Canopy Growth Aktie: 52-Wochen-Tief bei 0,75 Euro
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 01:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Canopy Growth kommt nicht zur Ruhe. Am Freitag schloss die Aktie bei 0,8078 Euro, ein Minus von 2,91 Prozent an einem Tag. Binnen einer Woche summiert sich der Verlust auf 5,65 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 22,48 Prozent zu Buche.
Der Cannabis-Produzent bewegt sich damit weiter in einem Abwärtstrend, der schon seit Monaten anhält. Nur 7,71 Prozent trennen den Kurs vom 52-Wochen-Tief bei 0,75 Euro, das Ende März markiert wurde. Zum Vergleich: Im Dezember erreichte die Aktie noch 2,00 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 59,57 Prozent gegenüber dem Jahreshoch.
Analysten uneins über den weiteren Weg
Die Einschätzungen der Wall Street könnten unterschiedlicher kaum sein. Ein Teil der Analysten sieht binnen zwölf Monaten ein Kurspotenzial von 54,2 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs. Andere Häuser fahren ihre Erwartungen dagegen zurück.
Alliance Global etwa senkte das Kursziel für Canopy Growth von 1,60 auf 1,60 kanadische Dollar – nach unten korrigiert von zuvor 1,80 Dollar. Die Einstufung bleibt bei "Neutral". Auslöser war der jüngste Quartalsbericht des Unternehmens zum vierten Geschäftsquartal.
Diese Kluft zwischen optimistischen und vorsichtigen Stimmen spiegelt eine tiefere Unsicherheit wider. Im Frühjahr hatte die Aktie noch von der Rescheduling-Rally profitiert, jener Kursbewegung rund um mögliche Lockerungen der US-Cannabis-Regulierung. Diese Gewinne sind inzwischen komplett verpuffst. An der Nasdaq notiert das Papier längst wieder unter der Marke von einem US-Dollar.
Insider verkaufen weiter Aktien
Mehrere Vorstandsmitglieder haben in den vergangenen Wochen Aktien abgegeben. Ein Direktor veräußerte am 26. Juni 2026 exakt 3.197 Stammaktien zu einem Kurs von 0,9237 US-Dollar. Laut Fußnote in der Meldung dienten die Papiere dazu, Steuern auf frisch vestete RSUs zu begleichen – kein freier Verkauf am offenen Markt also.
Ähnliche steuerlich bedingte Transaktionen meldeten weitere Boardmitglieder um denselben Zeitraum. Nach Einschätzung der zuständigen Aufsichtsbehörde handelt es sich dabei um routinemäßige Vorgänge im Rahmen von Vergütungsplänen. Ein Signal für eine veränderte Einschätzung des Managements zur eigenen Aktie lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick ohne klaren Auslöser
Für die kommende Woche zeichnen sich keine unternehmensspezifischen Termine ab, die den Kurs bewegen könnten. Die kurzfristige Richtung dürfte deshalb stärker von der allgemeinen Stimmung im Cannabis-Sektor abhängen als von eigenen Nachrichten.
Ein Punkt bleibt im Blick: die Marke von 0,75 Euro, das bisherige 52-Wochen-Tief. Seit Ende März hat dieses Niveau mehrfach als Unterstützung gehalten. Bei einer annualisierten Volatilität von 33,60 Prozent über die vergangenen 30 Handelstage bleiben scharfe Kursausschläge in beide Richtungen jedoch jederzeit möglich.
Das Unternehmen treibt parallel seine Sparmaßnahmen voran und will nach der Übernahme von MTL Cannabis international weiter expandieren. Ob das reicht, um die Talfahrt zu stoppen, bleibt vorerst offen – konkrete Impulse dafür sind derzeit nicht in Sicht.
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