Davide Campari-Milano N.V., NL0015435975

Campari-Aktie im Fokus: Was DACH-Anleger jetzt vor dem Sommer wissen müssen

26.02.2026 - 14:42:22 | ad-hoc-news.de

Davide Campari-Milano überrascht mit soliden Zahlen, Preiserhöhungen und starkem Markenportfolio. Aber reicht das bei gestiegenen Zinsen noch für Kursfantasie im DACH-Raum? Die entscheidenden Punkte für deutsche, österreichische und Schweizer Anleger im Überblick.

Campari ist längst mehr als der Aperitif im italienischen Urlaub - für viele DACH-Anleger ist die Davide Campari-Milano N.V. eine ernste Beimischung im Depot geworden. Nach frischen Unternehmensnews und neuen Analystenkommentaren stellt sich die Frage: Bleibt die Aktie ein defensiver Konsumwert mit Preissetzungsmacht oder ist der Kurs nach der Rally überzogen?

Unterm Strich geht es für Sie als Anleger darum: Wie robust ist Camparis Geschäftsmodell im deutschsprachigen Raum, welche Rolle spielen Preiserhöhungen bei Aperol & Co. für die Margen und wie bewerten große Investmenthäuser die Aktie aktuell im Vergleich zu anderen Konsumtiteln wie Pernod Ricard oder Diageo?

Was Sie jetzt wissen müssen, wenn Sie in Campari investiert sind oder über einen Einstieg nachdenken.

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Analyse: Die Hintergründe

Campari ist ein klassischer Vertreter der globalen Spirituosenbranche mit hoher Markenbekanntheit im DACH-Raum. Vor allem Aperol, Campari, Crodino und Wild Turkey prägen die Wahrnehmung bei deutschen, österreichischen und Schweizer Konsumenten.

Genau dieser Mix aus starken Marken, intensivem Marketing und wachsendem Außer-Haus-Konsum in Metropolen wie Berlin, München, Hamburg, Wien und Zürich ist der Grund, warum die Aktie von vielen Analysten als struktureller Gewinner im Premium-Getränkesegment gesehen wird. Entscheidend ist dabei, wie gut Campari steigende Kosten durch Preiserhöhungen an Handel und Gastronomie weitergeben kann.

Nach den jüngsten Quartals- und Halbjahreszahlen, die von internationalen Finanzportalen wie Reuters und Bloomberg ausführlich analysiert wurden, zeigt sich: Der Konzern konnte Umsatz und operative Marge im schwierigen Umfeld stabil halten oder leicht ausbauen, vor allem dank höherer Preise, eines profitablen Produktmixes und einer starken Performance von Aperol in Kontinentaleuropa.

Warum das für deutsche Anleger wichtig ist

Für Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spielt Campari eine besondere Rolle im Depot:

  • Euro-Exposure: Campari bilanziert in Euro, was für Anleger im Euroraum im Vergleich zu US-Konsumwerten ein geringeres Währungsrisiko bedeutet.
  • Starke Markenpräsenz im DACH-Raum: Kooperationen mit großen Einzelhandelsketten wie Edeka, Rewe, Coop, Migros, Spar und Hofer sorgen für stabile Sichtbarkeit und Absatz.
  • Defensiver Konsum: Alkoholische Getränke gelten traditionell als vergleichsweise krisenresistent, auch wenn der Konsum sich in Bars, Restaurants oder zu Hause verlagert.

Besonders wichtig: In Deutschland greifen Jugendschutzgesetze und Werbebeschränkungen, die Campari bei Marketingkampagnen berücksichtigen muss. Gleiches gilt für Österreich und die Schweiz, wo Alkoholwerbung in bestimmten Kanälen und rund um Sportevents strenger reguliert ist als in manchen anderen EU-Ländern.

Preisgestaltung, Inflation und Zinsen

Die vergangenen Jahre waren geprägt von hoher Inflation, steigenden Zinsen und höheren Energie- und Rohstoffkosten. Campari reagierte wie andere Konsumgüterkonzerne: mit gezielten Preiserhöhungen und einem Fokus auf margenstärkere Produkte.

Für Anleger in der DACH-Region bedeutet das:

  • Marge statt Volumen: Selbst wenn die abgesetzten Mengen in einigen Märkten stagnieren, kann Campari durch Preiserhöhungen und einen hochwertigen Produktmix den Gewinn stützen.
  • Zinspuffer: Steigende Zinsen drücken Bewertungsmultiples insbesondere bei Wachstumswerten. Konsumtitel wie Campari werden daher stärker auf ihre freie Cash-Generierung und Dividendenpolitik geprüft.
  • Vergleich mit DAX-Konsumwerten: Deutsche Anleger vergleichen Campari zunehmend mit Titeln wie Beiersdorf, Henkel oder Symrise, auch wenn die Branchen unterschiedlich sind. Im Fokus stehen stabile Cashflows und Preissetzungsmacht.

