Cardano: Leios-Testnet startet am 23. Juni
24.06.2026 - 05:49:50 | boerse-global.de
Cardano baut seine Infrastruktur in hohem Tempo aus. Gleichzeitig notiert ADA nahe seinem 52-Wochen-Tief — ein Widerspruch, der die Stimmung rund um das Netzwerk prägt.
Leios-Testnet geht live
Am 23. Juni startete Cardano das öffentliche Musashi-Dojo-Testnetz für sein Ouroboros-Leios-Skalierungsprotokoll. Das Ziel ist ehrgeizig: Der Durchsatz soll langfristig auf das 30- bis 65-Fache des aktuellen Niveaus steigen. Zunächst rechnet das Team mit einer zwei- bis fünffachen Verbesserung.
Das Programm läuft in fünf Phasen. Ein Mainnet-Hard-Fork ist für November 2026 geplant. Leios soll die seit Jahren kritisierte Transaktionskapazität von Cardano verbessern — und damit DeFi-Anwendungen sowie tokenisierte Realwerte auf dem Netzwerk attraktiver machen.
Die On-Chain-Metriken zeigen bislang wenig Reaktion. Aktive Staking-Adressen lagen am 21. Juni nahe Vier-Monats-Tiefs. Das ist kein Alarmsignal, aber ein Hinweis darauf, dass technische Meilensteine allein keine sofortige Nutzerdynamik erzeugen.
Van-Rossem-Hard-Fork nimmt Form an
Parallel läuft der Governance-Prozess für den Van-Rossem-Hard-Fork. Die zugehörige Governance-Aktion für Protokollversion 11 wurde am 16. Juni auf dem Mainnet eingereicht. Die frühestmögliche Ratifizierung war für den 23. Juni vorgesehen, das frühestmögliche Inkrafttreten für den 28. Juni.
Das Upgrade bringt verbesserte Plutus-Smart-Contract-Leistung, mehr Konsistenz im Ledger und stärkere Node-Sicherheit. Ein wachsender Anteil der Nodes meldet bereits Bereitschaft.
Midnight wächst — besonders in Japan
Das datenschutzorientierte Midnight-Projekt macht ebenfalls Fortschritte. Cardano-Gründer Charles Hoskinson deutete am 19. Juni eine abgeschlossene Partnerschaft in Japan an. Der Name des Partners bleibt vorerst unbekannt. Die Kooperation soll die Liquidität des NIGHT-Tokens in der Region stärken.
Cardanos kommerzieller Arm EMURGO hat unterdessen Partnerschaften mit den japanischen Fintechs Slash Vision Labs und SecondFi bekannt gegeben. Ziel ist die Einführung der Cardano Card. Damit können japanische Nutzer Stablecoins für Zahlungen in QR-Code-Netzwerken einsetzen.
Am 23. Juni demonstrierte das Team zudem einen nativen Testnet-Transfer des fiat-gedeckten Stablecoins USDM vom Cardano-Hauptnetz in das Midnight-Sidechain. Die Transaktion nutzt Zero-Knowledge-Technologie — Informationen lassen sich verifizieren, ohne alle zugrunde liegenden Daten offenzulegen. Für regulierte Institutionen ist das ein relevantes Merkmal.
Kurs bleibt unter Druck
ADA handelt aktuell bei 0,15 USD — nahe dem 52-Wochen-Tief vom 6. Juni. Seit Jahresbeginn hat der Token rund 57 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 29, was technisch auf überverkaufte Bedingungen hindeutet.
Hoskinson hat einen Strukturplan skizziert: Governance-Reform, ein dreischichtiges Finanzierungsmodell und kommerzielles Wachstum über Leios und Midnight. Die kommenden Monate sollen eine Aufbauphase sein — mit neuen Showcases im Herbst. Ob das reicht, um institutionelle Nachfrage zu mobilisieren, wird sich spätestens mit dem Mainnet-Launch von Leios im November zeigen.
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