitale Infrastruktur
Das Vertrauen in die Technologie ist längst in der etablierten Finanzwelt angekommen. Schwergewichte wie die KfW und NRW.BANK nutzen Cashlinks Plattform seit zwei Jahren für digitale Anleihen. NRW.BANK platzierte etwa eine 100-Millionen-Euro-Digitalanleihe über das Register.
Auch Privatbanken wie Metzler erschließen ihren Mandanten über tokenisierte Fondsanteile Zugang zu schwer handelbaren Assets wie Immobilien oder Private Equity. Die seit 2025 bestehende Partnerschaft mit Handelsplätzen wie 21X schafft zudem einen liquiden Sekundärmarkt. Die Ära des effektiven Stücks geht damit auch in Deutschland ihrem Ende entgegen.
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Bis zu 85 Prozent geringere Kosten treiben die Revolution
Der wirtschaftliche Antrieb der Digitalwende ist überwältigend: Studien zufolge können DLT-basierte Emission und Abwicklung die Kosten über den Lebenszyklus eines Finanzinstruments um bis zu 85 Prozent senken. Smart Contracts automatisieren Zinszahlungen und Stimmrechtsausübung. Der angestrebte T+0-Settlement – die sofortige Abwicklung – reduziert zudem das Kontrahentenrisiko und setzt Kapital frei.
Deutschlands frühe und klare Regulierung durch das eWpG erweist sich als Standortvorteil. Während andere Jurisdiktionen noch hadern, bietet das Gesetz einen „Safe Harbour“ für Innovation. Mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz könnte der Anwendungsbereich bald auf weitere Eigenkapitalinstrumente ausgeweitet werden.
Der Weg zu Volumen in Milliardenhöhe ist geebnet
Die Weichen für exponentielles Wachstum sind gestellt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass das Volumen tokenisierter Wertpapiere in Deutschland noch 2026 die Milliardengrenze überschreiten wird. Treiber werden die Integration des digitalen Euros und sogenannter Deposit Tokens sein, die eine nahtlose Delivery-versus-Payment-Abwicklung in Zentralbankgeld ermöglichen.
Die Entwicklung dieser Woche zeigt einen großen trend: die Demokratisierung des Kapitalmarkts. Durch geringere Kosten und Komplexität erhalten nun auch kleinere Unternehmen Zugang zu Finanzierungswerkzeugen, die früher Großkonzernen vorbehalten waren. Die Unterscheidung zwischen „traditionell“ und „digital“ wird verschwinden – zugunsten eines einheitlichen, effizienteren Finanzsystems für das 21. Jahrhundert.
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