CAPE-System, Milliarden-Rückzahlung

CAPE-System: Milliarden-Rückzahlung startet holprig

23.04.2026 - 02:18:26 | boerse-global.de

Das neue US-Zollsystem CAPE zur Rückzahlung von 166-175 Mrd. Euro ist gestartet, leidet jedoch unter technischen Pannen und schließt viele Importeure in der ersten Phase aus.

CAPE-System: Milliarden-Rückzahlung startet holprig - Foto: über boerse-global.de
CAPE-System: Milliarden-Rückzahlung startet holprig - Foto: über boerse-global.de

Doch technische Pannen und bürokratische Hürden bremsen den Milliardenfluss an die Importeure aus.

Das neue CAPE-System (Consolidated Administration and Processing of Entries) soll die Rückzahlung von 166 bis 175 Milliarden Euro an Zöllen ermöglichen. Diese waren 2025 unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhoben, aber vom Obersten Gerichtshof im Februar für unrechtmäßig erklärt worden. Die Rückforderung ist jedoch kein Selbstläufer.

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Technische Probleme lähmen Startwoche

Seit dem Start am 20. April kämpft das Portal mit massiven Anlaufschwierigkeiten. Viele Unternehmen berichten von Systemabstürzen und können die erforderlichen Anträge nicht einreichen. Die hohen Zugriffszahlen überlasten die Plattform im Automated Commercial Environment (ACE).

Ein CEO eines betroffenen Spielwarenherstellers bezeichnete die Oberfläche in den ersten Stunden als "nicht funktionsfähig". Die Umstellung auf ausschließlich elektronische Zahlungen verschärft die Lage: Seit dem 6. Februar stellt der Zoll keine Papierschecks mehr aus. Wer keine aktuellen Bankdaten im System hinterlegt hat, erhält sein Geld nicht – die Rückzahlung wird einfach zurückgehalten.

Erste Phase schließt viele Importeure aus

Das größte Problem ist jedoch der enge Rahmen der ersten Phase. Nur etwa 63 Prozent der betroffenen Warensendungen sind derzeit überhaupt antragsberechtigt. Vor allem bereits endgültig abgeschlossene Zollverfahren oder solche unter laufendem Protest sind ausgeschlossen.

Für 37 Prozent der Ansprüche – und damit für Milliardenbeträge – gibt es noch keinen klaren Fahrplan zur Rückerstattung. Die Behörde verspricht zwar weitere Phasen, nennt aber keine Termine. Zudem liegt die Beweislast komplett bei den Unternehmen: Sie müssen jede einzelne Sendung identifizieren und den gezahlten Betrag nachweisen. Für Großimporteure mit Tausenden Sendungen eine Herkulesaufgabe.

EU bereitet ähnliche Zollrevolution vor

Während die USA mit CAPE kämpfen, steht Europa vor einer eigenen Zollwende. Ab dem 1. Juli 2026 fällt die steuerfreie Grenze von 150 Euro für Online-Importe. Jedes Paket unter diesem Wert wird dann pauschal mit drei Euro verzollt.

Hintergrund ist die Explosion der Paketmengen: Statt vier Millionen täglich wie 2022 werden inzwischen zwölf Millionen Kleinsendungen pro Tag bearbeitet. Diese Maßnahme ist der Vorläufer für den geplanten EU Customs Data Hub, der Mitte 2028 starten soll. Wie CAPE soll auch dieses digitale System Berichte bündeln und Bürokratie abbauen. Logistiker befürchten jedoch längere Lieferzeiten und mehr Rücksendungen an der Grenze.

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Wettlauf gegen die Zeit für viele Firmen

Für viele Unternehmen geht es ums Überleben. Einige sollen bereits Kredite aufnehmen, wobei die erwarteten Zollrückzahlungen als Sicherheit dienen. Die Behörde verspricht eine Bearbeitungszeit von 60 bis 90 Tagen nach Antragseingang. Sendungen mit Compliance-Bedenken, etwa zu Ursprung oder Anti-Dumping-Zöllen, dürften jedoch deutlich länger brauchen.

Rechtsanwälte raten ihren Mandanten deshalb zu einer Doppelstrategie: Parallel zum CAPE-Antrag sollten weiter formelle Proteste für Sendungen nahe der 180-Tage-Frist eingelegt werden, um alle Rechtswege offen zu halten.

Ob CAPE den Ansturm von 330.000 Importeuren und 53 Millionen Sendungen bewältigen kann, ist noch ungewiss. Klar ist: Wer sein Geld schnell sehen will, muss jetzt seine Daten in Ordnung bringen – und viel Geduld mitbringen.

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