Cardano: Tiefster Stand seit Dezember 2020
08.06.2026 - 13:00:02 | boerse-global.de
Cardano hat in einer Woche 31 Prozent verloren und notiert auf dem niedrigsten Niveau seit Dezember 2020. Hinter dem Kurseinbruch steckt mehr als schlechte Marktstimmung — das Ökosystem kämpft mit Plattformschließungen, einem Governance-Stillstand und dem Abgang wichtiger Mitarbeiter.
Ökosystem unter Druck
Die Analyseplattform TapTools und der NFT-Marktplatz JPG Store haben den Betrieb eingestellt. Der Cardano Summit 2026 wurde nach einem Community-Vote abgesagt, weil die notwendige Treasury-Finanzierung abgelehnt wurde. Am 6. Juni kündigte Kernentwickler „Chicken" (@navir333) seinen Abgang an — nach 14 Monaten Arbeitslosigkeit und mit deutlicher Kritik an einem Ökosystem, das Forschung über Einnahmen stelle. Er meldete zuvor Privatinsolvenz an.
Gründer Charles Hoskinson stellte klar, dass seine angekündigte „Pause" nur für soziale Medien galt. Allerdings warnte er vor einer „Welle von Ausfällen" in der zweiten Jahreshälfte 2026. Als Ursache nannte er das dezentrale Governance-Modell, das Notfallbudgets blockiere und Rettungsmaßnahmen verhindere.
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On-Chain-Daten senden gemischte Signale
Trotz des Kurseinbruchs zeigen einige Metriken Gegenläufiges. Die täglich aktiven Adressen stiegen laut Santiment auf ein Viermonatshoch von 28.459 — ein Zeichen, dass das Interesse am Netzwerk zumindest kurzfristig anzieht. Wale mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen ADA haben seit dem 1. Juni rund 220 Millionen Token akkumuliert.
Das DeFi-Segment erzählt eine andere Geschichte. Der Total Value Locked im Netzwerk ist auf rund 124 Millionen Dollar gefallen — Ende 2024 waren es noch 905 Millionen Dollar. Das wöchentliche DEX-Volumen brach von 19 Millionen auf 1,9 Millionen ADA ein.
Technisches Bild bleibt angespannt
Der RSI liegt bei 16,5 und damit tief im überverkauften Bereich. Das Long/Short-Verhältnis von 0,80 spiegelt die bearishe Positionierung wider. ADA notiert rund 47 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts und hat seit Jahresbeginn mehr als 54 Prozent verloren.
Analysten sehen die nächste relevante Unterstützung bei 0,14 Dollar, darunter bei 0,12 und 0,10 Dollar. Eine Erholung auf 0,30 Dollar würde eine Kursverdopplung vom aktuellen Niveau erfordern. Das Ouroboros-Leios-Upgrade ist für Juni 2026 geplant — ob es als Katalysator wirkt, hängt maßgeblich davon ab, ob die Governance-Krise bis dahin gelöst wird.
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