BVG-Streik legt Berliner Nahverkehr lahm
27.02.2026 - 05:19:32 | boerse-global.deDie Hauptstadt steht still: Ein 48-stündiger Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat den öffentlichen Nahverkehr in Berlin nahezu komplett zum Erliegen gebracht. U-Bahn, Tram und Busse bleiben bis Sonntagfrüh in den Depots.
Berlin – Seit den frühen Morgenstunden herrscht Ausnahmezustand in der Hauptstadt. Millionen Pendler und Berliner müssen sich auf ein chaotisches Wochenende einstellen. Der Grund: Verdi hat den Betriebsbetrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für 48 Stunden bestreikt. Es ist bereits die zweite und deutlich umfangreichere Warnstreikaktion in den angespannten Tarifverhandlungen für rund 16.000 Beschäftigte.
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Der Streik ist Teil einer bundesweiten Protestwelle im öffentlichen Nahverkehr. Während es anderswo oft um Löhne geht, steht in Berlin der Manteltarifvertrag im Zentrum. Dieser regelt die grundlegenden Arbeitsbedingungen – und hier liegen die Fronten verhärtet.
Verdi fordert mehr Erholung für BVG-Mitarbeiter
Nach drei Verhandlungsrunden seit Mitte Januar klafft eine tiefe Lücke zwischen den Vorstellungen. Verdi pocht auf 33 Tage Urlaub für alle, eine Erhöhung des Urlaubsgeldes um 500 Euro und eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten. Zudem soll keine Schicht länger als zwölf Stunden dauern.
„Die BVG und der Kommunale Arbeitgeberverband zeigen eine Blockadehaltung“, kritisiert die Gewerkschaft. Ein verhandlungsfähiges Angebot liege nicht vor. Die Eskalation sei daher notwendig.
BVG spricht von „völlig überzogener“ Aktion
Das Unternehmen kontert scharf. Der zweitägige Streik sei eine „völlig überzogene Eskalation“, die vor allem die Fahrgäste treffe. Verdi folge einer „bundesweiten Dramaturgie“, ohne die Berliner Realität anzuerkennen.
Die Forderungen seien wirtschaftlich nicht tragbar, so die BVG. Das Gesamtpaket würde jährliche Mehrkosten von über 150 Millionen Euro verursachen. Dazu kämen Investitionen von 200 bis 300 Millionen Euro für neue Fahrzeuge. Man sei bereit, ein entlastungsorientiertes Angebot vorzulegen, warte aber auf eine Priorisierung der Kernforderungen durch Verdi. Schließlich habe es im Vorjahr bereits Lohnerhöhungen von bis zu 20 Prozent gegeben.
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So kommen Berliner durchs Wochenende
Wer mobil sein muss, sollte umplanen. Die wichtigste Alternative ist die S-Bahn, die von der nicht bestreikten Deutschen Bahn betrieben wird. Sie hat für das Wochenende bereits einen verdichteten Betrieb angekündigt. Längere Züge sollen auf den Linien S1, S2, S3, S46 und S8 zum Einsatz kommen. Zusätzliche Fahrten gibt es auf der S5 am Freitag und einer verlängerten S26 am Samstag.
Einige private Buslinien im Auftrag der BVG sowie die Fähren verkehren normal. Für die Anreise zum Flughafen BER bleiben der FEX-Airport-Express, die S-Bahn-Linien S9 und S85 sowie Regionalzüge die zuverlässigsten Optionen.
Droht ein längerer Verkehrskollaps?
Die Perspektive ist ungewiss. Beide Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber. Der aktuelle Streik soll Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde aufbauen. Verdi hat bereits weitere und möglicherweise längere Arbeitsniederlegungen in Aussicht gestellt, sollte kein Durchbruch gelingen.
Der Konflikt spiegelt eine bundesweite Debatte wider: Wie können attraktive Arbeitsbedingungen in systemrelevanten Berufen gesichert werden, ohne die öffentlichen Haushalte zu überfordern? Für Millionen Berliner ist die Antwort zunächst zweitrangig. Sie müssen erst einmal durch ein stillstehendes Wochenende kommen. Der Druck auf die Verhandlungspartner wächst mit jeder Stunde.
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