Regionale Besonderheiten im DACH-Markt

Camparis Wachstumstreiber im deutschsprachigen Raum sind klar erkennbar:

  • Aperitif-Kultur in deutschen Großstädten: Aperol Spritz hat sich in Berlin, Köln, Düsseldorf und München in den letzten Jahren zum Standard-Drink entwickelt, besonders im Sommer und nach Feierabend.
  • Tourismus in Österreich und der Schweiz: In alpinen Tourismusregionen wie Tirol, Salzburg, Graubünden und Tessin profitieren Bars und Hotels von internationalen Gästen, für die Aperol, Negroni oder Campari-Soda fester Bestandteil des Urlaubs sind.
  • LEH-Promotions: Regelmäßige Promotionswochen in Supermärkten und Drogerien im DACH-Raum sorgen für planbare Volumina, aber drücken teilweise auf die Margen. Hier kommt es auf das richtige Gleichgewicht zwischen Absatz und Profitabilität an.

Hinzu kommt der Trend zu Ready-to-Drink-Lösungen und niedrigprozentigen Mixgetränken, der auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz an Fahrt gewinnt. Campari besetzt dieses Segment zunehmend mit innovativen Produkten, um jüngere Zielgruppen zu erreichen, ohne den Premiumcharakter der Kernmarken zu verwässern.

Wie sich die Campari-Aktie im Vergleich entwickelt

Im Vergleich zu europäischen und globalen Spirituosenkonzernen wie Diageo, Pernod Ricard oder Rémy Cointreau wird Campari an der Börse häufig mit einem anspruchsvollen Bewertungsmultiple gehandelt. Grund ist die höhere Wachstumsfantasie in Kategorien wie Aperitif und Premium-Spirituosen.

Wichtige Kennzahlen, auf die professionelle Investoren im DACH-Raum achten:

  • Organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, getrieben von Preis und Mix.
  • EBIT-Marge im gehobenen Bereich, mit mittel- bis langfristigem Verbesserungspotenzial bei weiterer Skalierung und Effizienzsteigerung.
  • Verschuldungsgrad, vor allem nach Akquisitionen. Campari hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezielt Marken zugekauft, was sich auf die Bilanzstruktur auswirkt.

Deutsche und österreichische Privatanleger, die über Neobroker und Direktbanken investieren, schätzen an Campari die Kombination aus Markenpower, moderater Dividende und strukturellem Wachstum im globalen Getränkemarkt. Schweizer Anleger sehen zusätzlich den Vorteil eines etablierten europäischen Players im Portfolio, der nicht in US-Dollar bilanzieren muss.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Institutionelle Analysten bewerten Campari traditionell im Kontext der globalen Spirituosenbranche. In den jüngsten Research-Updates internationaler Häuser, die von Finanzportalen wie Bloomberg und weiteren Anbietern zusammengefasst werden, zeigt sich ein überwiegend konstruktives Bild, jedoch mit dem Hinweis auf die anspruchsvolle Bewertung.

Typische Argumente der Analysten für eine positive Einstufung:

  • Starke Marken, allen voran Aperol, mit weiterem Wachstumspotenzial in Europa und darüber hinaus.
  • Preissetzungsmacht in einem Umfeld, in dem Konsumenten bereit sind, für Premium-Marken mehr zu zahlen.
  • Solide Bilanzstruktur, die Spielraum für Marketinginvestitionen und selektive Übernahmen lässt.

Auf der Risikoseite heben die Profis hervor:

  • Hohe Bewertung im Vergleich zu anderen Konsum- und Spirituosenwerten, insbesondere bei nachlassender Konjunkturdynamik in Europa.
  • Abhängigkeit von wenigen Kernmarken, vor allem Aperol, was bei einem Trendwechsel oder regulatorischen Eingriffen im Werbebereich belasten könnte.
  • Wechselnde Konsumtrends, etwa hin zu alkoholfreien oder niedrigprozentigen Getränken, die zwar Chancen eröffnen, aber Investitionen erfordern.

Für deutsche, österreichische und Schweizer Anleger bedeutet die aktuelle Analystenlage in der Praxis häufig: Halten bis moderat Kaufen, mit Fokus auf langfristige Markenstärke statt kurzfristiger Kursbewegungen. Viele Research-Häuser positionieren Campari eher als Quality-Play im Konsumsektor als als klassischen Wachstumswert.

Wer bereits investiert ist, sollte vor allem auf folgende Kennziffern in den kommenden Quartalsberichten achten:

  • Entwicklung des organischen Wachstums in Kontinentaleuropa inklusive DACH.
  • Bruttomarge und EBIT-Marge nach weiteren Kosten- und Preiseffekten.
  • Cashflow-Entwicklung und mögliche Anpassungen der Dividendenpolitik.

Für potenzielle Neueinsteiger aus der DACH-Region ist entscheidend, ob sich im Laufe des Jahres Bewertungsrücksetzer ergeben, die ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis bieten. In einem Umfeld, in dem Zinsen in der Eurozone zwar nicht mehr steigen, aber auf einem höheren Niveau verharren, steigt der Druck auf hoch bewertete Konsumtitel.

Fazit für DACH-Anleger: Die Campari-Aktie bleibt ein spannender Titel für Investoren, die an die langfristige Stärke von Marken und an die anhaltende Aperitif-Kultur in Europa glauben. Wer einsteigt oder aufstockt, sollte sich der Bewertung bewusst sein und Campari als Baustein in einem diversifizierten Konsum- und Qualitätsportfolio sehen, nicht als All-in-Wette.

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