Bundesnetzagentur warnt vor neuer Betrugswelle
11.02.2026 - 22:01:12Eine neue Welle betrügerischer SMS überrollt Deutschland. Die Bundesnetzagentur warnt aktuell vor massiv zunehmendem Smishing, das gezielt Kunden von FinTechs und Trading-Plattformen angreift. Telefonbetrug wird durch KI und raffinierte Täuschungsmethoden immer gefährlicher.
Die Betrüger setzen auf perfide Psychologie: Sie versenden SMS, die angeblich von bekannten Banken stammen und mit Warnungen vor unautorisierten Abbuchungen Panik schüren. Das Ziel ist, Opfer zu einem Anruf bei einer betrügerischen Nummer oder zum Klick auf einen Link zu verleiten. Dort warten dann gefälschte Login-Seiten, um Zugangsdaten abzugreifen. Diese Warnung reiht sich in eine Serie ähnlicher Hinweise der BaFin der letzten Tage ein.
Von Spoofing bis KI-Stimmenklon: Die neuen Tricks
Die Methoden der Täter kombinieren technologische Tricks mit psychologischer Manipulation. Eine Grundtechnik ist Call ID Spoofing: Auf dem Display des Opfers erscheint eine vertrauenswürdige Nummer – von der Polizei, der Hausbank oder sogar einem Familienmitglied. Der Anruf kommt jedoch aus einem betrügerischen Callcenter im Ausland.
Eine alarmierende neue Dimension erreicht der Betrug durch KI-generierte Stimmen. Kriminelle benötigen oft nur wenige Sekunden Audiomaterial aus sozialen Medien, um eine Stimme täuschend echt zu klonen. In sogenannten Schockanrufen simulieren sie dann eine Notsituation eines Angehörigen, um unter emotionalem Druck Geldüberweisungen zu erpressen. Sogar „stumme Anrufe“ dienen dazu, die Begrüßung des Opfers für die KI-Synthese aufzuzeichnen.
Social Engineering: Der Mensch als Schwachstelle
Trotz fortschrittlicher Technik bleibt der Mensch das primäre Ziel. Die Kriminellen nutzen Social Engineering, um Emotionen wie Angst oder Hilfsbereitschaft auszunutzen. Künstlich erzeugter Zeitdruck und Drohszenarien – wie eine angebliche Kontosperrung – sollen rationales Denken ausschalten.
Verbraucherschützer betonen: Diese Maschen zielen längst nicht mehr nur auf Senioren. Durch im Internet verfügbare persönliche Daten werden die Angriffe zunehmend personalisiert und treffen alle Altersgruppen. Die Täter agieren professionell, sprechen oft akzentfreies Deutsch und sind psychologisch geschult.
Das Ausmaß: Hohe Schäden und eine große Dunkelziffer
Die finanzielle Dimension ist enorm. Das Landeskriminalamt Oberösterreich meldete allein für zwei Wochen Ende Januar Schäden von rund 800.000 Euro durch ähnliche SMS-Betrügereien. Anfang Februar warnte die BaFin zudem vor Betrügern in WhatsApp-Gruppen, die sich als Mitarbeiter großer US-Banken ausgeben.
Die offizielle Kriminalstatistik des BKA für 2024 verzeichnete zwar einen leichten Rückgang der Betrugsdelikte im Inland. Ermittler warnen jedoch vor falscher Sicherheit. Ein großer Teil der Taten wird aus dem Ausland gesteuert, und die Dunkelziffer ist hoch. Das BKA geht davon aus, dass nur etwa 20 Prozent aller Betrugsdelikte überhaupt zur Anzeige gebracht werden.
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So schützen Sie sich effektiv
Behörden raten zu erhöhter Wachsamkeit und konkreten Verhaltensregeln:
* Grundsätzliches Misstrauen: Seien Sie bei unaufgeforderten Anrufen oder Nachrichten mit Dringlichkeitscharakter extrem skeptisch.
* Auflegen und zurückrufen: Beenden Sie verdächtige Gespräche sofort. Rufen Sie die Institution über eine bekannte, offizielle Nummer zurück – nie per Rückruffunktion.
* Keine Daten preisgeben: Übermitteln Sie niemals Passwörter, Bankdaten oder TANs am Telefon.
* Codewort vereinbaren: Ein mit Familie und Freunden abgesprochenes Kennwort kann in echten Notfällen Betrüger entlarven.
* Umfeld informieren: Sprechen Sie über diese Betrugsmaschen. Aufklärung ist der wirksamste Schutz.
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