Caritas, Schutz

Caritas fordert verbindlichen Schutz für Sozialarbeiter

05.02.2026 - 11:16:12

Der Deutsche Caritasverband kritisiert den Regierungsentwurf zum Schutz uniformierter Kräfte als zu eng und verlangt verbindliche Sicherheitskonzepte für alle sozialen Einrichtungen.

Der Deutsche Caritasverband verlangt gesetzlich vorgeschriebene Schutzkonzepte für alle sozialen Einrichtungen. Grund ist die zunehmende Gewalt gegen Mitarbeiter und Ehrenamtliche.

Kritik an geplantem Gesetz: Schutz nur für Uniformierte?

Der Vorstoß ist eine Reaktion auf den Regierungsentwurf für ein „Gesetz zur Stärkung des Schutzes des Gemeinwesens“. Dieser sieht schärfere Strafen für Angriffe vor – allerdings primär auf Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte.

Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa kritisiert diese Einschränkung als realitätsfern. „Gewalt beschränkt sich nicht auf uniformierte Berufsgruppen“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme. Auch Sozialarbeiter, Pflegekräfte, Mitarbeiter in Obdachlosenunterkünften und Helfer in der Flüchtlingsarbeit seien zunehmend Aggressionen ausgesetzt.

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Durch den Fokus auf wenige Berufe entstehe eine ungerechtfertigte „Hierarchie des Schutzes“. Jeder, der Verantwortung für die Gemeinschaft übernehme – ob hauptamtlich oder ehrenamtlich – verdiene gleichen rechtlichen Schutz.

Prävention statt Strafe: Was Schutzkonzepte leisten sollen

Im Kern der Forderung steht ein präventiver Ansatz. Strafrechtliche Verfolgung allein verhindere Übergriffe nicht, so der Verband. Gefordert wird ein rechtlicher Rahmen, der für alle sozialen Einrichtungen verbindliche Schutzkonzepte vorschreibt.

Diese Konzepte sollen konkrete Maßnahmen umfassen:
* Regelmäßige Deeskalationstrainings für alle Mitarbeiter.
* Angemessene Personalausstattung, da Unterbesetzung Konflikte verschärft.
* Strukturelle Sicherheitsvorkehrungen in den Einrichtungen.
* Klare Nachsorge- und Unterstützungsangebote für Betroffene.

Solche Konzepte haben sich in Pilotprojekten bereits bewährt. Eine flächendeckende Umsetzung scheitert bislang am fehlenden gesetzlichen Zwang.

Ein riesiger Sektor unter Druck

Die Dringlichkeit unterstreichen die Dimensionen: Allein der Caritasverband vertritt rund 740.000 Hauptamtliche und Hunderttausende Ehrenamtliche. Der katholische Krankenhausverband beschäftigt über 204.000 Ärzte und Pflegekräfte, in Caritas-Pflegeheimen arbeiten weitere 121.550 Pflegekräfte.

Berichte über verbale Angriffe, Bedrohungen und tätliche Übergriffe in diesen Bereichen häufen sich. Die Regierung drohe mit ihrem Gesetzentwurf, die täglichen Risiken dieser großen Berufsgruppe zu übersehen, so die Kritik.

Weitere Kritikpunkte am Gesetzespaket

Caritas äußerte in der Stellungnahme auch Bedenken zu anderen Teilen des Vorhabens. Besonders kritisch sieht der Verband geplante Verschärfungen im Aufenthalts- und Ausweisungsrecht, etwa Einschränkungen beim Familiennachzug, die im selben Gesetzespaket enthalten sind.

Diese Maßnahmen würden nicht zum Schutzziel beitragen, sondern könnten Integration und sozialen Zusammenhalt behindern. Damit entstünden womöglich neue Spannungen, anstatt bestehende zu lösen.

Was eine Umsetzung bedeuten würde

Die Debatte um das Gesetz wird in den kommenden Wochen im parlamentarischen Verfahren an Schärfe gewinnen. Caritas kündigte an, weiter für eine Ausweitung des Schutzes auf die gesamte Sozialwirtschaft zu lobbyieren.

Experten sehen in der Forderung nach verbindlichen Schutzkonzepten einen möglichen Wendepunkt. Würde die Regierung sie übernehmen, müssten Einrichtungen in Training und Sicherheit investieren. Die Refinanzierung über Krankenkassen und Kommunen müsste angepasst werden.

Die Botschaft des größten Wohlfahrtsverbands ist klar: Rechtliche Abschreckung reicht nicht aus. Nötig sind konkrete, präventive Maßnahmen für die Sicherheit im Arbeitsalltag.

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