Canopy Growth Aktie: Supreme Court stärkt Cannabis
29.06.2026 - 22:15:02 | boerse-global.de
Cannabis-Aktien bekommen selten Schützenhilfe vom Obersten Gericht der USA. Canopy Growth schon — und der Kurs reagiert.
Die Aktie legte am Montag um 3,51 Prozent auf 0,85 Euro zu. Auslöser ist ein Urteil des U.S. Supreme Court, das die Normalisierung von Cannabis auf Bundesebene weiter vorantreibt.
Historisches Urteil mit neun zu null
Der Supreme Court entschied einstimmig im Fall United States v. Hemani: Das bundesweite Verbot, Schusswaffen zu besitzen, darf nicht auf gelegentliche Cannabiskonsumenten angewendet werden. Es verstoße gegen den zweiten Zusatzartikel der Verfassung. Richter Neil Gorsuch schrieb in der Urteilsbegründung, das Recht auf Waffenbesitz bleibe für nicht-habituelle Nutzer erhalten.
Das Urteil ist eng gefasst. Es schützt keine Personen, die aktiv unter dem Einfluss von Cannabis stehen oder abhängig sind. Dennoch markiert es eine klare Abkehr von bisheriger Bundespraxis — und senkt den rechtlichen Stigma-Druck auf Konsumenten spürbar.
DEA-Anhörungen beginnen
Zeitgleich eröffnete die Drug Enforcement Administration ihre offiziellen Anhörungen zur Neueinstufung von Cannabis. In Arlington, Virginia, prüft die Behörde, ob Marihuana von Schedule I auf Schedule III des Betäubungsmittelgesetzes herabgestuft werden soll. Die Trump-Regierung hatte im April 2026 bereits FDA-zugelassenes und staatlich lizenziertes medizinisches Cannabis in Schedule III umklassifiziert.
Die Anhörungen laufen bis zum 15. Juli 2026. Eine finale Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet. Bipartisane Signale aus dem Kongress deuten darauf hin, dass eine parlamentarische Blockade unwahrscheinlich ist — auch wenn einzelne Abgeordnete im Repräsentantenhaus versucht haben, Mittel für das Verfahren zu streichen.
Kurs erholt sich, bleibt aber unter Druck
Trotz des Tagesgewinns bleibt das Bild für Canopy Growth schwierig. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie noch 17,43 Prozent im Minus. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 0,92 Euro ist nicht erreicht, der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,01 Euro erst recht nicht. Das 52-Wochen-Hoch von 2,00 Euro aus dem Dezember 2025 ist mehr als 57 Prozent entfernt.
DA Davidson beließ die Aktie am Montag auf „Neutral" — ohne Kursziel. Der RSI liegt bei 45,2, was weder überkauft noch überverkauft signalisiert. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 38 Prozent zeigt, wie nervös der Markt bei Cannabis-Titeln weiterhin reagiert.
Ob die DEA-Entscheidung im Herbst den entscheidenden Impuls liefert, hängt davon ab, wie weit die Behörde die Neueinstufung tatsächlich umsetzt — und ob der Kongress den Prozess bis dahin unangetastet lässt.
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