Cambridge-Studie: Abnehmspritzen führen oft zum Jojo-Effekt
10.03.2026 - 00:00:24 | boerse-global.dePatienten nehmen nach dem Absetzen von GLP-1-Medikamenten schnell wieder zu. Das belegt eine neue Studie der University of Cambridge, die Anfang März im Fachjournal eClinicalMedicine veröffentlicht wurde. Die Analyse zeigt: Innerhalb eines Jahres setzen Betroffene durchschnittlich 60 Prozent des verlorenen Gewichts wieder an. Diese alarmierenden Zahlen zwingen die Medizin zum Umdenken.
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Gewichtsrückfall ist vorprogrammiert
Ein Forschungsteam um Brajan Budini und Steven Luo wertete Daten von über 3.200 Teilnehmern aus. Ihr Ergebnis ist eindeutig: Nach dem Ende der Therapie mit Abnehmspritzen wie Semaglutid steigt das Gewicht rasch. Nach 52 Wochen sind bereits 60 Prozent des Erfolgs zunichte gemacht. Langfristig bleiben den Modellierungen zufolge nur etwa 25 Prozent des ursprünglichen Gewichtsverlusts erhalten.
Die Medikamente wirken wie eine pharmakologische Bremse auf den Appetit. Fällt diese Bremse weg, kehren viele Patienten zu ihren alten Essgewohnheiten zurück – und die Kilos kommen zurück. Die Forscher warnen sogar vor gesundheitlichen Risiken: Es ist unklar, ob beim Wiederzunehmen im gleichen Maße Muskeln oder Fett aufgebaut werden. Letzteres könnte den Gesundheitszustand sogar verschlechtern.
Verhaltenstherapie schlägt Pillen langfristig
Bereits im Januar lieferte eine Meta-Analyse der University of Oxford im BMJ ähnliche Erkenntnisse. Demnach steigt das Gewicht nach dem Absetzen neuerer Medikamente um durchschnittlich 0,8 Kilogramm pro Monat. Entscheidend ist jedoch ein anderer Vergleich: Die Gewichtszunahme verläuft nach dem Ende einer medikamentösen Therapie fast viermal schneller als nach verhaltensbasierten Programmen.
Das Fazit der Wissenschaftler ist klar: Eine rein medikamentös induzierte Gewichtsabnahme ohne nachhaltige Lebensstiländerung ist langfristig zum Scheitern verurteilt. Diätetische Anpassungen und mehr Bewegung zeigen eine deutlich bessere Langzeitwirkung.
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Apps werden zur unverzichtbaren Stütze
Genau hier kommen digitale Helfer ins Spiel. Gewichtsverlust-Apps etablieren sich als Brücke zwischen medizinischer Intervention und Alltag. Das eigenständige Protokollieren von Nahrung – „Self-Monitoring“ – gilt als Goldstandard für dauerhaften Erfolg. Apps mit Barcode-Scanner und großen Lebensmitteldatenbanken machen das Tracking einfach.
In Deutschland gewinnen zudem verschreibungsfähige Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie Zanadio oder Oviva an Bedeutung. Diese von Krankenkassen erstatteten Programme setzen auf verhaltenspsychologische Ansätze. Sie zielen nicht auf kurzfristige Diäten, sondern vermitteln nachhaltige Ernährungsgewohnheiten. Diese digitale Begleitung soll das Bewusstsein für Portionsgrößen und Nährstoffe schärfen – und so den Erfolg nach dem Absetzen der Medikamente sichern.
Paradigmenwechsel in der Adipositas-Therapie
Die Studienergebnisse lösen intensive Diskussionen über die Verschreibungspraxis aus. Mediziner fordern ein Umdenken: Adipositas muss als chronische Erkrankung verstanden werden, bei der Medikamente nur temporäre Hilfen sind. Der Fokus muss auf der Etablierung dauerhaft gesunder Gewohnheiten liegen.
Experten plädieren dafür, Strategien für ein geplantes, schrittweises Absetzen der Medikamente zu entwickeln. Gleichzeitig sei eine langfristige Ernährungs- und Verhaltensunterstützung unerlässlich. Digitale Apps schließen genau diese Versorgungslücke mit einer niedrigschwelligen, kontinuierlichen Betreuung.
Digitale Begleitung wird zum Standard
Die Zukunft der Adipositas-Therapie ist digital. Gesundheitsexperten erwarten, dass die Kombination aus Medikamenten und verpflichtender digitaler Verhaltensunterstützung zum neuen Standard wird. Apps könnten stärker in offizielle Behandlungsleitlinien integriert werden, um den Übergang nach der medikamentösen Phase abzufedern.
Künstliche Intelligenz soll künftig noch personalisiertere Ernährungspläne erstellen und warnen, wenn Nutzer in alte Muster zurückfallen. Die Botschaft der aktuellen Studien ist eindeutig: Der Weg zum dauerhaften Gewichtsverlust führt nicht an einer nachhaltigen Lebensstiländerung vorbei – digital unterstützt.
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