Burnout, Beschäftigte

Burnout: Fast jeder zweite Beschäftigte fühlt sich ausgebrannt

14.02.2026 - 07:40:12

Fast die Hälfte der Beschäftigten fühlt sich ausgebrannt. Die Hauptursachen liegen in den Arbeitsbedingungen, was Unternehmen zu präventiven Maßnahmen und einem Kulturwandel zwingt.

Fast die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland fühlt sich häufig ausgebrannt. Neue Daten zeigen: Die Ursachen liegen oft im Unternehmen selbst. Das zwingt Arbeitgeber zum Umdenken.

WHO: Burnout ist ein berufliches Syndrom

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Burnout klar als berufliches Phänomen. Es resultiert aus chronischem, nicht bewältigtem Stress am Arbeitsplatz – und ist keine medizinische Krankheit. Die drei Kernmerkmale sind:
* Gefühl von Energieverlust und Erschöpfung
* Zunehmende geistige Distanz oder Zynismus gegenüber dem Job
* Verringertes berufliches Leistungsvermögen

Die offizielle Einstufung macht die Arbeitsbedingungen zum Dreh- und Angelpunkt. Experten betonen: Die wirksamste Antwort ist die Verbesserung des Arbeitsplatzes, nicht die „Reparatur“ des Mitarbeiters.

Systemische Ursachen: Wenn die Arbeit krank macht

Die Hauptgründe für Burnout stecken in den Strukturen der Unternehmen. Eine Studie der Pronova BKK identifizierte die größten Stressfaktoren:
* Überstunden (34 Prozent)
* Ständiger Termindruck (32 Prozent)

Weitere Treiber sind hohe körperliche Belastung, ständige Erreichbarkeit, Schichtarbeit und eine schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Fehlen Anerkennung, Fairness oder passen die Unternehmenswerte nicht zu den eigenen, steigt das Risiko für emotionale Erschöpfung massiv.

Individuelle Faktoren: Wer ist besonders gefährdet?

Die Arbeitsbedingungen sind primär – doch wie reagiert jemand auf den Stress? Persönliche Eigenschaften wie hoher Ehrgeiz, Perfektionismus oder Probleme, Grenzen zu setzen, können die Anfälligkeit erhöhen. Es geht nicht um persönliche Schwäche, sondern um das Zusammenspiel von Belastung und Ressourcen.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Eine deutsche Studie mit fast 80.000 Beschäftigten zeigt: Das Burnout-Risiko ist bei den 31- bis 40-Jährigen am höchsten. In dieser Lebensphase ballen sich oft Berufsverantwortung, Arbeitsdichte und familiäre Aufgaben.

Prävention: Eine wirtschaftliche Notwendigkeit

Psychische Erkrankungen führen zu längeren Fehlzeiten als viele körperliche Beschwerden. Die Prävention wird für Unternehmen zur wirtschaftlichen Pflicht. Seit 2013 müssen sie die psychische Belastung am Arbeitsplatz in einer Gefährdungsbeurteilung bewerten.

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Wirksame Strategien setzen auf zwei Ebenen an:
* Organisational: Flexible Arbeitsmodelle, klare Aufgaben, realistische Ziele und eine Kultur, die Pausen respektiert.
* Individuell: Unterstützung durch Coachings, Stressmanagement-Seminare oder Achtsamkeitstraining, um die persönliche Resilienz zu stärken.

Kulturwandel: Gesundheit als Wettbewerbsfaktor

Die Diskussion verschiebt sich: weg von der individuellen Belastbarkeit, hin zur Verantwortung der Unternehmen für ein gesundes Umfeld. Experten fordern einen Kulturwandel, der die psychische Gesundheit der Mitarbeiter als zentralen Erfolgsfaktor anerkennt.

Langfristig werden nur die Unternehmen bestehen, die proaktiv in das Wohlbefinden ihrer Belegschaft investieren. Das erfordert eine tiefgreifende Veränderung von Führung und Arbeitsorganisation.

@ boerse-global.de

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